News 2022 - Nachrichten aus Laar


15.06.2022 - WAZ - Red

 

Wohnungsbrand in Duisburg: Feuerwehr rettet zwei Personen

 

40 Einsatzkräfte sind am frühen Dienstagmorgen zu einem Wohnungsbrand in Duisburg-Laar ausgerückt. Sie retteten zwei Personen aus dem Gebäude.

 

Ein Wohnungsbrand auf der Jahnstraße in Duisburg-Laar hat am frühen Dienstagmorgen 40 Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Bei dem Feuer in einem Mehrfamilienhaus rettete die Feuerwehr nach eigenen Angaben zwei Bewohner aus dem Gebäude, der Einsatz konnte nach gut anderthalb Stunden beendet werden.

 

Gegen 2.55 Uhr alarmierten mehrere Anrufer laut Meldung die Feuerwehr über den Brand in der Jahnstraße, Feuer und Rauch drangen aus einer Wohnung im zweiten Obergeschoss des dreigeschossigen Mehrfamilienhauses.

 

Wohnungsbrand in Duisburg: Feuerwehr rettet weitere Bewohner

Während fünf Personen das Gebäude bereits verlassen konnten, hätten sich noch mehrere Bewohner in ihren Wohnungen befunden, wie die Feuerwehr mitteilte. Drei Trupps machten sich deshalb auf den Weg ins Gebäude und retteten zwei weitere Menschen, das Küchenfeuer brachten die Einsatzkräfte schnell unter Kontrolle.

 

 

Gegen 4.15 Uhr sei der Einsatz laut Mitteilung beendet gewesen, die Polizei ermittelt jetzt zu den Ursachen des Brandes.


04.06.2022 - WAZ - Sabine Merkelt-Rahm

 

Barrierefreie Wohnungen und Tagespflege

Am „Friesenhof“ bündelt die Awo gleich mehrere soziale Dienstleistungen an einem Ort

 

Nach langer Planungsphase ist jetzt der Rohbau neben dem Laarer Wohndorf fertig. Dort sollen später alte und ganz junge Menschen unter einem Dach betreut werden. Am Mittwoch fand das Richtfest statt.

 

Mit allen Akteuren, von den Bauarbeitern und der Awo-Geschäftsführung bis zu den Namenspaten des neuen „Friesenhofes“, wurde feierlich das Richtfest begangen, mit Bänderkrone, Hammerschlägen am Nagelbalken, Richtspruch und Schnapsglaswurf. Bauleiter Daniel Chehouri bittet gereimt um Glück und Segen für das Haus. Der Geschäftsführer der Awo-eigenen Bauabteilung Hartmut Ploum treibt mit drei wuchtigen Schlägen einen Nagel ins Holz, und Manfred Dietrich, der Vorsitzende des Kreisverbandes, übernimmt die Grundsteinlegung.

 

Freie Etagengestaltung

Dazu gibt es irritierte Fragen aus der Gästeschar: „Erst das Richtfest und dann der Grundstein, wie geht das denn?“ „Keine Sorge, wir haben das Haus nicht von oben nach unten gebaut, der Grundstein musste nur warten, bis die Coronaregeln das Fest wieder zuließen“, antwortet Ploum. Er befüllt die kupferne Zeitkapsel mit Geldmünzen, der Liste der Beteiligten, dem Hausprospekt und einem tagesaktuellen Exemplar dieser Zeitung. Manfred Dietrich mauert sie ein, der besondere Grundstein wird im Eingangsbereich des Friesenhofs sichtbar bleiben.

 

Noch gibt es keine Zwischenwände, die den Bau an der namensgebenden Friesenstraße, auf dem ehemaligen Kindergartengelände, später in 19 barrierefreie Wohnungen, zwei Demenz-WGs, eine Tagespflegeeinrichtung für 20 Personen, eine Kindertagespflege für neun U3-Kinder und neue Räume für den Awo-Pflegedienst Nord unterteilen werden. Hartmut Ploum betont beim Rundgang die freie Gestaltung der Etagen. „Hier sitzt keine Wand genau auf der im Geschoss darunter, dafür haben wir aber viel Eisen in den Decken.“ Ein bisschen ärgere er sich noch über die gestiegenen Metallpreise.

 

Spezielles Lichtkonzept für Demenzkranke

Bewirtschaftet wird der Bau später gemeinsam mit dem Wohndorf. Die Mieter der 48 Quadratmeter großen Wohnungen werden denselben Wohnservice nutzen können, wie die Bewohner im Wohndorf. „Aber die Erstvermietung machen wir“, sagt Ploum und zeigt im Erdgeschoss den Gebäudeteil für die gemeinsame Betreuung von neun Kleinkindern durch drei Tagesmütter mit Ruheraum, Küche, Spielzimmer und Außengelände.

 

Hausbewohner, Tagespflegegäste und Kleinkinder werden denselben Eingang nutzen und sich hoffentlich untereinander kennenlernen und gemeinsame Sachen machen. In den Demenz-WGs wird es über ein eigenes Heizsystem Heizkörper geben, keine Fußbodenheizung, wie im Rest des Hauses. Die Körper lassen sich schneller regeln und den Bedürfnissen der mental eingeschränkten Bewohner anpassen. Geheizt wird mit Erdwärme aus zwölf Bohrungen von zehn Metern Tiefe unter der Tiefgarage.

 

Die Innenarchitektin Katharina Höfer stattet den Demenzbereich aus. „Baupsychologisch ist Licht ganz wichtig als Orientierungshilfe für die demenziell veränderten Bewohner, sie gehen automatisch ins Helle, das muss man beim Beleuchtungskonzept beachten. Und lange übersichtliche Flure funktionieren besser als viele Ecken und Richtungswechsel“, erklärt sie.


20.05.2022 - WAZ

 

"Bläck Fööss" zu Gast beim Laarer Schützenfest

Der Traditionsverein feiert vom 27. bis zum 29. Mai. Zwei Festzüge und zwei Party-Abende stehen an

 

Nach zweijähriger Unterbrechung wollen die Laarer Schützen in diesem Jahr wieder die Reihe der Schützen- und Volksfeste in Duisburg eröffnen. Auch dieses Mal steht das Festzelt vor der malerischen Kulisse des Binnenschifffahrtsmuseums an der Apostelstraße.

 

Der Traditionsverein begeht das Fest vom 27. bis 29. Mai. Schon im Vorfeld werden die Laarer Straßen mit Wimpelketten und Fahnen dekoriert. Auch die Königsresidenz auf der Zwinglistraße erhält Ihre Dekoration.

 

Die Feierlichkeiten beginnen am Freitagabend um 17 Uhr mit dem Besuch der Heiligen Messe in der Kirche St. Ewaldi. Danach setzt sich der Festzug in Richtung Wohndorf Laar in Bewegung. Gegen 18 Uhr wird dort den Bewohnern ein musikalischer Gruß des Tambourcorps Ratingen und der „Kirchhellener Blasmusik“ überbracht.

 

Danach holen die Schützen das amtierende Schützenkönigspaar Jürgen Eikers und Doris Kruger-Uldrich, den Prinzen Jenny Neiß und den Bambiniprinzen Sofia Nold ab. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr der 1. Laarer Schlagerabend.

 

Der Samstag steht im Zeichen der Schießwettbewerbe, bevor abends das zweite Highlight dieses Schützenfestes ansteht, der „Laarer Abend“: Dieser Abend hat das Motto „Typisch Kölsch Reloaded“ . Die Kölner Kultband „Bläck Fööss“ tritt auf, ebenso die Kölsch-Rock-Gruppe „Veedelfor12“.

 

Am Sonntag beginnt um 17 Uhr der Festzug, an dem neben dem Tambourcorps Ratingen und der Kirchhellener Blasmusik das Bundesfanfarencorps Düsseldorf-Hamm und das Tambourcorps Rheinklänge Oberhausen teilnehmen soll. Der Zapfenstreich findet in den Cordian-Wohngemeinschaften an der Austraße und die Königs- sowie Showparade vor der evangelischen Kirche an der Kanzlerstraße statt. Gegen 20.30 Uhr ist die Inthronisation des neuen Königspaares und des Prinzen vorgesehen. Den Ausklang des Schützenfestes bildet danach der Krönungsball mit Gratulationscour. Alle Bewohner des Stadtteils sind zu den Veranstaltungen eingeladen.

 

Eintrittskarten für die Partys am Freitag- und Samstagabend gibt es in der Vorverkaufsstelle Lotto-Toto Skelnik, Florastraße 14, per E-Mail an Laarerschuetzen2022@web.de oder telefonisch unter 0173 9105450. Die Restkontingente sollen dann jeweils an der Abendkasse erhältlich sein.


02.03.2022 - WAZ - Julian Kaiser

 

Während andere gafften: Junger Duisburg hilft nach Unfall

Nach einem Unfall in Duisburg-Laar hat der 14-jährige Joel Erste Hilfe geleistet. Andere Passanten gafften und zückten ihre Handys.

 

Als er die Frau am Boden liegen sah, wusste der 14 Jahre alte Joel Benninghoff sofort, was er zu tun hatte. Am Abend des 15. Februar hatte ein Autofahrer (38) beim Überholen eines Linienbusses an der Bushaltestelle „Laar Kirche“ auf der Friedrich-Ebert-Straße eine 24-Jährige Passantin angefahren. Der Duisburger Schüler leistete Erste Hilfe und wartete auf die Rettungskräfte. Die verletzte 24-Jährige war nicht in Lebensgefahr und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus.

 

Eigentlich befand sich Joel Benninghoff auf dem Rückweg von einem Arzttermin, als sein Bus an der „Laarer Straße“ Halt machte. Dann ging alles ganz schnell. „Da vorne an der Markierung hat der Wagen die Frau angefahren“, erinnert sich der Schüler der Theodor-König Gesamtschule, den Finger auf die Unfallstelle gerichtet. „Ich war zunächst erschrocken, aber ich weiß, wie man damit umgehen muss.“

 

14 Jahre alter Schüler aus Duisburg beobachtet Verkehrsunfall – und leistet Erste Hilfe

Während eine Passantin den Rettungsdienst ruft und sich ein anderer Helfer um genügend Platz um den Unfallort kümmert, deckt Joel Benninghoff das Unfallopfer mit einer Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten des Autos zu. „Ich habe die Frau wachgehalten, bis die Sanitäter kamen“, erklärt der junge Retter. „Sie stand unter Schock und war bewusstlos.“ Bewegen durfte er das Opfer nicht, schließlich hätte die Frau „Rücken-, oder Kopfverletzungen haben können“, weiß Joel Benninghoff.

 

Der 14-Jährige handelte schnell und entschlossen, ohne dabei in Panik zu geraten – genau das richtige Verhalten in so einer Ausnahmesituation.

 

Das kommt nicht von ungefähr, schließlich ist Joel Benninghoff Mitglied der Jugendfeuerwehr und Ersthelfer in der Schule. „Erste Hilfe zu leisten ist eigentlich kinderleicht“, sagt er stolz. Zwar habe er eine solche Situation bisher noch nicht simuliert, trotzdem sei seine professionelle Reaktion auch das Ergebnis von Brandübungen bei der Jugendfeuerwehr.

 

Keine Hilfe: Duisburger Passanten gaffen und filmen den Rettungseinsatz

Nicht alle Anwesenden hätten sich korrekt verhalten, erinnert sich der Schüler: „Manche Leute haben ihre Handys herausgeholt und gefilmt, die standen direkt hinter der Haltestelle.“ Über solch ein Verhalten kann der 14-Jährige nur den Kopf schütteln.

 

Für die Zeit nach seiner Schullaufbahn hat Joel Benninghoff schon eine Idee: „Ich kann mir gut vorstellen, in Homberg bei der Feuer- und Rettungswache 5 zu arbeiten.“ Dort dürfen sich die Feuerwehrleute also auf einen engagierten Nachwuchsretter freuen.

 

>> GAFFEN STATT HELFEN KANN TEUER WERDEN

- Bei einem Unfall sind Zeugen zur Ersten Hilfe verpflichtet. Gaffen kann zu einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro führen, bei unterlassener Hilfeleistung droht sogar eine Gefängnisstrafe.

- Das Fotografieren eines Unfallopfers ist eine Straftat, die mit einem Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren geahndet werden kann. Weitere Informationen gibt es unter bussgeldkatalog.de/gaffer/


01.03.2022 - WAZ

 

Kölsche Kultband tritt beim Schützenfest auf

 

Mit einem besonderen Highlight will die St. Ewaldi-Schützengesellschaft aus Laar, Beeck und Beeckerwerth den Neustart ihres Festes vom 27. bis 29. Mai begehen: Die kölsche Kultband "Bläck Fööss" wurde für einen Auftritt im Laarer Festzelt engagiert, zudem die ebenfalls aus Köln kommende Band "Veedel vor 12".

 

Derweil hat die Schützengesellschaft eine neue Vorstandsvorsitzende: Nach der Jahreshauptversammlung folgt Anja Vossen auf den bisherigen Vorsitzenden Heinrich Uldrich.

 

Karten für den Festabend "Typisch Kölsch" am 28. Mai vor dem Binnenschifffahrtsmuseum gibt es unter 0173 9105450 oder unter laarerschuetzen2022@web.de. Ein Stehplatz kostet 24,90 Euro, ein Sitzplatz 29,90 Euro.


12.01.2022 - WAZ - Oliver Kühn

 

Unternehmer will Kirche umbauen

Wohnungen, Feten, Konzerte – in dem aufgegebenen Gotteshaus in Laar will Thomas Ophardt seine Vision vommodernen Treffpunkt verwirklichen. Erste Mieter sollen noch in diesem Jahr einziehen.

 

Der Unternehmer Thomas Ophardt hat eine genaue Vorstellung davon, wie eine moderne Kirche sein muss. Menschen in der Nachbarschaft sollen sie wieder gerne mit Leben füllen und zum Treffpunkt ihres Viertels machen. Umsetzen will Ophardt seine Vision in Laar, wo er das ehemalige Kirchengebäude an der Apostelstraße samt Grundstück gekauft hat. Damit das Gotteshaus auch der Nachwelt bleibt, hat er sich bei der Stadt Duisburg für dessen Denkmalschutz erfolgreich stark gemacht – auch wenn er dadurch jetzt vielleicht seine Pläne ändern muss.

 

„Mein oberstes Ziel ist es, die Kirche für die Allgemeinheit zu erhalten“, sagt Ophardt. Das neue Baudenkmal soll weiterhin als Kirche genutzt werden, doch auch Wohnungen und Einzimmerapartments beherbergen, eine Tribüne und eine Bühne sowie ein Konferenzzimmer bekommen. Durch den Denkmalschutz, erst im Herbst von der Bezirksvertretung beschlossen, soll frischer Wind in das Projekt kommen.

 

Bebauungsplan torpediert Pläne

Dabei weiß er noch nicht, zu welchen Maßnahmen ihn die Untere Denkmalschutzbehörde beim Umbau verpflichtet. „Wenn ich auf die Wohnungen verzichten muss, dann ist so. Das ist mein Risiko“, gibt sich Ophardt gelassen und verspricht, dass die Kirche in jedem Fall ein moderner Treffpunkt wird.

 

Seitdem der 57-Jährige aus Issum, der selbst evangelisch ist, im Januar 2019 als neuer Besitzer die Schlüssel von der Evangelischen Gemeinde Ruhrort-Beeck entgegennahm, ist an der Apostelstraße kaum etwas passiert – nicht zuletzt wegen Corona und dem Denkmalschutzverfahren. Die Heizanlage ist erneuert, und es gibt nun Telefon und Internet. Dennoch sollen möglichst noch in diesem Jahr die ersten Mieter einziehen und die Menschen im Stadtteil eine Weihnachtsfeier abhalten. „Hier muss wieder Leben rein.“

 

Die Anzahl der Wohneinheiten steht jedoch noch nicht fest. Der ursprüngliche Entwurf vom beauftragten Architekten Jörg Hetkamp sah eine Wohnung mit 110 und eine kleinere mit 75 Quadratmeter im Bereich des Altarraums auf drei Etagen vor, im Souterrain, Erdgeschoss und Obergeschoss. Im Seitenschiff sollten zudem sieben möblierte Einzimmerapartments entstehen. Mittlerweile soll es noch zwei, drei weitere Apartments im Dachgeschoss geben, da sich herausstellte, dass die Decke nicht, wie zunächst vermutet, abgehängt ist. Statt dessen habe sie, so Ophardt, eine robuste Stahlkonstruktion.

 

Eine Pension und ein Restaurant, mit denen der Eigentümer zunächst liebäugelte, wird das Kirchgebäude jedoch künftig nicht bieten, der Bebauungsplan untersagt eine solche gewerbliche Nutzung. Davon lässt sich Thomas Ophardt nicht entmutigen, sieht sich vielmehr kreativ herausgefordert und hat bereits Lösungen parat: Single-Apartments für Kurzzeitmiete und ein Kirchenbistro, das vielleicht von einem gemeinnützigen Förderverein betrieben wird.

 

Herzstück des Baudenkmals bleibt aber der Kirchraum. Die Holzbänke weichen einer Tribüne für 200 Zuschauer, die auf eine Bühne vor einer großen LCD-Wand blicken. Redner sollen dort Vorträge halten, Chöre singen oder Musiker Konzerte spielen. Zudem bleibt die Orgel erhalten, teilt sich die Empore aber künftig mit einem Thekenbereich. Gemeindefeste, kirchliche Trauungen mit Hochzeitsfeier und Gottesdienste sollen demnächst wieder in der Kirche gefeiert werden, ohnehin läuten weiterhin die Glocken.

 

Kirche soll Lebensmittelpunkt sein

„Ich möchte, dass die Leute durch Neugierde wieder in diesen kirchlichen Raum kommen, das ist mein Ziel“, erläutert der Unternehmer, der in Ruhrort eine kleine Werft betreibt und der bedauert, dass inzwischen viele Gotteshäuser leer stehen. Sein Bauvorhaben sieht er daher als Vorzeigeprojekt, mit dem er Kirchengemeinden Mut machen will, mit ihren Gebäuden und Baudenkmälern durchaus auch mal etwas zu wagen.

 

 

Insgesamt zwei Millionen Euro kostet das Bauprojekt samt Grundstückskauf nach aktuellem Plan. Zeitdruck empfinde Thomas Ophardt jedoch nicht, weshalb er den Umbau grundsätzlich optimistisch begleite. Er ist hoffnungsvoll: „Die Kirche hier kann für viele Menschen wieder der Lebensmittelpunkt werden.“

 

>> Sechsstelliger Kaufpreis für Gebäude und Grundstück

● Die ehemalige Laarer Kirche an der Apostelstraße 58 wurde 1908 eingeweiht und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Seit 2014 feiert die Gemeinde Ruhrort-Beeck dort keine Gottesdienste mehr, danach haben bulgarische Christen das Gebäude genutzt. Im Sommer 2021 fand darin, unter dem aktuellen Eigentümer, der bisher letzte Gottesdienst, eine Trauung, statt. Aktuell nutzen zudem eine Band und der CVJM die Räume.

 

● Der Unternehmer Thomas Ophardt wurde durch Zufall auf die Kirche aufmerksam, als er seine damals in Laar lebende Tochter besuchte. Er kaufte der Kirchengemeinde die Immobilie samt Grundstück für einen sechsstelligen Betrag ab; bei der Höhe will er sich an Empfehlungen des Gutachterausschusses der Stadt Duisburg orientiert haben.


12.01.2022 - WAZ - Oliver Kühn

 

Aufgegebene Kirche steht unter Denkmalschutz

Gotteshaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut

 

Sie ist ein wichtiges steinernes Zeugnis gleich zweier Epochen, der Industrialisierung und des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Als neues Baudenkmal wird die ehemalige evangelische Kirche in Laar jetzt erhalten bleiben. Das hat die Bezirksvertretung Meiderich/Beeck unlängst beschlossen und ist damit dem Vorschlag der Stadt Duisburg gefolgt.

 

Die Fachleute im Rathaus hatten zuvor ihre Einschätzung schriftlich untermauert, dass das 1907 und 1908 errichtete Gotteshaus, das nach schweren Kriegsschäden wieder aufgebaut wurde, ein bedeutendes Kulturgut ist.

 

An Tradition angeknüpft

Die vom Ruhrorter Architekten Fritz Niebel errichtete einschiffige Saalkirche mit fünfstöckigem Turm belegt demnach den raschen Zuzug protestantischer Industriearbeiter der damaligen Hütte Phoenix in ein ursprünglich katholisch dominiertes Gebiet und ihr Streben nach einer eigenen Gottesdienststätte. In der Hauptausbauphase des modernen Laars war die Kirche eine der Leitbauten, in denen sich das öffentliche Leben konzentrierte.

 

Beim Bombenangriff am 14. Oktober 1944 wurde die Gotteshaus teilweise zerstört. Jedoch blieb genug erhalten, darunter der Turm und ein Großteil der mit der Tuffstein verkleideten Außenmauern, dass der Duisburger Architekt Urban Roth bewusst mit der Restaurierung und nicht mit einem Neubau beauftragt wurde.

 

 

„Die Kirche ist ein anschauliches Beispiel für den vereinfachenden, aber sich anpassenden Wiederaufbau auf Grundlage des Altbaus“, urteilen die städtischen Denkmalschützer, deuten dies aber nicht als Ergebnis eines Sparzwangs, sondern vielmehr „als bewusstes Anknüpfen an die vorhandene Tradition“. Im Inneren dagegen wurden lediglich große Teile der ursprünglichen Raumkonzeption übernommen. Dennoch sei die „Schlichtheit des Innenausbaus“ ein Zeitzeugnis der Nachkriegszeit.

 

Inzwischen steht ein weiterer Umbau an, nachdem der Unternehmer Thomas Ophardt das Gebäude 2019 gekauft hatte. Über sein Bauvorhaben stehen noch weitere Gespräche zwischen ihm und den städtischen Denkmalschützern aus.


07.01.2022 - WAZ - Christian Schmitt

 

Abriss soll im Februar beginnen

Die letzten Schrottimmobilien an der Friedrich-Ebert-Straße in Laar sollen verschwinden. Danach kann auf der Brachfläche die geplante Grünanlage entstehen. Maßnahme ist noch im Förderprojekt enthalten

 

Noch ein paar letzte Häuser stehen dem kleinen Park im Weg, der im Norden von Laar entstehen soll. Lange hatte die Stadt Duisburg Mühe, den Besitzer einer der maroden Immobilien vom Verkauf zu überzeugen. Nachdem dies aber 2020 doch gelungen ist, steht jetzt offenbar der Abriss kurz bevor. Wie die Stadt auf Nachfrage der Redaktion bestätigt, sollen die Abbrucharbeiten in wenigen Wochen beginnen.

 

Ein hartnäckiger Eigentümer ist der Grund dafür, dass die Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße 105 bis 111 immer noch stehen. Der Mann wohnte selbst in einem der Häuser. Dort wollte er bleiben, und dachte lange nicht daran, an die Stadt zu verkaufen.

 

 

Besitzer wollte nicht verkaufen

Sein Zögern wirkte sich schließlich auf die Abrisspläne für die benachbarten Gebäude aus: Denn sein Haus ist statisch mit den links und rechts davon stehenden verbunden. Hätte die Stadt die Häuser rund um dieses eine Gebäude abreißen wollen, hätte sie aufwändige Maßnahmen ergreifen müssen, um das verbleibende Bauwerk zu sichern. 2020 ließ sich der Eigentümer dann aber doch überzeugen, und die Stadt konnte sein Haus erwerben.

 

 

„Nach langjährigen und erfolgreichen Bemühungen können die Ziele des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Laar nunmehr umgesetzt werden“, teilt Stadtsprecher Falko Firlus auf Anfrage mit. „Das Immobilien-Management Duisburg bereitet derzeit die Abbrucharbeiten vor, die voraussichtlich ab Anfang Februar beginnen werden.“ Zuvor müssen laut Firlus noch notwendige Schadstoffsanierungen und Entkernungsarbeiten im Gebäude erfolgen.

 

Im Anschluss an die Abbrucharbeiten erfolge dann die Herrichtung der geplanten Grünanlage. Die Entwurfspläne dafür hat das Umweltamt erstellt. Zur Gestaltung dieses kleinen Parks fanden im Jahr 2019 sowohl im Stadtteilbüro Laar als auch auf dem Marktplatz Bürgerbeteiligungen statt. „Die darin zusammengetragenen Ideen und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sind mit in die Planungen eingeflossen“, so Firlus.

 

Die Neuentwicklung der Brachfläche zwischen Franklinstraße und Thomasstraße soll noch über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ erfolgen. Mehrere Millionen Euro sind in diesem Rahmen bereits nach Laar geflossen. Das Förderprogramm ist eigentlich im vergangenen Jahr ausgelaufen, bevor alle vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt werden konnten.

 

 

Doch noch im September 2020 hat die Stadt nach eigenen Angaben den Abriss erneut für das Förderprogramm angemeldet. Im Frühjahr 2021 erfolgte demnach die Bewilligung der Mittel für den Abbruch der Häuser sowie die Herrichtung der Grünfläche.

 

Bereits zwischen 2014 und 2018 waren die ersten Häuser in diesem Bereich angekauft worden. Knapp 1,7 Millionen Euro sollte die gesamte Maßnahme laut Auskunft der Stadt im Jahr 2018 kosten. Diese Summe setzt sich zusammen aus 773.000 Euro für den Grunderwerb, 565.000 Euro für den Abriss der Häuser und 355.000 Euro für den Umbau der Fläche als Park.

 

Deichpark soll folgen

• Auch nach Auslaufen des Förderprogramms sollen Maßnahmen aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept noch umgesetzt werden. Den Deichpark etwa gibt die Stadt nicht auf, doch seine Umsetzung musste aufgrund der geplanten Deichsanierung verschoben werden.

 

• Doch zumindest der erste von zwei Bauabschnitten für den Deichpark soll schon in diesem Jahr beginnen. Für den zweiten Bauabschnitt muss die Deichsanierung abgewartet werden.