News 2022 - Nachrichten aus Laar


29.11.2022 - Rheinische Post - Olaf Reifegerste

 

Diese Duisburger schreiben über Stadtgeschichte

Duisburg · Sie schreiben über Stadtgeschichte: Die Bürgerstiftung stellte jetzt Duisburgs Stadtteil-Historiker vor. Welche Projekte sie dafür in Angriff nehmen.

 

Lothar Koopmann, Günter Matczik, Heinz Pischke sowie Jörg Weißmann, Thorsten Fischer und Michael Voith – so heißen die neuen Stadtteil-Historiker Duisburgs. Das hat die Duisburger Bürgerstiftung dieser Tage der hiesigen Presse mitgeteilt. Am Freitag wurden nun auch alle weiteren Förderentscheidungen für die insgesamt 14 Stadtteil-Historikerinnen und -Historiker des Ruhrgebietes bekanntgegeben.

 

Zum zweiten Mal nach 2019 hat der gemeinnützige Stiftungsverein, die GLS Treuhand aus Bochum, zusammen mit mehreren lokalen Kooperationspartnern, darunter die Bürgerstiftung Duisburg, ein ruhrgebietsweites Stadtteil-Historiker-Projekt ausgelobt, für das sich engagierte Freizeit-Forscherinnen und -Forscher bewerben konnten, um bei Zusage sich für anderthalb Jahre dazu zu verpflichten, Stadt- beziehungsweise Stadtteilgeschichte in Form eines eigenen Forschungsvorhabens zu ergründen. Für die 18-monatige Recherchearbeit, die geschichtliches Interesse voraussetzt, ist ein Stipendium in Höhe von 1200 Euro pro Projekt ausgesetzt worden.

 

„Von fünf Duisburger Bewerbungen haben vier Projekte den Zuschlag zum Mitmachen erhalten“, berichtete Klaus Becker, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung und Mitglied des sechsköpfigen Bochumer Auswahlgremiums. Lothar Koopmann, ehemaliger Leiter des Duisburger Mercator-Verlages und gebürtiger Meidericher, wird das Thema „Meidericher Straßennamen – Ihre Geschichte und Bedeutung“ verfolgen. Der in Duisburg-Laar geborene frühere Designer Günter Matczik hat sich „Die Welsche Kolonie der Phönix-Hütte“ zum Thema genommen. Der städtische Ruheständler Heinz Pischke widmet sein Projekt unter dem Titel „Laar am Rhein – Geschichte und Geschichten“ seinem Duisburger Geburtsstadtteil. Und gleich drei Forscher wollen sich das Thema „Flüchtlingsmigration in der Industriestadt Hamborn 1919-1923. Handlungsspielräume und Herausforderungen bei der Eingliederung von Zuwanderern aus ehemaligen deutschen Gebieten nach dem Ersten Weltkrieg“ zu Eigen machen. Diese sind der Jurist Jörg Weißmann, der Historiker Thorsten Fischer und der Unternehmensberater Michael Voith. Ihre Nähe zu dem Forschungsvorhaben erklärt sich aus ihrem Engagement im Hamborner Heimatverein.

 

Die Ergebnisse aller Ruhrgebietsforschungen für den Zeitraum von 2022 bis 2024 würden in einer gemeinsamen Abschluss-Broschüre festgehalten, sagte Becker. Darüber hinaus wolle er aber seitens der Bürgerstiftung die Duisburger Untersuchungen bei Halbzeit des Förderzeitraums in einem Zwischenbericht zusammenfassen lassen und die finalen Ergebnisse der Duisburger Studien in einem separaten Ergebnisband später präsentieren.

 

Neben den vier Duisburger Projekten sind als weitere Projektorte von den insgesamt 14 Stadtteil-Historiker-Projekten die Städte Bochum und Essen je zweimal sowie Herne, Gelsenkirchen, Dortmund, Hattingen, Waltrop und Oer-Erkenschwick jeweils einmal vertreten. Der jüngste Stipendiat ist übrigens 15, der älteste 76 Jahre alt, heißt es in einer Pressemitteilung der GLS Treuhand.


26.11.2022 - WAZ Duisburg - Volker Poley

 

„Stadtteil-Historiker“ forschen wieder

Bei der zweiten Auflage widmen sich Bürger auch Geschichtsthemen aus Laar, Hamborn und Meiderich

 

2019 schickten der Verein GLS Treuhand und weitere Institutionen der Region die „Stadtteil-Historiker Ruhrgebiet“ an den Start, um die Aufarbeitung auch spezieller Reviergeschichte zu unterstützen. Das Besondere daran ist, dass geschichtsinteressierte Bürger motiviert werden sollen, lokale Themen mit historischem Bezug aufzugreifen und zu erforschen. Nach dem Erfolg der ersten Staffel wurde jetzt die zweite Runde eingeläutet: Im Stadthistorischen Museum stellte Klaus Becker von der Bürgerstiftung die neuen Duisburger Stadtteil-Historiker vor.

 

Vier Themen haben es geschafft, von der Jury als forschungswürdig und mit einem Stipendium von 1200 Euro bedacht zu werden. Ruhrgebietsweit wird in den nächsten 18 Monaten zu 14 unterschiedlichen Themenbereichen recherchiert. Rolf Becker, der auch der Jury angehört, die über die Zulassung der Projekte entscheidet, ist stolz darauf, dass Duisburg an der aktuellen Runde stark beteiligt ist: „Mit den vier Themen liegen wir von der Anzahl her an der Spitze, das ist schon beachtlich.“

 

Leider keine Themen aus dem Süden

Becker hätte gerne auch Forschungsprojekte aus dem Duisburger Süden präsentiert. Er weiß, dass es an Themen nicht mangelt: „Da müssen wir in der Kommunikation besser werden, das ist nicht optimal gelaufen.“ Zuletzt hatte sich Becker noch an die südlichen Bürgervereine gewandt, aber: „Das war dann wohl zu kurzfristig.“

 

In den nächsten Monaten werden das Stadtarchiv und diverse Unternehmensarchive wohl zum Studierzimmer und zweiten Zuhause für die frisch ernannten Stadtteil-Historiker. Am Ende sollen schließlich seriös ermittelte neue Erkenntnisse stehen, die anhand von Publikationen, Ausstellungen und Vorträgen der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.

 

Laar: Phoenix-Hütte und „Welsche Kolonie“

Der Laarer Günter Matczik hat sich immer schon für die Industriegeschichte der Region und für die Historie seines Stadtteils interessiert. Die Geschichte Laars ist ohne die 1854 erbaute Phoenix-Hütte nicht denkbar. Mitte der 1960er-Jahre ging die Ära der Laarer Hütte zu Ende. Grund genug für den Bauforscher Matczik, sich bereits weit vor dem aktuellen Vorhaben mit dem Hüttenwerk „vor der Haustür“ zu beschäftigen. Jetzt widmet er sich einem weitgehend unerforschten Aspekt: Der Ruheständler befasst sich mit der „Welschen Kolonie“ in Laar.

 

Dort lebten ab 1854 rund 1000 Wallonen, die am Aufbau der Hütte maßgeblich beteiligt waren. „Das waren vornehmlich Ingenieure, Arbeiter und auch Ziegelbrenner. Sie galten als Fachleute beim Aufbau von Hüttenwerken“, erzählt Matczik. Irgendwann waren die Wallonen wieder verschwunden. Der frühere Diplom-Designer will nun Licht ins Dunkel der damaligen „Technologie-Völkerwanderung“ bringen und Näheres über die Zeit der belgischen Arbeitskräfte in Laar und deren Verbleib herausfinden.

 

Stadt Hamborn: Integration 1919 bis 1923

Mit Arbeitsmigration hat auch das Projekt des dreiköpfigen Teams aus Hamborn um den Vorsitzenden des örtlichen Heimatvereins, Jörg Weißmann, zu tun. Mit ihm begeben sich Thorsten Fischer und Michael Voith an die Recherche zur Eingliederung der Zuwanderer aus den zwangsweise abgetretenen deutschen Gebieten nach dem Ersten Weltkrieg. Diese Aufgabe hatte in den Jahren 1919 bis 1923 die damals selbstständige Stadt Hamborn zu bewältigen.

 

Michael Voith schilderte, dass Straßennamen wie die Elsässer oder Lothringer Straße der Anlass waren, sich mit dem Thema zu befassen. Das Trio durchforstet nun nicht nur Firmenarchive der Industrieunternehmen im Stadtnorden, es sucht auch Nachkommen der damals Zugewanderten, die Auskunft über das Leben ihrer Vorfahren geben können. „Wer zu dem Thema etwas beitragen kann, kann sich gerne bei uns melden“, hofft Jörg Weißmann auf eine entsprechende Resonanz.

 

Straßennamen in Meiderich und Industrialisierung in Laar

Auch die weiteren Duisburger Themen der Stadtteil-Historiker versprechen spannende Erkenntnisse. So befasst sich Lothar Koopmann in den nächsten eineinhalb Jahren mit dem geschichtlichen Hintergrund der Meidericher Straßennamen.

 

Und der Laarer Heinz Pischke untersucht die vorindustrielle Zeit und die anschließende Geschichte der Industrialisierung seines Stadtteils. Seine Recherche-Ergebnisse gehen auch in den zweiten Teil seiner Reihe „Laar am Rhein – Geschichte und Geschichten“ ein.


28.10.2022 - WAZ Nord - Nick Kaspers

 

Kleiner Betrieb mit großer Tradition

Die Metzgerei Hirtz in Laar setzt auf Stammkundschaft. Das Angebot sei „rustikal-klassisch“

 

Ein altes Haus in einem verkehrsberuhigten Bereich, die Eingangstür neben einer mit Graffiti besprühten Plakatwand – nur der Name in Leuchtschrift verrät Passanten, was im Inneren steckt: Die Metzgerei Hirtz in Duisburg-Laar wirkt von außen unscheinbar. Hinter dem Schaufenster warten jedoch jede Menge selbst gemachte Fleischspezialitäten und die Atmosphäre eines echten Traditionsbetriebs.

 

Wenig Laufkundschaft, viele Stammkunden

Seit wann es die Metzgerei gibt, können die Inhaber Anja (51) und Eckhard Hirtz (56) nicht genau sagen. „Aber wir wissen, dass wir die älteste Metzgerei in Duisburg sind“, sagt Eckhard Hirtz überzeugt. Der Laden befand sich schon immer an dem Ort, an dem er noch heute öffnet: an der Apostelstraße 6.

 

Wer den Laden betritt, weiß in der Regel, was ihn erwartet: „Viel Laufkundschaft haben wir nicht. Die meisten sind Stammkunden“, berichtet Anja Hirtz. Den Inhabern sagt das zu. So habe man ein enges Verhältnis zu den Kundinnen und Kunden und wisse, welche Produkte sie besonders gerne mögen. „Man sieht sich ja fast täglich oder zumindest mehrfach pro Woche.“

 

Die Kunden schätzten besonders die Tradition der Metzgerei: „Die kommen in den Laden und sagen, dass es hier noch so riecht wie früher. Das finden viele toll“, sagt die 51-Jährige. Auch würden die Kunden bestaunen, mit welcher Leidenschaft die Familie Hirtz hinter ihrem Handwerk steht: „Bei uns wird alles mit Liebe vor Ort produziert und eigenhändig an der Theke verkauft“, wirbt sie.

 

Manche Kunden nehmen demnach lange Wege auf sich, um ihr Fleisch in der Laarer Metzgerei zu kaufen: „Wir hatten eine Kundin, die manchmal aus Mülheim extra zu uns kam“, sagt Anja Hirtz. Ihre ältesten Stammkunden seien der Metzgerei nunmehr seit über 60 Jahren treu.

 

Viele Spezialitäten, die nachher in der Theke ausliegen, produziert Eckhard Hirtz selbst. Dazu gehören sämtliche rohe Schinken, Braten und Fleischkäsesorten, aber auch Fleischwurst, Mettwürstchen und Pfefferbeißer entstehen in der Metzgerei Hirtz . Dabei lässt sich der 56-Jährige oft Zeit: Viele Schinken müssen um die sechs Monate reifen, der Traditionsschinken sogar bis zu zwölf Monate. Die Familie Hirtz versucht, lieber etwas weniger Produkte anzubieten, die dafür besonders frisch sind. Die Auswahl der Waren sei „rustikal-klassisch – schließlich befinden wir uns im strukturschwachen Duisburger Norden“, sagt Eckhard Hirtz.

 

Das Besondere an der Metzgerei Hirtz: Sie ist nicht nur die nach aktuellem Kenntnisstand älteste Metzgerei Duisburgs, sondern vermutlich auch die kleinste. Anja und Eckhard Hirtz betreiben den Laden komplett alleine. Fleischproduktion, Verkauf, Reinigung, Buchhaltung – alles fällt auf die beiden zurück. „Vormittags produziere ich die Wurstwaren und Anja steht im Laden. Nachmittags gehe ich dann auch hinter die Theke oder mache die Buchhaltung“, erläutert er.

 

Die Probleme, mit denen die ganze Metzgerbranche zu kämpfen hat, bekommt auch die Familie Hirtz zu spüren: „Es kaufen nicht mehr viele in einer Metzgerei ein. Diejenigen, die den Weg ins Fachgeschäft suchen, wissen die Qualität dafür besonders zu schätzen“, meint Anja Hirtz. Gerade deshalb sei es wichtig, Traditionsbetriebe aufrecht zu erhalten, „denn wir arbeiten für die Wertigkeit, den Genuss und das gute Gewissen.“


28.10.2022 - WAZ Duisburg - Nick Kaspers

 

Metzgerei E. Hirtz ist wohl die älteste der Stadt

Quellen zeigen, dass der Betrieb spätestens 1871 bestand. Ein genaues Gründungsjahr lässt sich aber nicht ermitteln

 

Wenn Eckhard Hirtz in dem Ordner mit alten Briefen und Dokumenten zu seiner Metzgerei blättert, hat er Nachweise über mehr als 300 Jahre Familiengeschichte in der Hand. Der 56-Jährige ist sich sicher: „Unserer Familie gehört die älteste Metzgerei Duisburgs.“ Um das zu beweisen, ist er schon seit Jahren der Gründungsgeschichte seines Betriebs auf der Spur.

 

„Meine Großmutter hat in den 1970ern schon mit den Recherchen angefangen“, sagt der Metzgermeister. So habe sie in den Kirchenarchiven nach den Geburtseinträgen ihrer Vorfahren gesucht. Irgendwann sei sie in den Archiven nicht mehr weitergekommen. Dann habe sie Behörden und Vereine angeschrieben, um nach weiteren Hinweisen zu suchen.

 

Ahnenforschung reicht zurück bis 1720

Mittlerweile hat Eckhard Hirtz Informationen über die vergangenen acht Generationen seiner Familie zusammen: Geburtsdaten, Berufe, teilweise den Ort der Hochzeit und die Hobbys. Die ältesten Angaben reichen zurück ins Jahr 1720. „Den Großteil davon hat meine Großmutter herausgesucht“, meint er. Mit seiner Ehefrau Anja Hirtz habe er „die Puzzleteile nur noch zusammengefügt“.

 

Dabei ist Eckhard Hirtz, anders als seine Großmutter, eigentlich kein Hobby-Ahnenforscher. Er möchte jedoch beweisen, dass seine Metzgerei die älteste in Duisburg ist. So war es vor Jahren auch schon in unserer Zeitung zu lesen – bis in Artikeln unserer Redaktion 2019 und 2022 stand, die Metzgerei Simon-Berns sei die älteste Metzgerei Duisburgs.

 

Das ist jedoch kein historisch belegter Fakt. Die Grundlagen der seinerzeit zudem von uns nicht näher geprüften Behauptung: Einerseits steht auf der Internetseite des Betriebs Simon-Berns „Seit 1870 ist die Privat-Metzgerei Simon-Berns in Familienbesitz“. Und andererseits thematisiert ein WAZ-/NRZ-Bericht aus dem Jahr 2013 die stolze Unterzeile des Hirtz-Familienwappens „seit 1888“ .

 

Eckhard Hirtz zufolge aber sind beide Angaben falsch. Er beruft sich auf alte Zeitungsanzeigen, in denen stehe, dass die Metzgerei Simon-Berns erst 1886 gegründet worden sei. „Ich will keinen Streit mit Kollegen, sondern nur die Wahrheit herausfinden“, versichert er.

 

Er geht fest davon aus, dass seine Metzgerei Hirtz schon vor 1880 bestand. Seine Begründung fußt auf mehreren Quellen.

 

Einerseits hat seine Großmutter im „Duisburger Bilderbogen 1900-1950“ ein Bild des Kollegiums der Franklinschule in Laar gefunden. In der Bildunterzeile steht, dass die Schule 1858 in einem Raum der Metzgerei Hirtz gegründet worden sei, bevor sie über ein eigenes Schulhaus verfügt habe. Das Original der Chronik wurde im Krieg zerstört. Zweitens könne durch die Kirchenbücher belegt werden, wann Gründer Johann Joseph Hirtz den Beruf des Metzgers erstmals ausgeübt habe. Bei der Geburt des vierten Kindes 1874 habe er „Winkler“ als Beruf angegeben. „Das heißt so viel wie Kleinhändler und bedeutet, dass er spätestens 1874 hauptberuflich als Metzger gearbeitet hat“, so Hirtz’ Schlussfolgerung. Gleichwohl habe Joseph Hirtz die Metzgerei sogar schon vor 1874 gegründet: „Wir wissen von meinen Großeltern, dass er während seiner Zeit als Fabrikarbeiter schon nebenberuflich als Fleischer gearbeitet und Fleisch aus dem Fenster des Hauses heraus verkauft hat“, sagt der heutige Inhaber. Er legt das Gründungsdatum auf „spätestens 1871“ fest.

 

Wenn Kunden die Metzgerei Hirtz betreten, fällt ihnen rechts neben der Eingangstür das Wappen der Familie ins Auge: Zwei gekreuzte Wetzstähle, ein springender Hirsch – darunter steht allerdings „seit 1888“, nicht „seit spätestens 1871“. Das Jahr 1888 sei jedoch nicht das tatsächliche Gründungsjahr der Metzgerei, erklärt Eckhard Hirtz: „Als meine Eltern die Metzgerei übernommen haben, hatten sie keine Zeit für eine aufwändige Familienrecherche.“

 

1888 sei die Frau des Gründers gestorben. Hirtz‘ Eltern hätten die Sterbeurkunde gesehen und dieses Jahr kurzerhand als Gründungsjahr festgelegt. Dennoch hätten sie gewusst, dass das Gründungsdatum deutlich vor 1888 liegt. „Und als ich die Metzgerei 2000 übernommen habe, wollte ich nicht die Wand aufstemmen, um die Zahl zu ändern“, so der Metzgermeister. Stattdessen hat er nun ein Blatt Papier mit der Aufschrift „seit 1858/71“ neben das Wappen gehängt.

 

Ein genaues Gründungsjahr kann die Familie Hirtz heute nicht mehr ermitteln. Nur dass es die älteste Metzgerei der Stadt sein muss, da sind sich Eckhard und Anja Hirtz sicher. Die Tatsache, dass Laar erst 1906 nach Duisburg eingemeindet wurde, ändere daran nichts: „Wir schauen ja auf das heutige Stadtgebiet.“

 

Der Inhaber führt aus: „Außerdem ist es auch die einzige Metzgerei, die so lange durchgehend im Besitz einer Familie ist und immer im gleichen Haus blieb.“

 

Von der Metzgerei Simon-Berns kommt auf Nachfrage der Redaktion zumindest kein Widerspruch. „Wir können nicht genau sagen, ob unsere Gründung 1870 oder in den 1880ern war“, sagt die Frau des Inhabers, Annett Simon. Ihr fehle die Zeit, der Gründungsgeschichte nachzugehen. Sie akzeptiere, dass die Metzgerei Hirtz die älteste der Stadt sei. Simon-Berns habe ohnehin nie mit dem Zusatz „älteste Metzgerei Duisburgs“ geworben.


30.09.2022 - WAZ Duisburg Mitte - ma

 

Bassinbrücke: Rund 7,5 Mio Euro für Sanierung aus Berlin

Seit 15 Jahren ist die Brücke in Ruhrort für den Autoverkehr gesperrt. Jetzt rückt die Instandsetzung des Denkmals in Sichtweite

 

Für die Sanierung der Ruhrorter Bassinbrücke stellt der Bund 7,475 Millionen Euro bereit. Diese Entscheidung fiel am Donnerstag in Berlin, wie Felix Banaszak, Duisburger Bundestagsabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied im Haushaltsausschuss, mitteilt.

 

Damit trägt der Bund 50 Prozent der Sanierungskosten, die insgesamt auf knapp 15 Millionen Euro geschätzt werden. Die Finanzierung erfolgt über das Förderprogramm „KulturInvest“, erläutert Banaszak. Ein entsprechender Antrag der Fraktionen von Grünen, SPD und FDP wurde im Ausschuss beschlossen. Die Stadt Duisburg hatte zuvor in Absprache mit den Duisburger Bundestagsabgeordneten der Koalition einen entsprechenden Förderantrag gestellt und ein Sanierungskonzept für die Brücke skizziert. Auch die SPD-Abgeordneten Bärbel Bas und Mahmut Özdemir begrüßen die Förderung: „Sie sendet ein starkes Zeichen in die industriekulturelle Rhein-Ruhr-Region.“

 

Aus dem neu geschaffenen Kulturinvestitionsprogramm „KulturInvest“ werden investive Maßnahmen (u.a. Modernisierung, Sanierung, Restaurierung, Um- oder Neubau) bei kulturellen Einrichtungen, Objekten und Kulturdenkmälern sowie Ausstellungen von gesamtstaatlicher Relevanz gefördert. „Ich freue mich, dass wir vom Bund aus die dringend notwendige Sanierung der Brücke unterstützen können. So kann sie endlich wieder in einen Zustand versetzt werden, der ihrer Bedeutung als Baukunstwerk gerecht wird“, so Felix Banaszak, zu dessen Wahlkreis Ruhrort gehört.

 

Die 77 Meter lange Bassinbrücke überspannt das Hafenbecken des ehemaligen Ruhrorter Eisenbahnhafens. Errichtet wurde die Zweigelenk-Bogenfachwerkbrücke mit eingehängter Fahrbahn, wie sie der Fachjargon bezeichnet, in den Jahren 1906/07 durch die Oberhausener Gutehoffnungshütte. Schon vor seinem 100. Geburtstag schwächelte das Bauwerk: Vor 25 Jahren wurden bei Untersuchungen „starke Korrosionsschäden mit Querschnittsschwächungen“ festgestellt.

 

Deshalb wurde zunächst die Überfahrt für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen begrenzt, seit 2007 ist die direkte Verbindung zwischen Dammstraße und Deichstraße für den Autoverkehr gesperrt. Nachdem Bauwerksprüfer bei der letzten Hauptprüfung fortgeschrittene Korrosion unter den Gehwegen feststellten, wurden diese Anfang des Jahres beidseitig gesperrt.

 

Fußgänger und Radfahrer können die Brücke zwischen Ruhrort und Laar aber weiterhin nutzen. Als Fotomotiv beliebt ist das Denkmal mit den weithin sichtbaren, blau gestrichenen „Deutschen Bogen“, wie die Stahlkonstruktion in Fachkreisen genannt wird, vor allem bei Radtouristen. Prominentes Vorbild der Bassinbrücke ist übrigens die Hohenzollernbrücke in Köln.


07.09.2022 - WAZ Nord

 

Awo bietet neuen Miniclub in Laar

 

In Eltern-Kind-Spielgruppen treffen sich bei der Awo Mütter und Väter mit ihren Kindern ab einem Jahr einmal wöchentlich für anderthalb Stunden. Im Miniclub in Laar (Ewaldistraße 11) probieren sie jeden Mittwoch von 9.45 bis 10.45 Uhr Spiel- und Bastelanregungen gemeinsam mit ihren Kindern aus. Gleichzeitig können die Kleinkinder erste Freunde finden, Konflikte austragen, sich gegenseitig beobachten und vor allem Freude miteinander haben. Im Verlauf jedes Kurshalbjahres finden zudem Elternabende bzw. Familiensamstage statt. Infos und Anmeldung unter 0203 3095-600 und auf www.familienbildung-duisburg.de.


07.09.2022 - WAZ Niederrhein - Sara Schurmann

 

Miss Marple vom Dellplatz ermittelt

Günter von Lonski widmet seinen Krimi „Beas Büdchen“ den Trinkhallen seiner alten Heimat

 

Günter von Lonski hätte gern gebacken, denn bei einem Stückchen Kuchen plaudert es sich einfach besser. Ärgerlich nur, dass der gebürtige Duisburger mittlerweile in Hannover wohnt… Aber selbst übers Telefon kommt er schnell in Kaffeeklatschstimmung, vor allem, wenn sich das Gespräch um „Beas Büdchen“ dreht. In seinem neuen Krimi geht’s um Mord, allerdings ganz ohne schauriges Blutvergießen, „solche Krimis gibt’s ja schon genug“, sagt er. „Ich will Bücher nicht wegen der Sensation, sondern für die Menschen schreiben.“ Deshalb hat er sich auch einen ganz besonderen Schauplatz ausgesucht, genau, Beas Büdchen eben, das es so zwar nicht am Dellplatz gibt, aber durchaus geben könnte. Und ein Büdchen, das wissen alle spätestens, seit NRW die Trinkhallen des Ruhrgebiets als immaterielles Kulturerbe aufgenommen hat , ist so viel mehr als ein Ort, an dem es Zigaretten, Süßigkeiten, Bier zu kaufen gibt.

 

Erster Kuss hinterm Büdchen

Wobei, Günter von Lonski dachte sich bei der Nachricht zunächst: „Dat soll Kultur sein?“ So steht es auch vorne in seinem Buch. Nur um dann schnell zur Antwort zu kommen: „Und dat, dat, dat is’.“ Denn ja, dat is’ Kultur, hat er bei genauerem Überlegen selbst festgestellt: „Nachbarschaftlich, kritisch, humorvoll, fantasiereich...“ All das sind Adjektive, die ihm direkt einfallen, wenn er an ein Büdchen denkt. Fantasiereich? Ja klar, sagt er. Wenn Bea, die Büdchenbesitzerin aus seinem Buch, beispielsweise aus dem Fenster guckt und dort gerade eine junge Frau Hand in Hand mit einem jungen Mann entlanggeht, dann fragt sie sich direkt, wer könnte das sein, stellt Vermutungen auf und bespricht das mit den anderen aus der Nachbarschaft. „Das ist wie ein Stein im Wasser, eine einzige Beobachtung zieht weite Kreise.“ Genau so läuft es doch eben in einem Büdchen ab, weiß er selbst nur allzu gut.

 

Seine Kindheit und Jugend hat Günter von Lonski in Duisburg verbracht, genauer gesagt in Laar, und dort am Rheindamm gab’s doch immer dieses eine Büdchen… Ach, Erinnerungen daran hat er viele! Als er eine Tüte mit Lakritzstangen kaufte, in der eine Losnummer steckte, mit der er einen Ball gewann. „Das fand ich großartig!“ Oder als er seine erste Zigarette hinterm Büdchen geraucht hat. „Die wurden damals einzeln verkauft, keine Ahnung, ob das überhaupt erlaubt war.“ Oder als er seine erste Freundin geküsst hat, ja, auch das hinterm Büdchen. Später dann wurde es etwas weniger aufregend, wenn plötzlich Besuch auf der Türmatte stand und alle Kekse schon längst aufgefuttert waren. „Dann ging’s schnell in die Latschen und runter, um noch eben was zu kaufen“, erzählt er. Der Klassiker. Doch es sind auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, die ein Büdchen und insbesondere „Beas Büdchen“ ausmachen.

 

Bea ist 62 Jahre alt, hat scharfe Augen und feine Ohren, und „kommt mit allen und jedem ins Gespräch“, erklärt der Autor. Die Idee zur „Miss Marple vom Dellplatz“ kam ihm übrigens zur gleichen Zeit wie die Idee zum Schauplatz. Wenn Trinkhallen nun schon immaterielles Kulturerbe sind, dann sollte ihnen auch ein literarisches Denkmal gesetzt werden. Und genau das hat er dann auch gemacht. Herausgekommen ist dabei eine „nachbarschaftliche, kritische, humorvolle, fantasiereiche“ Geschichte, in deren Mittelpunkt Büdchenbesitzerin Bea steht. Alles läuft so wie immer, als plötzlich in ihrem Büdchen ein Mann auftaucht – nackt, attraktiv und tot. Doch als die Polizei erscheint, ist die Leiche weg und damit auch das Interesse der Kripo. Also ermitteln Bea und ihre Freundin Meta in Eigenregie. Endlich können sie ganz ungeniert alle ausfragen und beobachten...

 

Ruhrpottcharme in Hannover

Der gewisse Ruhrpottcharme klingt dabei immer wieder durch und das, obwohl Günter von Lonski schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Duisburg, sondern nun in einem Dorf nahe Hannover wohnt. Jene Region, die bekannt dafür ist, dass die Menschen dort das beste Hochdeutsch sprechen. Wie kommt denn jemand, der dat jetz nich so von zuhause kennt, damit klar? „Die Leute reagieren ganz unterschiedlich“, erklärt er. Die einen bewundern die Fähigkeit der Rheinländer, alles leichter zu nehmen und fröhlich zu sein, die anderen verdrehen beim Dialekt auch schon mal die Augen. „Noch schwerer haben es aber die Schwaben und Sachsen“, sagt er und lacht. „Ich komme hier ganz prächtig mit den Leuten klar.“ Sonst würde er es wohl auch nicht schon so lange an diesem Fleckchen aushalten. Duisburg ist und bleibt aber seine „Herzensheimat“. Obwohl, das gibt er zu, „man sein Herz an manchen Ecken gut festhalten muss.“

 

Und deshalb hat er auch längst noch nicht genug von „Beas Büdchen“, einen Nachfolgeroman möchte er unbedingt schreiben. Ideen dazu schwirren ihm schon einige im Kopf herum. Aber da will er „jetz wirklich nix verraten, dat ist immer ein schlechtes Omen“…. „Seh’n Se, da rede ich schon wieder direkt so wie im Ruhrpott...“ Die Herzensheimat lässt ihn eben nicht los! Und wenn Miss Marple vom Dellplatz wieder ermittelt, dann erscheint das Buch hoffentlich auch pünktlich zum nächsten Tag der Trinkhallen . Denn bislang hat Günter von Lonski es dorthin noch nie geschafft, „leider“, es wird also Zeit.

 

Günter von Lonski: „Beas Büdchen“, erschienen im Gmeiner-Verlag, 278 Seiten, Taschenbuch 13 Euro, E-Book 9,99 Euro.


19.08.2022 - WAZ Nord

 

Thyssenkrupp setzt Versorgungsleitung instand

Bauarbeiten bis Mitte Oktober. Zwischen Beeck und Laar kann es werktags laut werden

 

Thyssenkrupp führt ab sofort Instandsetzungsarbeiten an einer Versorgungsleitung im Duisburger Norden zwischen Beeck und Laar durch. Das teilt der Stahlkonzern mit und geht davon aus, dass die Bauarbeiten bis Mitte Oktober 2022 dauern.

 

Betroffene Fußwege werden mit Schranken gesichert

Die Instandsetzung beinhaltet den Bauabschnitt im Emschertal auf Höhe der Bus- und Bahnhaltestelle „Stockumer Straße“ bis zum Lidl-Parkplatz an der Friedrich-Ebert-Straße und parallel dazu von der Bahntrasse bis zur Überquerung der Friedrich-Ebert-Straße südlich der Jet-Tankstelle. Thyssenkrupp Steel hat die Anwohner darüber bereits im Mai informiert.

 

Derzeit laufen außerdem noch vorbereitende Maßnahmen: Gerüste und Transportkräne werden aufgebaut. Betroffene Fußgängerwege im Emschertal seien seitdem mit Absperrschranken, sogenannten Verkehrsbarken, geleitet und gesichert worden.

 

Während der Instandsetzungsarbeiten kann es in der Umgebung zu Lärm kommen – darauf weist Thyssenkrupp hin. Zum Schutz der Betroffenen soll allerdings nur an Werktagen gearbeitet werden und dann maximal von 6 bis 22 Uhr. Während und gegen Ende der Sanierungsarbeiten wird es dann jedoch voraussichtlich auch sonntags zu De- und Montagearbeiten kommen.

 

Thyssenkrupp schaltet kurzfristig eine Dampfleitung ab

Eine Dampfleitung, die ebenfalls auf derselben Trasse verläuft, wurde kurzzeitig für zwei Tage vom 17. bis zum 18. August abgeschaltet. Dabei könne es zu lautem Zischen und zu großräumigen Dampfschwaden kommen, teilte der Stahlkonzern im Vorfeld der Arbeiten mit und ergänzte: „Eine Gefahr für die Anwohnerinnen und Anwohner besteht nicht.“ Die Demontagearbeiten auf der Rohrtrasse im Bereich der geöffneten Rohrleitung werden zur vorsorgenden Sicherheit der Mitarbeitenden mit Atemschutzgeräten durchgeführt. Für Personen unterhalb und neben der Rohrtrasse bestehe keine Auswirkung.

 

Anliegerinnen und Anlieger können sich bezüglich der Arbeiten per E-Mail an Thyssenkrupp Steel wenden: rohrleitungsinstandsetzung.steel@thyssenkrupp.com .

 

Für Rückfragen während der Bauarbeiten lautet die Handy-Nummer der Baustelle 0162 19 86 014; für Notfälle ist die Sicherheitszentrale der Thyssenkrupp-Werkfeuerwehr erreichbar unter der Rufnummer 0203 52-41212.


06.08.2022 - WAZ Nord - Sabine Merkelt-Rahm

 

Liebeserklärung an die Heimat

Neues Buch "Laar am Rhein" mit Chronik, vielen Fotos und Anekdoten. Gedichte in Mundart

 

Wie ein große Tüte gemischter Bonbons von einer der vielen Trinkhallen, die es früher im Stadtteil gab, ist der neue Sammelband „Laar am Rhein – Geschichte und Geschichten“.

 

Für jeden Geschmack ist etwas zu finden. Zusammengestellt wurde das dicke Buch im Auftrag der

Laarer Bürgervereinigung von Heinz Pischke, der sich seit vielen Jahren in verschiedenen Positionen

in Duisburgs ältestem Bürgerverein engagiert.

 

Das Buch versteht sich durchaus als Liebeserklärung an Pischkes Heimat, die industriell geprägt ist,

aber auch noch einige Spuren des alten Bauern- und Fischerdorfes von der Zeit vor 1850 trägt.

 

Der akribische Sammler alter Fotos und Postkarten sah zu Beginn der Pandemie das gewohnte Vereinsleben im Lockdown verschwinden. Er nahm sich vor, nun wenigstens die Idee zu einem neuen Buch umzusetzen, die ihm vor fünf Jahren zum 150-jährigen Jubiläum des ehemaligen Laarer St.-Joseph-Krankenhauses gekommen war.

 

Zwar war durch Corona auch der Zugang zu Archiven erschwert, aber Pischke ließ sich nicht entmutigen. Neben den vielen Fakten aus der Industrie- und Ortsgeschichte trieb er spannende, persönliche Geschichten von ehemaligen Laarern auf, deren Familienerinnerungen bis in die Zeit zwischen den Weltkriegen zurückreichen.

 

Kurze Zeitungsartikel aus den Jahren um 1881 haben noch ältere Ereignisse für die Leser seines neuen Buches bewahrt. Auch schon vor gut 140 Jahren dominierten die Themen Umwelt, Verkehr und Gesundheit.

 

Größte Wunde der Lokalpatrioten

Da zünden mutmaßlich Laarer Lausbuben am 18. März 1882 Dynamitpatronen am Rhein und verursachen eine große Menge kleiner toter Fische auf dem Wasser. Ein Frevel, der nicht hart genug geahndet werden könne, wie die Zeitung schrieb. Jedoch entkamen die Täter, wie so oft, unerkannt.

 

Das Kind eines Laarer Wirtes wurde von einem „dahinrasenden Milchfuhrwerk mit unerfahrenem

Fuhrmann umgerannt“ und verletzt. Gegen diese einseitige Darstellung gab es Protest, es folgte eine

geharnischte Richtigstellung aus Sicht des Fuhrmanns.

 

Die königliche Regierung zu Düsseldorf ließ bekannt machen, dass es zur Bekämpfung der Blattern-Erkrankung öffentliche, unentgeltliche Revaccinations-Termine geben werde und empfahl dringend die

Teilnahme. Ob sie mit Impfgegnern zu kämpfen hatte, ist nicht vermerkt.

 

Heinz Pischke erinnert in Wort und Bild an Anlegestellen, Erzlager, bekannte Ausflugslokale im  Deichvorland und an die vielen anderen Kneipen und Trinkhallen in Laar, von denen heute nur noch ein Bruchteil existiert.

 

Er berichtet über Eingemeindungen und wechselnde Bezirksgrenzen. Und er legt den Finger in die

größte Wunde der Laarer Lokalpatrioten, für die der prächtige Doppelbau neben dem Kraftwerk immer

noch die Laarer Badeanstalt ist und nicht etwa das Ruhrorter Binnenschifffahrtsmuseum.

 

„Ich verdanke dem Laarer Heimatfreund Günter Maczik viel Material für das Buch“, sagt Heinz

Pischke, „und es haben sich auch ganz viele andere Mitbewohner und Ehemalige bis nach Rietberg und Berlin beteiligt, mir Geschichten erzählt, mich in ihre Texte schauen lassen, alte Papiere und Fotos rausgesucht und meine Kenntnisse aufgefrischt.“

 

Ein besonderes Bonbon hat sich Heinz Pischke für den Schluss aufgehoben: Geschichten und Gedichte auf Laarer Platt, wie es von den Großeltern gesprochen wurde. Dieser Zungenschlag ist heute nicht mehr zu hören, wird aber aus den alten Aufzeichnungen von Paul Mismahl und Wilfried Elsen lebendig. Am besten liest man sich die lautschriftlich abgefassten Histörchen gegenseitig vor, um „dat Loorsche Platt“ zum Klingen zu bringen.

 

Exklusiver Verkauf durch die Bürgervereinigung

Die erste Auflage von „Laar am Rhein“ ist schon vergriffen. 150 Exemplare stark war die erste

Auflage der Laarer Geschichte und Geschichten. Sie ist inzwischen komplett verkauft.

 

Die zweite folgt aber sogleich. Zu beziehen ist das Buch exklusiv über die Bürgervereinigung Laar (buergervereinigung-laar@web.de) und ihren Webmaster und Archivar Heinz Pischke (info@laar-am-rhein.de). Es kostet 9 Euro pro Exemplar.

 

Anmerkung der Bürgervereinigung Laar:

Das Buch kann beim neuen Vorsitzenden der Bürgervereinigung Laar, Henk Hufer, Turmstraße 11, für 9 Euro erworben werden.


30.07.2022 - WAZ Nord - Reiner Terhorst

 

Die Mordlust wächst am schönen Laarer Rheindeich
Im neuen Duisburg-Krimi schmiedet ein Serienmörder seine Pläne am Rhein. Dieter Ebels mischt im Roman „Der Brunnenmörder“ Fiktion mit dem realen Duisburg

 

 

„Duisburg hat viele schöne Seiten, und ich fühle mich hier heimisch und wohl“, sagt Dieter Ebels. Doch in seiner Heimat packt den Autor aus Neumühl regelmäßig die Mordlust. Diese lebt er in seinen Kriminalromanen aus und nimmt dabei die mörderischen Seiten der Stadt unter die Ermittler-Lupe. Jetzt ist sein sechster Duisburg-Krimi erschienen. Titel: Der Brunnenmörder. Wieder kombiniert Ebels fiktive Ereignisse mit dem wahren Duisburg.

 

Der Mörder im neusten Roman bekommt die Einfälle zu seinen tödlichen Machenschaften stets auf seiner Lieblingsbank am Rheindeich in Laar. Wenn er Vater Rhein in seinem Bett betrachtet, macht es Klick in seinem Schädel und seine Mordideen werden zur Tat.

 

Ebels’ Kommissarin Silvia Muisfeld und ihren beiden Kollegen Sven Söhlbach und Tibo Nowack bescheren die Einfalle am schönen Laarer Rheindeich einen besonders tückischen Fall. Die Mordopfer, allesamt Frauen mit rotbraunen Haaren, werden liegend auf historischen Brunnen in ganz Duisburg gefunden.

 

Hochspannung und viel Lokalkolorit

Bei jeder getöteten Frau hinterlässt der Täter einen Rosenstrauß als Erkennungszeichen, aber sonst keinerlei Spuren, die auf ihn hindeuten. Niemand ahnt, dass der Mörder plant, Silvia Muisfeld zu seinem nächsten Opfer zu machen. Denn sie hat ebenfalls rotbraune Haare. Als er die Kommissarin schließlich mit Mordabsicht entführt, bricht bei ihren Kollegen Panik aus. Es ist ein Krimi mit viel Gefühl, Liebe und Hochspannung pur bis zum Ende. Und mit viel Lokalkolorit.

 

Nicht zuletzt, weil Dieter Ebels bei seinen Büchern immer ganz bewusst einen Bezug zu seinem Umfeld nutzt. Das kommt bei den Leserinnen und Lesern an. So wurde der Neumühler im Jahr 2019 von der Internetplattform „Literaturwelt Deutschland“ zum Autor des Jahres gekürt – und ist damit direkter Nachfolger von Bestseller-Lieferant Sebastian Fitzek .

 

Natürlich behält Ebels diese Erfolgsformel auch in seinem neusten Duisburg-Krimi bei. „Als ich mir den Kopf über ein passendes Cover-Foto zerbrach, habe ich eine Nachbarin gefragt, ob sie sich zur Verfügung stellt. Sie hat sofort zugestimmt“, erzählt der Autor. Schließlich hat sie die Haarfarbe, auf die es dem Mörder ankommt. Also fuhr Ebels mit ihr zum Brunnen am Duisburger Rathaus. Sie legte sich auf den Brunnen und das Titelfoto war im Kasten.

 

Das Vorwort zum Roman „Der Brunnenmörder“ hat ebenfalls ein Duisburger geschrieben, Marcus Jungbauer. „Duisburg ist echt und Ebels pur“, lobt der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Hamborn. Bei ihm habe das Lesen des Krimis mehr als einmal für Gänsehauteffekte gesorgt.

 

Das Schlusswort im neuen Buch hat jedoch die fiktive Kommissarin mit Blick auf ihre Kollegen: „Danke, dass es Euch gibt, Jungs, Ihr seid das Beste, was mir je passiert ist.“ Und passiert ist in dem spannenden sechsten Duisburg-Krimi von der ersten bis zur letzten Zeile mörderisch viel.

 

Dieter Ebels, Der Brunnenmörder – Duisburg-Krimi, Taschenbuch, Verlag BoD – Books on Demand, 296 Seiten, ISBN: 978-3754385623; 14,99 Euro.

 

HINTERGRUND:
Dieter Ebels aus Duisburg-Neumühl hat schon 31 Bücher veröffentlicht, darunter sechs Duisburg-Krimis um die Kommissarin Silvia Muisfeld. Der neuste Kriminalroman heißt „Der Brunnenmörder“. Das Buch verspricht Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Neben Brunnenwasser fließt auch Blut.


21.07.2022 - WAZ Nord - Oliver Kühn

 

Im kleinen Laar herrscht Aufbruchsstimmung

Die Bürgervereinigung hat einen neuen Vorstand gewählt. Er hat sich für den Stadtteil viel vorgenommen

 

Im kleinen Stadtteil Laar ist die Bürgervereinigung für die Einwohner eine wichtige Ansprechpartnerin 

und eine Funkenschlägerin für Aktionen und neue Ideen. Nach der jüngsten Jahreshauptversammlung hat jetzt ein komplett neuer Vorstand die Leitung übernommen und sich für die zweijährige Amtszeit viel vorgenommen.

 

„Nach der Corona-Zeit wollen wir erstmal die Leute wieder zusammenbringen“, sagt der Vorsitzende Henk Hufer und will besonders das Miteinander wieder stärken. Vieles sei zuletzt im Stadtteil eingeschlafen. Doch die Bürgervereinigung ist fest entschlossen, Laar aus seinem pandemiebedingten Dornröschenschlaf zu wecken, und sie bemerke „eine große Aufbruchsstimmung“. Für die Neugewählten stehen zunächst viele Gespräche an, vor allem mit den Menschen in Laar. Aber auch mit den örtlichen Vereinen und Parteien.

 

Nicht zuletzt dafür richtet neuerdings die Bürgervereinigung den Runden Tisch Laar aus, der zuletzt 

eigenständig organisiert war. „Wir haben schon viel positives Feedback bekommen, die Leute wollen 

gerne was machen und freuen sich auf uns“, so Henk Hufer, der zunächst das örtliche Netzwerk vergrößern und so das gesellschaftliche Leben wieder anstoßen will. „Wir müssen aber unbedingt die Jugend ansprechen“, weiß die Geschäftsführerin Barbara Vollmer. Für sie ist gerade  Nachwuchswerbung ein Garant für den Fortbestand der BV Laar. Denn sie ist selbst Rentnerin und die meisten der 180 Mitglieder sind im Seniorenalter.

 

Aktionen und Projekte geplant

Doch nicht mit Versammlungen lassen sich die Menschen, ob jung oder alt, zur Mitarbeit gewinnen, ist der Vorstand überzeugt. Sondern durch Projekte und Aktionen – und die ersten sollen möglichst schon nach den Sommerferien angestoßen werden. Die Möglichkeiten sind zahlreich: vielleicht eine Autorenlesung, ein Multimedia-Kunstprojekt, ein offenes Beachvolleyballturnier oder ein Drucker-Workshop an der Druckerpresse im Vereinsheim und -archiv.

 

Aufleben sollen auch liebgewonnene Traditionen wie der Adventsmarkt oder der lebendige Adventskalender. Hinzukommen soll auch ein regelmäßiger Seniorennachmittag. Das große Fernziel ist jedoch ein Stadtteilfest mit Vereinen, den Kirchengemeinden und Organisationen.

 

Blick auch auf Probleme richten

„Laar hat sich grundsätzlich immer unter Wert verkauft“, betont Hufer und daher wolle die BV Laar sich zunächst auf „das Schöne in unserem Dorf“ konzentrieren und neue Angebote schaffen oder zumindest anstoßen. Auch Schatzmeister Christoph Obst findet, dass der Vorstand den dörflichen Charakter und deren „Qualitäten deutlich herausheben“ müsse. So sei der Deich sehr schön und von Spaziergängern wie Fahrradfahrern gleichermaßen geschätzt.

 

 

Doch es gibt auch Unschönes in Laar, dem sich die Bürgervereinigung als Sprachrohr zur  Stadtverwaltung und zu Geschäftsleuten annehmen möchte: Die Friedrich-Ebert-Straße ist längst keine funktionierende Einkaufsstraße mehr; es gibt dort kaum noch Geschäfte, kein ordentliches Restaurant, kein Café, keine Eisdiele und keinen richtigen Treff für Jugendliche.

 

„Die Parkplatzsituation in Laar ist ganz, ganz dramatisch“, benennt Christoph Obst ein weiteres Problem. Der neugestaltete Marktplatz, den ein millionenschweres Förderprogramm 

ermöglicht hat, bietet zwar auch Stellplätze, „doch er hat nicht die Kapazitäten, die es bräuchte“. Als Alternative zum Auto sei der ÖPNV ebenfalls zu schlecht ausgebaut – nicht zuletzt wegen der jahrelangen Ersatzbusse.

 

Dennoch habe Christoph Obst immer „einen Herzfühler“, wenn er an Laar denkt. Daher ist er ebenso 

zuversichtlich wie Henk Hufer und Barbara Vollmer, dass sie in Zukunft für den Stadtteil noch viel bewegen können – auch, weil viele Einwohner mit anpacken wollen, um ihre Heimat noch lebenswerter zu machen.

 

Neugewählter Vorstand samt Beirat

 

Neben dem Vorsitzenden Henk Hufer, der Geschäftsführerin und stellvertretenden Vorsitzenden

Barbara Vollmer und dem Schatzmeister Christoph Obst haben die Mitglieder auch den Beirat für zwei Jahre neu gewählt. Sie beriefen Ilyas Ertugrul, Heinz Pischke, Hermine Schmidt, Sigrid Knop und Rudi

Gande. Als Kassenprüfer wurden Gunnar Elsen und Udo van Barneveld bestellt.

 

Geplant ist für die neue Amtszeit außerdem, aus der jetzigen Bürgervereinigung Laar einen echten,

ins Vereinsregister eingetragenen Bürgerverein zu machen.


28.06.2022 - WAZ Nord

 

Sanierung von Bolzplatz abeschlossen

Anlage in Laar komplett erneuert

 

Nach aufwendiger Sanierung steht der Bolzplatz an der Apostelstraße Kindern wieder zum Fußballspielen zur Verfügung. Im Rahmen der Spielfelderneuerung wurde das gesamte Spielfeld überarbeitet und erhielt eine neue Deckschicht, berichten die zuständigen Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD).

 

Der ehemalige Zugang zum Bolzplatz, der über das Grundstück der Feuerwehr führte, wurde zurückgebaut und auf die andere Seite verlegt, sodass die Anlage jetzt über die Grünanlage erreicht werden kann. Des Weiteren wurde ein neuer und teilweise höherer Ballfangzaun aufgestellt sowie die alten, einfachen Torrahmen durch neue Gittertore ersetzt.

 

Stadtentwicklungskonzept

Wer sich nach dem Kicken ausruhen möchte, findet einen neu gestalteten Sitzbereich. Und zum Abstellen von Fahrrädern gibt es nun einen Stellplatz mit Anlehnbügeln. Bei der Bepflanzung haben die Wirtschaftsbetriebe überwiegend Hecken und Bodendecker verwendet.

 

Die gesamte Maßnahme wurde aus Bundes- und Landesmitteln im Rahmen der Städtebauförderung finanziert und im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) Laar umgesetzt.


23.06.2022 - Presseinformation der Bürgervereinigung Duisburg-Laar

 

Neuer Vorstand - Jahreshauptversammlung der Bürgervereinigung Laar

 

Die Jahreshauptversammlung der Bürgervereinigung Laar fand vor ca. 35 Mitgliedern und Gästen im Ewaldi-Haus statt. Der Vorsitzende des Bürgervereins Kaßlerfeld & Neuenkamp, Sascha Westerhoven, begrüßte in Vertretung der aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Vorsitzenden, Petra Hülswitt, als Versammlungsleiter die Anwesenden. Nach dem Bericht des Vorstandes, dem Kassenbericht und dem Bericht der Kassenprüfer erfolgte einstimmig die Entlastung des Vorstandes.

 

Bei den Neuwahlen zum Vorstand stellte sich der bisherige Vorstand nicht mehr zur Wiederwahl. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Henk Hufer (rechts) gewählt, der sodann die Versammlungsleitung übernahm. Geschäftsführerin wurde Barbara Vollmer (Mitte), die auch zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, neuer Schatzmeister wurde Christoph Obst (links). In den Beirat wurden Ilyas Ertugrul, Heinz Pischke, Hermine Schmidt, Sigrid Knop und Rudi Gande berufen. Als Kassenprüfer wurden Gunnar Elsen und Udo van Barneveld bestellt.

 

Herr Hufer betonte, dass der neue Vorstand bisherige Veranstaltungen weiterführen und neue Ideen entwickeln will. In diesem Jahr soll nach Möglichkeit der Seniorennachmittag, der Adventmarkt und der Lebendige Adventskalender durchgeführt werden. Auch der Runde Tisch Laar soll als Veranstaltung der Bürgervereinigung Laar weitergeführt werden.

 

Zum Schluss stellte Heinz Pischke das neue Buch der Bürgervereinigung „LAAR AM RHEIN – Geschichte und Geschichten“ vor, das auf 320 Seiten mehr als 200 Fotos und Abbildungen erhält und für 9 Euro beim Vorsitzenden Henk Hufer, Turmstraße 11, erworben werden kann.


15.06.2022 - WAZ - Red

 

Wohnungsbrand in Duisburg: Feuerwehr rettet zwei Personen

 

40 Einsatzkräfte sind am frühen Dienstagmorgen zu einem Wohnungsbrand in Duisburg-Laar ausgerückt. Sie retteten zwei Personen aus dem Gebäude.

 

Ein Wohnungsbrand auf der Jahnstraße in Duisburg-Laar hat am frühen Dienstagmorgen 40 Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Bei dem Feuer in einem Mehrfamilienhaus rettete die Feuerwehr nach eigenen Angaben zwei Bewohner aus dem Gebäude, der Einsatz konnte nach gut anderthalb Stunden beendet werden.

 

Gegen 2.55 Uhr alarmierten mehrere Anrufer laut Meldung die Feuerwehr über den Brand in der Jahnstraße, Feuer und Rauch drangen aus einer Wohnung im zweiten Obergeschoss des dreigeschossigen Mehrfamilienhauses.

 

Wohnungsbrand in Duisburg: Feuerwehr rettet weitere Bewohner

Während fünf Personen das Gebäude bereits verlassen konnten, hätten sich noch mehrere Bewohner in ihren Wohnungen befunden, wie die Feuerwehr mitteilte. Drei Trupps machten sich deshalb auf den Weg ins Gebäude und retteten zwei weitere Menschen, das Küchenfeuer brachten die Einsatzkräfte schnell unter Kontrolle.

 

 

Gegen 4.15 Uhr sei der Einsatz laut Mitteilung beendet gewesen, die Polizei ermittelt jetzt zu den Ursachen des Brandes.


04.06.2022 - WAZ - Sabine Merkelt-Rahm

 

Barrierefreie Wohnungen und Tagespflege

Am „Friesenhof“ bündelt die Awo gleich mehrere soziale Dienstleistungen an einem Ort

 

Nach langer Planungsphase ist jetzt der Rohbau neben dem Laarer Wohndorf fertig. Dort sollen später alte und ganz junge Menschen unter einem Dach betreut werden. Am Mittwoch fand das Richtfest statt.

 

Mit allen Akteuren, von den Bauarbeitern und der Awo-Geschäftsführung bis zu den Namenspaten des neuen „Friesenhofes“, wurde feierlich das Richtfest begangen, mit Bänderkrone, Hammerschlägen am Nagelbalken, Richtspruch und Schnapsglaswurf. Bauleiter Daniel Chehouri bittet gereimt um Glück und Segen für das Haus. Der Geschäftsführer der Awo-eigenen Bauabteilung Hartmut Ploum treibt mit drei wuchtigen Schlägen einen Nagel ins Holz, und Manfred Dietrich, der Vorsitzende des Kreisverbandes, übernimmt die Grundsteinlegung.

 

Freie Etagengestaltung

Dazu gibt es irritierte Fragen aus der Gästeschar: „Erst das Richtfest und dann der Grundstein, wie geht das denn?“ „Keine Sorge, wir haben das Haus nicht von oben nach unten gebaut, der Grundstein musste nur warten, bis die Coronaregeln das Fest wieder zuließen“, antwortet Ploum. Er befüllt die kupferne Zeitkapsel mit Geldmünzen, der Liste der Beteiligten, dem Hausprospekt und einem tagesaktuellen Exemplar dieser Zeitung. Manfred Dietrich mauert sie ein, der besondere Grundstein wird im Eingangsbereich des Friesenhofs sichtbar bleiben.

 

Noch gibt es keine Zwischenwände, die den Bau an der namensgebenden Friesenstraße, auf dem ehemaligen Kindergartengelände, später in 19 barrierefreie Wohnungen, zwei Demenz-WGs, eine Tagespflegeeinrichtung für 20 Personen, eine Kindertagespflege für neun U3-Kinder und neue Räume für den Awo-Pflegedienst Nord unterteilen werden. Hartmut Ploum betont beim Rundgang die freie Gestaltung der Etagen. „Hier sitzt keine Wand genau auf der im Geschoss darunter, dafür haben wir aber viel Eisen in den Decken.“ Ein bisschen ärgere er sich noch über die gestiegenen Metallpreise.

 

Spezielles Lichtkonzept für Demenzkranke

Bewirtschaftet wird der Bau später gemeinsam mit dem Wohndorf. Die Mieter der 48 Quadratmeter großen Wohnungen werden denselben Wohnservice nutzen können, wie die Bewohner im Wohndorf. „Aber die Erstvermietung machen wir“, sagt Ploum und zeigt im Erdgeschoss den Gebäudeteil für die gemeinsame Betreuung von neun Kleinkindern durch drei Tagesmütter mit Ruheraum, Küche, Spielzimmer und Außengelände.

 

Hausbewohner, Tagespflegegäste und Kleinkinder werden denselben Eingang nutzen und sich hoffentlich untereinander kennenlernen und gemeinsame Sachen machen. In den Demenz-WGs wird es über ein eigenes Heizsystem Heizkörper geben, keine Fußbodenheizung, wie im Rest des Hauses. Die Körper lassen sich schneller regeln und den Bedürfnissen der mental eingeschränkten Bewohner anpassen. Geheizt wird mit Erdwärme aus zwölf Bohrungen von zehn Metern Tiefe unter der Tiefgarage.

 

Die Innenarchitektin Katharina Höfer stattet den Demenzbereich aus. „Baupsychologisch ist Licht ganz wichtig als Orientierungshilfe für die demenziell veränderten Bewohner, sie gehen automatisch ins Helle, das muss man beim Beleuchtungskonzept beachten. Und lange übersichtliche Flure funktionieren besser als viele Ecken und Richtungswechsel“, erklärt sie.


20.05.2022 - WAZ

 

"Bläck Fööss" zu Gast beim Laarer Schützenfest

Der Traditionsverein feiert vom 27. bis zum 29. Mai. Zwei Festzüge und zwei Party-Abende stehen an

 

Nach zweijähriger Unterbrechung wollen die Laarer Schützen in diesem Jahr wieder die Reihe der Schützen- und Volksfeste in Duisburg eröffnen. Auch dieses Mal steht das Festzelt vor der malerischen Kulisse des Binnenschifffahrtsmuseums an der Apostelstraße.

 

Der Traditionsverein begeht das Fest vom 27. bis 29. Mai. Schon im Vorfeld werden die Laarer Straßen mit Wimpelketten und Fahnen dekoriert. Auch die Königsresidenz auf der Zwinglistraße erhält Ihre Dekoration.

 

Die Feierlichkeiten beginnen am Freitagabend um 17 Uhr mit dem Besuch der Heiligen Messe in der Kirche St. Ewaldi. Danach setzt sich der Festzug in Richtung Wohndorf Laar in Bewegung. Gegen 18 Uhr wird dort den Bewohnern ein musikalischer Gruß des Tambourcorps Ratingen und der „Kirchhellener Blasmusik“ überbracht.

 

Danach holen die Schützen das amtierende Schützenkönigspaar Jürgen Eikers und Doris Kruger-Uldrich, den Prinzen Jenny Neiß und den Bambiniprinzen Sofia Nold ab. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr der 1. Laarer Schlagerabend.

 

Der Samstag steht im Zeichen der Schießwettbewerbe, bevor abends das zweite Highlight dieses Schützenfestes ansteht, der „Laarer Abend“: Dieser Abend hat das Motto „Typisch Kölsch Reloaded“ . Die Kölner Kultband „Bläck Fööss“ tritt auf, ebenso die Kölsch-Rock-Gruppe „Veedelfor12“.

 

Am Sonntag beginnt um 17 Uhr der Festzug, an dem neben dem Tambourcorps Ratingen und der Kirchhellener Blasmusik das Bundesfanfarencorps Düsseldorf-Hamm und das Tambourcorps Rheinklänge Oberhausen teilnehmen soll. Der Zapfenstreich findet in den Cordian-Wohngemeinschaften an der Austraße und die Königs- sowie Showparade vor der evangelischen Kirche an der Kanzlerstraße statt. Gegen 20.30 Uhr ist die Inthronisation des neuen Königspaares und des Prinzen vorgesehen. Den Ausklang des Schützenfestes bildet danach der Krönungsball mit Gratulationscour. Alle Bewohner des Stadtteils sind zu den Veranstaltungen eingeladen.

 

Eintrittskarten für die Partys am Freitag- und Samstagabend gibt es in der Vorverkaufsstelle Lotto-Toto Skelnik, Florastraße 14, per E-Mail an Laarerschuetzen2022@web.de oder telefonisch unter 0173 9105450. Die Restkontingente sollen dann jeweils an der Abendkasse erhältlich sein.


02.03.2022 - WAZ - Julian Kaiser

 

Während andere gafften: Junger Duisburg hilft nach Unfall

Nach einem Unfall in Duisburg-Laar hat der 14-jährige Joel Erste Hilfe geleistet. Andere Passanten gafften und zückten ihre Handys.

 

Als er die Frau am Boden liegen sah, wusste der 14 Jahre alte Joel Benninghoff sofort, was er zu tun hatte. Am Abend des 15. Februar hatte ein Autofahrer (38) beim Überholen eines Linienbusses an der Bushaltestelle „Laar Kirche“ auf der Friedrich-Ebert-Straße eine 24-Jährige Passantin angefahren. Der Duisburger Schüler leistete Erste Hilfe und wartete auf die Rettungskräfte. Die verletzte 24-Jährige war nicht in Lebensgefahr und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus.

 

Eigentlich befand sich Joel Benninghoff auf dem Rückweg von einem Arzttermin, als sein Bus an der „Laarer Straße“ Halt machte. Dann ging alles ganz schnell. „Da vorne an der Markierung hat der Wagen die Frau angefahren“, erinnert sich der Schüler der Theodor-König Gesamtschule, den Finger auf die Unfallstelle gerichtet. „Ich war zunächst erschrocken, aber ich weiß, wie man damit umgehen muss.“

 

14 Jahre alter Schüler aus Duisburg beobachtet Verkehrsunfall – und leistet Erste Hilfe

Während eine Passantin den Rettungsdienst ruft und sich ein anderer Helfer um genügend Platz um den Unfallort kümmert, deckt Joel Benninghoff das Unfallopfer mit einer Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten des Autos zu. „Ich habe die Frau wachgehalten, bis die Sanitäter kamen“, erklärt der junge Retter. „Sie stand unter Schock und war bewusstlos.“ Bewegen durfte er das Opfer nicht, schließlich hätte die Frau „Rücken-, oder Kopfverletzungen haben können“, weiß Joel Benninghoff.

 

Der 14-Jährige handelte schnell und entschlossen, ohne dabei in Panik zu geraten – genau das richtige Verhalten in so einer Ausnahmesituation.

 

Das kommt nicht von ungefähr, schließlich ist Joel Benninghoff Mitglied der Jugendfeuerwehr und Ersthelfer in der Schule. „Erste Hilfe zu leisten ist eigentlich kinderleicht“, sagt er stolz. Zwar habe er eine solche Situation bisher noch nicht simuliert, trotzdem sei seine professionelle Reaktion auch das Ergebnis von Brandübungen bei der Jugendfeuerwehr.

 

Keine Hilfe: Duisburger Passanten gaffen und filmen den Rettungseinsatz

Nicht alle Anwesenden hätten sich korrekt verhalten, erinnert sich der Schüler: „Manche Leute haben ihre Handys herausgeholt und gefilmt, die standen direkt hinter der Haltestelle.“ Über solch ein Verhalten kann der 14-Jährige nur den Kopf schütteln.

 

Für die Zeit nach seiner Schullaufbahn hat Joel Benninghoff schon eine Idee: „Ich kann mir gut vorstellen, in Homberg bei der Feuer- und Rettungswache 5 zu arbeiten.“ Dort dürfen sich die Feuerwehrleute also auf einen engagierten Nachwuchsretter freuen.

 

>> GAFFEN STATT HELFEN KANN TEUER WERDEN

- Bei einem Unfall sind Zeugen zur Ersten Hilfe verpflichtet. Gaffen kann zu einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro führen, bei unterlassener Hilfeleistung droht sogar eine Gefängnisstrafe.

- Das Fotografieren eines Unfallopfers ist eine Straftat, die mit einem Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren geahndet werden kann. Weitere Informationen gibt es unter bussgeldkatalog.de/gaffer/


01.03.2022 - WAZ

 

Kölsche Kultband tritt beim Schützenfest auf

 

Mit einem besonderen Highlight will die St. Ewaldi-Schützengesellschaft aus Laar, Beeck und Beeckerwerth den Neustart ihres Festes vom 27. bis 29. Mai begehen: Die kölsche Kultband "Bläck Fööss" wurde für einen Auftritt im Laarer Festzelt engagiert, zudem die ebenfalls aus Köln kommende Band "Veedel vor 12".

 

Derweil hat die Schützengesellschaft eine neue Vorstandsvorsitzende: Nach der Jahreshauptversammlung folgt Anja Vossen auf den bisherigen Vorsitzenden Heinrich Uldrich.

 

Karten für den Festabend "Typisch Kölsch" am 28. Mai vor dem Binnenschifffahrtsmuseum gibt es unter 0173 9105450 oder unter laarerschuetzen2022@web.de. Ein Stehplatz kostet 24,90 Euro, ein Sitzplatz 29,90 Euro.


12.01.2022 - WAZ - Oliver Kühn

 

Unternehmer will Kirche umbauen

Wohnungen, Feten, Konzerte – in dem aufgegebenen Gotteshaus in Laar will Thomas Ophardt seine Vision vommodernen Treffpunkt verwirklichen. Erste Mieter sollen noch in diesem Jahr einziehen.

 

Der Unternehmer Thomas Ophardt hat eine genaue Vorstellung davon, wie eine moderne Kirche sein muss. Menschen in der Nachbarschaft sollen sie wieder gerne mit Leben füllen und zum Treffpunkt ihres Viertels machen. Umsetzen will Ophardt seine Vision in Laar, wo er das ehemalige Kirchengebäude an der Apostelstraße samt Grundstück gekauft hat. Damit das Gotteshaus auch der Nachwelt bleibt, hat er sich bei der Stadt Duisburg für dessen Denkmalschutz erfolgreich stark gemacht – auch wenn er dadurch jetzt vielleicht seine Pläne ändern muss.

 

„Mein oberstes Ziel ist es, die Kirche für die Allgemeinheit zu erhalten“, sagt Ophardt. Das neue Baudenkmal soll weiterhin als Kirche genutzt werden, doch auch Wohnungen und Einzimmerapartments beherbergen, eine Tribüne und eine Bühne sowie ein Konferenzzimmer bekommen. Durch den Denkmalschutz, erst im Herbst von der Bezirksvertretung beschlossen, soll frischer Wind in das Projekt kommen.

 

Bebauungsplan torpediert Pläne

Dabei weiß er noch nicht, zu welchen Maßnahmen ihn die Untere Denkmalschutzbehörde beim Umbau verpflichtet. „Wenn ich auf die Wohnungen verzichten muss, dann ist so. Das ist mein Risiko“, gibt sich Ophardt gelassen und verspricht, dass die Kirche in jedem Fall ein moderner Treffpunkt wird.

 

Seitdem der 57-Jährige aus Issum, der selbst evangelisch ist, im Januar 2019 als neuer Besitzer die Schlüssel von der Evangelischen Gemeinde Ruhrort-Beeck entgegennahm, ist an der Apostelstraße kaum etwas passiert – nicht zuletzt wegen Corona und dem Denkmalschutzverfahren. Die Heizanlage ist erneuert, und es gibt nun Telefon und Internet. Dennoch sollen möglichst noch in diesem Jahr die ersten Mieter einziehen und die Menschen im Stadtteil eine Weihnachtsfeier abhalten. „Hier muss wieder Leben rein.“

 

Die Anzahl der Wohneinheiten steht jedoch noch nicht fest. Der ursprüngliche Entwurf vom beauftragten Architekten Jörg Hetkamp sah eine Wohnung mit 110 und eine kleinere mit 75 Quadratmeter im Bereich des Altarraums auf drei Etagen vor, im Souterrain, Erdgeschoss und Obergeschoss. Im Seitenschiff sollten zudem sieben möblierte Einzimmerapartments entstehen. Mittlerweile soll es noch zwei, drei weitere Apartments im Dachgeschoss geben, da sich herausstellte, dass die Decke nicht, wie zunächst vermutet, abgehängt ist. Statt dessen habe sie, so Ophardt, eine robuste Stahlkonstruktion.

 

Eine Pension und ein Restaurant, mit denen der Eigentümer zunächst liebäugelte, wird das Kirchgebäude jedoch künftig nicht bieten, der Bebauungsplan untersagt eine solche gewerbliche Nutzung. Davon lässt sich Thomas Ophardt nicht entmutigen, sieht sich vielmehr kreativ herausgefordert und hat bereits Lösungen parat: Single-Apartments für Kurzzeitmiete und ein Kirchenbistro, das vielleicht von einem gemeinnützigen Förderverein betrieben wird.

 

Herzstück des Baudenkmals bleibt aber der Kirchraum. Die Holzbänke weichen einer Tribüne für 200 Zuschauer, die auf eine Bühne vor einer großen LCD-Wand blicken. Redner sollen dort Vorträge halten, Chöre singen oder Musiker Konzerte spielen. Zudem bleibt die Orgel erhalten, teilt sich die Empore aber künftig mit einem Thekenbereich. Gemeindefeste, kirchliche Trauungen mit Hochzeitsfeier und Gottesdienste sollen demnächst wieder in der Kirche gefeiert werden, ohnehin läuten weiterhin die Glocken.

 

Kirche soll Lebensmittelpunkt sein

„Ich möchte, dass die Leute durch Neugierde wieder in diesen kirchlichen Raum kommen, das ist mein Ziel“, erläutert der Unternehmer, der in Ruhrort eine kleine Werft betreibt und der bedauert, dass inzwischen viele Gotteshäuser leer stehen. Sein Bauvorhaben sieht er daher als Vorzeigeprojekt, mit dem er Kirchengemeinden Mut machen will, mit ihren Gebäuden und Baudenkmälern durchaus auch mal etwas zu wagen.

 

 

Insgesamt zwei Millionen Euro kostet das Bauprojekt samt Grundstückskauf nach aktuellem Plan. Zeitdruck empfinde Thomas Ophardt jedoch nicht, weshalb er den Umbau grundsätzlich optimistisch begleite. Er ist hoffnungsvoll: „Die Kirche hier kann für viele Menschen wieder der Lebensmittelpunkt werden.“

 

>> Sechsstelliger Kaufpreis für Gebäude und Grundstück

● Die ehemalige Laarer Kirche an der Apostelstraße 58 wurde 1908 eingeweiht und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Seit 2014 feiert die Gemeinde Ruhrort-Beeck dort keine Gottesdienste mehr, danach haben bulgarische Christen das Gebäude genutzt. Im Sommer 2021 fand darin, unter dem aktuellen Eigentümer, der bisher letzte Gottesdienst, eine Trauung, statt. Aktuell nutzen zudem eine Band und der CVJM die Räume.

 

● Der Unternehmer Thomas Ophardt wurde durch Zufall auf die Kirche aufmerksam, als er seine damals in Laar lebende Tochter besuchte. Er kaufte der Kirchengemeinde die Immobilie samt Grundstück für einen sechsstelligen Betrag ab; bei der Höhe will er sich an Empfehlungen des Gutachterausschusses der Stadt Duisburg orientiert haben.


12.01.2022 - WAZ - Oliver Kühn

 

Aufgegebene Kirche steht unter Denkmalschutz

Gotteshaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut

 

Sie ist ein wichtiges steinernes Zeugnis gleich zweier Epochen, der Industrialisierung und des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Als neues Baudenkmal wird die ehemalige evangelische Kirche in Laar jetzt erhalten bleiben. Das hat die Bezirksvertretung Meiderich/Beeck unlängst beschlossen und ist damit dem Vorschlag der Stadt Duisburg gefolgt.

 

Die Fachleute im Rathaus hatten zuvor ihre Einschätzung schriftlich untermauert, dass das 1907 und 1908 errichtete Gotteshaus, das nach schweren Kriegsschäden wieder aufgebaut wurde, ein bedeutendes Kulturgut ist.

 

An Tradition angeknüpft

Die vom Ruhrorter Architekten Fritz Niebel errichtete einschiffige Saalkirche mit fünfstöckigem Turm belegt demnach den raschen Zuzug protestantischer Industriearbeiter der damaligen Hütte Phoenix in ein ursprünglich katholisch dominiertes Gebiet und ihr Streben nach einer eigenen Gottesdienststätte. In der Hauptausbauphase des modernen Laars war die Kirche eine der Leitbauten, in denen sich das öffentliche Leben konzentrierte.

 

Beim Bombenangriff am 14. Oktober 1944 wurde die Gotteshaus teilweise zerstört. Jedoch blieb genug erhalten, darunter der Turm und ein Großteil der mit der Tuffstein verkleideten Außenmauern, dass der Duisburger Architekt Urban Roth bewusst mit der Restaurierung und nicht mit einem Neubau beauftragt wurde.

 

 

„Die Kirche ist ein anschauliches Beispiel für den vereinfachenden, aber sich anpassenden Wiederaufbau auf Grundlage des Altbaus“, urteilen die städtischen Denkmalschützer, deuten dies aber nicht als Ergebnis eines Sparzwangs, sondern vielmehr „als bewusstes Anknüpfen an die vorhandene Tradition“. Im Inneren dagegen wurden lediglich große Teile der ursprünglichen Raumkonzeption übernommen. Dennoch sei die „Schlichtheit des Innenausbaus“ ein Zeitzeugnis der Nachkriegszeit.

 

Inzwischen steht ein weiterer Umbau an, nachdem der Unternehmer Thomas Ophardt das Gebäude 2019 gekauft hatte. Über sein Bauvorhaben stehen noch weitere Gespräche zwischen ihm und den städtischen Denkmalschützern aus.


07.01.2022 - WAZ - Christian Schmitt

 

Abriss soll im Februar beginnen

Die letzten Schrottimmobilien an der Friedrich-Ebert-Straße in Laar sollen verschwinden. Danach kann auf der Brachfläche die geplante Grünanlage entstehen. Maßnahme ist noch im Förderprojekt enthalten

 

Noch ein paar letzte Häuser stehen dem kleinen Park im Weg, der im Norden von Laar entstehen soll. Lange hatte die Stadt Duisburg Mühe, den Besitzer einer der maroden Immobilien vom Verkauf zu überzeugen. Nachdem dies aber 2020 doch gelungen ist, steht jetzt offenbar der Abriss kurz bevor. Wie die Stadt auf Nachfrage der Redaktion bestätigt, sollen die Abbrucharbeiten in wenigen Wochen beginnen.

 

Ein hartnäckiger Eigentümer ist der Grund dafür, dass die Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße 105 bis 111 immer noch stehen. Der Mann wohnte selbst in einem der Häuser. Dort wollte er bleiben, und dachte lange nicht daran, an die Stadt zu verkaufen.

 

 

Besitzer wollte nicht verkaufen

Sein Zögern wirkte sich schließlich auf die Abrisspläne für die benachbarten Gebäude aus: Denn sein Haus ist statisch mit den links und rechts davon stehenden verbunden. Hätte die Stadt die Häuser rund um dieses eine Gebäude abreißen wollen, hätte sie aufwändige Maßnahmen ergreifen müssen, um das verbleibende Bauwerk zu sichern. 2020 ließ sich der Eigentümer dann aber doch überzeugen, und die Stadt konnte sein Haus erwerben.

 

 

„Nach langjährigen und erfolgreichen Bemühungen können die Ziele des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Laar nunmehr umgesetzt werden“, teilt Stadtsprecher Falko Firlus auf Anfrage mit. „Das Immobilien-Management Duisburg bereitet derzeit die Abbrucharbeiten vor, die voraussichtlich ab Anfang Februar beginnen werden.“ Zuvor müssen laut Firlus noch notwendige Schadstoffsanierungen und Entkernungsarbeiten im Gebäude erfolgen.

 

Im Anschluss an die Abbrucharbeiten erfolge dann die Herrichtung der geplanten Grünanlage. Die Entwurfspläne dafür hat das Umweltamt erstellt. Zur Gestaltung dieses kleinen Parks fanden im Jahr 2019 sowohl im Stadtteilbüro Laar als auch auf dem Marktplatz Bürgerbeteiligungen statt. „Die darin zusammengetragenen Ideen und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sind mit in die Planungen eingeflossen“, so Firlus.

 

Die Neuentwicklung der Brachfläche zwischen Franklinstraße und Thomasstraße soll noch über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ erfolgen. Mehrere Millionen Euro sind in diesem Rahmen bereits nach Laar geflossen. Das Förderprogramm ist eigentlich im vergangenen Jahr ausgelaufen, bevor alle vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt werden konnten.

 

 

Doch noch im September 2020 hat die Stadt nach eigenen Angaben den Abriss erneut für das Förderprogramm angemeldet. Im Frühjahr 2021 erfolgte demnach die Bewilligung der Mittel für den Abbruch der Häuser sowie die Herrichtung der Grünfläche.

 

Bereits zwischen 2014 und 2018 waren die ersten Häuser in diesem Bereich angekauft worden. Knapp 1,7 Millionen Euro sollte die gesamte Maßnahme laut Auskunft der Stadt im Jahr 2018 kosten. Diese Summe setzt sich zusammen aus 773.000 Euro für den Grunderwerb, 565.000 Euro für den Abriss der Häuser und 355.000 Euro für den Umbau der Fläche als Park.

 

Deichpark soll folgen

• Auch nach Auslaufen des Förderprogramms sollen Maßnahmen aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept noch umgesetzt werden. Den Deichpark etwa gibt die Stadt nicht auf, doch seine Umsetzung musste aufgrund der geplanten Deichsanierung verschoben werden.

 

• Doch zumindest der erste von zwei Bauabschnitten für den Deichpark soll schon in diesem Jahr beginnen. Für den zweiten Bauabschnitt muss die Deichsanierung abgewartet werden.