News 1991 - Nachrichten aus Laar


11.02.1991 - WAZ

PAUL MISMAHL, Ruhrorter Privatarchivar, lehnt die Verlagerung des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt in das alte Hallenbad Apostelstraße und die Verlegung der beiden Museumsschiffe ab: „Als Kenner der Materie halte ich das für ausgemachten Unsinn. Hier wird - ungetrübt von jeder Sachkenntnis - an einem Vorhaben gebastelt und mit Zahlen und Fakten operiert, die in keiner Weise den Gegebenheiten entsprechen."

 


21.02.1991 - WAZ

Leserbrief

Schifffahrtsmuseum
Umzug ins Hallenbad würde viel zu teuer

Betr.: Umwandlung des Ruhrorter Hallenbades in ein Museum

Der neue Standort ist zu abgelegen. Fahrgästen der weißen Flotte z. B., die am Steiger Schifferbörse ein- oder aussteigen, ist es ein Leichtes, auch das nahegelegene Museum zu besuchen. Weite Wege dagegen schrecken nur ab.

Bei Erhalt der Schwimmbecken wird die Ausstellungsfläche eher kleiner. Großprojekte können nicht untergebracht werden. Die Grundfläche der schon vorhandenen Exponate beträgt bereits über 600 qm.

Der Eisenbahnhafen ist bei Niedrigwasser zu klein für die Lagerung aller Museumsschiffe. Er müsste ausgebaggert werden. Sehr wahrscheinlich bräuchte man auch einen neuen Steiger (ca. 300.000 DM). Bei dem abgelegenen Standort wäre sicherlich eine Bewachung notwendig.

Die groß geschätzten Renovierungskosten in Höhe von 8 Mio DM gelten nur für die äußere Herrichtung des Bades, nicht für Einrichtungsgegenstände. Für die Erhaltung des alten Standortes spricht weiterhin, dass man z. B. auch den jetzigen Parkplatz überdachen und für Außenexponate nutzen könnte. Der Keller des Gebäudes wurde erst im vergangenen Jahr durch ABM-Kräfte und Eigenleistung des Personals für die Aufstellung von Schiffsdiesel- und -dampfmaschinen hergerichtet.

Alles in allem: eine Verlagerung des Museums ins Hallenbad wäre zu teuer und zu wenig effektiv. Oder erhofft man sich nur das große Geld aus dem Verkauf des jetzigen Museumshauses, dessen Fassade und Fenster erst vor nicht allzu langer Zeit für ca. 350.000 DM hergerichtet wurden?

Wilfried Fürmann

 


06.07.1991 - WAZ - GK

Bürgerverein Laar lädt alle Senioren persönlich ein
Traditionsreiches Fest gibt es schon seit 30 Jahren

„Es ist eine der schönsten Pflichtaufgaben, die wir uns selbst gestellt haben", sagt Theo Barkowski, Vorsitzender der Bürgervereinigung Laar. Seit dreißig Jahren lädt der 500 Mitglieder starke Verein die über 78-Jährigen zu einem gemütlichen Nachmittag in das Pfarrheim St. Ewaldi, Apostelstraße, ein.

Dabei hat es sich die Bürgervereinigung, die übrigens die älteste Bürgervereinigung Duisburgs ist, zur Aufgabe gemacht, alle in Frage kommenden Gäste selbst einzuladen und nicht per Post oder Rundschreiben. In diesem Jahr hat der Vorstand 327 alte Mitbürger besucht und sie eingeladen. Schließlich erhielten sie 132 Zusagen, von denen fast alle eingehalten worden sind. Eingeladen wird jeder, der 79 und älter ist. Mehr passen einfach nicht in den Saal hinein.

Dabei geht der Service schon recht weit. Wer etwa nicht gut laufen kann und keine Fahrtmöglichkeit hat, wird auch abgeholt. Dass die Feier komplett gratis für die Gäste ist, ist für den Verein Ehrensache.

Einer der Gäste, die sich mit Volksmusik, Gedichten und Kaffee und Kuchen unterhalten ließen, war sogar an seinem Geburtstag gekommen. Dass die Enkelin, die ihn ursprünglich nur hinfahren wollte, auch noch mitfeierte, macht Vorsitzenden Theo Barkowski sehr stolz. Er selbst könnte auf sich selbst auch stolz sein: Seit 35 Jahren steht er an der Spitze des Verbandes. Das Ende allerdings ist abzusehen.

Der 65jährige will demnächst nicht nur mit Beruf sondern auch mit Ehrenamt aufhören. Ob es dazu kommt, ist allerdings fraglich. Barkowski: „Alle sagen, als Rentner hätte ich doch erst recht Zeit, mich darum zu kümmern.

 


13.06.1991 - WAZ - chris

Wohndorf Laar ist neuer Weg für „Ge-Wo-Ge"
Altenwohnungen mit Service geplant

Vor vollmundigen Vergleichen scheut Dr. Wolfgang Hesse nicht zurück. „Es gibt zwei erfreuliche Ereignisse für Duisburg in diesem Jahr: Den Aufstieg des MSV und die Vorstellung des Projektes „Wohndorf Laar", sagt der Unternehmensberater aus dem ostfriesischen Jever, der jetzt für die „Ge-Wo-Ge Duisburg-Ruhrort eG" arbeitet. „Neue Wege" wolle man auf dem Sektor des Wohnungsbaus für „Menschen in der Lebensphase 3" beschreiten – eben mit jenem „Wohndorf Laar", für das es zwar noch keine konkreten Pläne, dafür aber Finanzierungsüberlegungen gibt.

„Wohnen in der Lebensphase 3" meint derzeit meist Begriffe wie Altenwohnungen, Altenheime, Pflegestationen oder gar Krankenhäuser. „Wir wollen, dass unsere älteren Mitglieder in ihrer gewohnten Umgebung auch im Alter wohnen können", beschreibt Ge-Wo-Ge-Geschäftsführer Bernhard Brandhorst eine Zielsetzung.

Die Gelegenheit, ein Gelände von 12.000 Quadratmeter in der Nähe des Laarer Rheindeiches erwerben zu können, führte zu diesen Überlegungen: In 80 freifinanzierten Wohnungen den künftigen, älteren Mietern ein „Grundpaket an Leistungen" wie Reinigung, Instandhaltung und Überwachung der Wohnung, Wäsche- und Telefonservice rund um die Uhr anzubieten.

„Natürlich hat auch unsere Leistung ihren Preis", schreibt Brandhorst in der jüngsten Mitglieder-Information - und dieser Preis ist nicht ohne. Anders als bei der Genossenschaft, wo sich die Mitglieder mit zwei Anteilen à 400 DM „einkaufen" können, soll der Eintritt in die noch zu gründende GmbH wesentlich teurer sein:

Man erwarte die Zeichnung von drei bis vier Anteilen (je nach Wohnungsgröße von 55 oder 75 qm) à 25.000 DM, dazu kommen „voraussichtliche Nutzungsentgelte" von monatlich 1000 oder 1450 DM.

Ein Argument haben die „Wohndorf"-Planer gewiss auf ihrer Seite: Rund 75 vH der Altenheim-Bewohner seien ganz oder zum Teil auf Sozialhilfe angewiesen, mögliches Vermögen werde durch die hohen Pflegesätze aufgezehrt. Die 75.000 bis 100.000 DM Einlage aber werden im Erbschaftsfall ausgezahlt.

 


26.07.1991 – Rheinische Post – hch

Bürgervereinigung Laar mit Entwicklung der Friedrich-Ebert-Straße unzufrieden
„Der Zustand wird immer schlimmer"

Nur über ein einziges Thema sprachen die Vorstandsmitglieder der Laarer Bürgervereinigung in einer außerordentlichen Sitzung, einberufen, weil die Beschwerden aus dem Stadtteil häufiger werden. Der Anblick der Friedrich-Ebert-Straße, so kritisieren die Anwohner, wird immer unerträglicher. Noch vor einem Jahr, so die Bürgervereinigung, sei ihr vom Planungsamt eine Steigerung der Attraktivität dieser Straße in Aussicht gestellt worden. Die Entwicklung gehe aber genau in die entgegengesetzte Richtung.

Der Protest der Laarer richtet sich in erster Linie gegen den Verfall der Häuserzeilen zwischen der Laarer Kirche und dem Wendehammer der Straßenbahn in Höhe der Thomasstraße. Immer mehr Ladenlokale würden dort leer stehen, und die Existenzangst unter der Laarer Kaufmannschaft, die noch geblieben ist, steige. In einem offenen Brief an die Verwaltung, den Rat, die Bezirksvertretung und an das Bezirksamt Meiderich rügt die Bürgervereinigung diese Entwicklung. Auf der einen Seite seien mit viel Geld im Zuge der Wohnumfeldmaßnahmen unbestritten schöne Straßenzüge entstanden, auf der anderen Seite aber präsentiere sich ausgerechnet der Ortseingang von Laar derart verschandelt. Die Bürgervereinigung bittet die Verwaltung, auf die Hausbesitzer einzuwirken, ihren Grundbesitz in Ordnung zu bringen. Zu den stark heruntergekommenen Häusern gehörten schließlich auch einige, die noch bis vor kurzem im Besitz der Stadt gewesen seien, erklärt die Bürgervereinigung: „Wir können uns nicht vorstellen, dass sie ohne besondere Auflagen verkauft wurden".

Im Zusammenhang mit den leerstehenden Häusern greift die Bürgervereinigung auch das Problem der Wohnungsnot auf. In der Stadt herrsche Mangel an vermietbarem Wohnraum, entlang der Friedrich-Ebert-Straße aber verfalle er, werde aus gewinnträchtigen Gründen bewusst vernichtet. Die Bürgervereinigung erklärt ihre Bereitschaft, an der Aufwertung der Friedrich-Ebert-Straße mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln mitzuwirken. Letztlich aber müssten die Hausbesitzer angehalten werden, in die Gebäude zu investieren und die langsam in sich zusammenfallenden Gemäuer zu restaurieren.

 


13.09.1991 – WAZ – bec.

Planer setzen Segel für Museumsschiffe
IBA-Jury stellte Entwürfe für Laarer Hallenbad vor

Die Verbindung der Trakte im historischen Laarer Hallenbad durch ein gigantisches Segeltuch hat für ein zukünftiges Museum für Binnenschifffahrt nicht nur symbolische Wirkung. Das textile Dach spielt in dem Entwurf der architektur-fabrik-Aachen auch eine wetterschützende Rolle für Exponate und Museumsbesucher. Der optisch beeindruckende Entwurf, der gemeinsam mit dem Amerikaner Ron Bernstein erstellt wurde, erhielt von der Jury den ersten Preis der „Internationalen Bauausstellung Emscherpark".

Die Pläne des Architektenteams, die anschließend den zuständigen Ausschüssen vorgelegt werden konnten, wurden sowohl von den Vertretern der Internationalen Bauausstellung als auch vom städtischen Dezernenten Friedhelm van Vorst gewürdigt. Dieser zeigte sich zufrieden mit dem „Zusammenwirken von Kunst und Architektur". Van Vorst: „Künstlerisches Feingefühl war gefragt und wir haben es bekommen!"

Wie aus dem in Ruhrort vorgestellten Modell ersichtlich wird, bleibt das Hallenbad nicht nur mit der Außenhülle, sondern auch mit den Innenräumen als Denkmal erhalten. Das um die Jahrhundertwende errichtete Gebäude wird mit Elementen seines früheren Zustandes ergänzt. Die Rundgänge auf unterschiedlichen Ebenen erlauben verschiedene Sichten insbesondere auf die großen Exponate, und machen, so Friedhelm van Vorst, das Museum „zu einem Erlebnis".

Mit der Überdachung des Innenhofes kann der Außenraum auch bei schlechten Witterungsverhältnissen genutzt werden. Nicht überzeugen kann die angedeutete Verbindung zum Innenhafen, die für das Museum für Binnenschifffahrt wesentlich ist. Der Zugang zum Eisenbahnhafen soll erst später erfolgen, wenn bis dahin die ersten, zu 90 vH vom Land bezuschussten Bauabschnitte, beendet sind.

Professor Heinz Haunschild bescheinigte diesem Entwurf Mut zu einer großflächigen Raumplanung, wie sie in den anderen Modellen nicht vorkommt. IBA-Direktor Professor Karl Ganser würdige die Leistung, ein Denkmal mit Elementen des Jugendstils und der 50er Jahre museal nutzbar gemacht zu haben.

 


25.09.1991 - Wochen Anzeiger

Umgehungsstraße Laar/Beeek ist fertig
Werden die Anwohner nicht mehr belästigt?

Die letzte Asphaltschicht ist aufgetragen, die Bagger treten bereits den Rückzug an. Wenn am heutigen Mittwoch ab 13 Uhr erstmals die Autos über die neue Umgehungsstraße Laar/Beeck rollen, geht für die Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße eine Zeit zu Ende, die durch wackelnde Tassen in den Schränken gekennzeichnet war. Gehört das Nadelöhr im Schatten des Laarer Dom doch zu den meistbefahrenen Nord-Süd-Verbindungen Duisburgs. Der zuständige SPD-Ratsherr Dieter Fischdick zur Fertigstellung der Straße erleichtert: „Ein Jahrhundert-Bauwerk für den Ortsteil."

Rund 16 Mio Mark ließen sich Bund, Land und Stadt den neuen Verkehrsweg kosten. Autofahrer, die von Ruhrort nach Beeck wollen, biegen künftig in Höhe der Scholtenhofstraße auf die neu verlegte Straße ab, die parallel zur Friedrich-Ebert-Straße verläuft.

Zum Teil über Gelände der Thyssen Stahl AG geht's hinter der katholischen Kirche weiter bis zur
Unterführung am Laarer Ortseingang.

„Die Friedrich-Ebert-Straße bleibt künftig für den Durchgangsverkehr gesperrt", berichtet Bezirksvertreter August Haffner. Die „Hauptstraße" Laars ist den Radfahrern, Anliegern, Anlieferern und natürlich den Straßenbahnlinien 901 und 904 vorbehalten. Für kurze Zeit verbleibt die Wendeschleife an der Kreuzung Thomasstraße. Demnächst soll sie zur Emscherhüttenstraße verlagert werden, die ihrerseits umgebaut wurde, eine neue Straßenführung erhielt und künftig als Zufahrt zur Umgehungsstraße dient.

Voraussichtlich ab November sollen die Schallschutzmauern längs der Umgehungsstraße montiert werden. Mit Hochdruck arbeitet das Planungsamt derzeit an einem neuen Gesicht für die Friedrich-Ebert-Straße, die ihren Glanz der guten alten Zeit zurückerhalten soll. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung: Die beiden Altbauten am Ortseingang fallen der Abrissbirne zum Opfer. Auf dem dann freien Grundstück entsteht ein Wohn- und Geschäftshaus.

Doch damit ist die Serie verkehrlicher Entlastungskonzepte für Laar noch nicht beendet. Auf dem Reißbrett der Stadtverwaltung existiert der Umgehungsstraße letzter Teil. Er soll die Blechlawinen aus der Deichstraße fernhalten und den Verkehr am Rande des Thyssen-Geländes zur Stepelschen Straße leiten. SPD-Ratsherr Dieter Fischdick: „Über die Deich- und Friedrich-Ebert-Straße rollen insgesamt 2500 Fahrzeuge pro Stunde. Ab sofort werden die Anwohner spürbar vom Lärm entlastet."


26.09.1991 - WAZ - GK

In Laar können Bürger endlich ruhiger schlafen
Umgehungsstraße nun befahrbar

„Dann bleiben die Tassen endlich auf dem Tisch stehen". Der Laarer Geschäftsmann atmete auf, als Dieter Fischdick seine Einweihungsprozedur an der Laarer Straße hinter sich gebracht hatte. Die SPD Laar hatte sich jahrelang für eine Umgehungsstraße eingesetzt Dieter Fischdick zur Verwirklichung des 16-Millionen-Projektes euphorisch: „Ein Jahrhundertbauwerk für den Ortsteil." Bislang waren die Nerven der Anlieger an der Friedrich-Ebert-Straße durch Autoverkehr strapaziert worden.

Autofahrer, die von Ruhrort nach Laar wollen, biegen künftig in Höhe der Scholtenhofstraße auf die neu verlegte Trasse ab. Die neue Fahrbahn verläuft parallel zur Friedrich-Ebert-Straße, zum Teil über Thyssen-Gelände bis zur Unterführung am Laarer Ortseingang. Die Friedrich-Ebert-Straße bleibt dem Anliegerverkehr vorbehalten.

Zur Vollendung der Umgehungsstraße gehört auch ein Lärmschutzwall, an dem derzeit mit Hochdruck gearbeitet wird und der im Frühjahr fertig sein soll. Der Umgehungsstraße mussten ein Jugendheim und andere Gebäude ebenso weichen wie ein Teil der Thyssen-Halde.

Zwei große Projekte stehen jetzt auf dem Plan- und Wunschzettel der Laarer: Der dritte Bauabschnitt (mit dem die Umgehungsstraße komplett sein wird) von der Friedrich-Ebert-Straße bis zur Stepelschen Straße soll nicht nur, so Dieter Fischdick, die Friedrich-Ebert-Straße entlasten sondern vor allem die Deichstraße, die derzeit die am meisten belastete Nord-Südverbindung sei.

Nach dem Wunsch der SPD, so Ratsherr Fischdick, soll im nächsten Jahr damit begonnen werden. Allerdings: „Ich hab' mich dran gewöhnt, dass sich solche Projekte immer um ein Jahr verzögern." Für die Bauzeit ist mindestens ein Jahr anzusetzen, die Kosten werden rund 25 Mio. DM betragen.

Ein weiteres Projekt wird die Erneuerung der Friedrich-Ebert-Straße sein. Angesichts des desolaten Zustandes der Kanalisation muss erst einmal der Hauptsammler erneuert werden. Die Maßnahme ist
mindestens seit zehn Jahren überfällig, war aber aufgeschoben worden, weil die Fertigstellung der Umgehungsstraße abgewartet werden sollte. Im Zuge dieser Maßnahme werden dann auch für die Straßenbahn neue Gleise verlegt werden.

Und um den Laarer Ortskern weiter aufzuwerten, soll der unbenutzte Kiosk abgerissen werden und der Kirchplatz zum Treffpunkt und ausgebaut werden.


28.09.1991 - Wochenanzeiger

Umgehungsstraße in Laar ist fertiggestellt:
Wände wackeln nicht mehr

Die letzte Asphaltschicht ist aufgetragen, die Bagger ziehen den Rückzug an:

 

Wenn am kommenden Mittwoch ab 13 Uhr erstmals die Autos über die neue Umgehungsstraße Laar/Beeck rollen, geht für die Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße eine lärmende Zeit zu Ende. Endlich können die Anwohner ruhig schlafen. Sie können ihre Tassen im Schrank lassen, denn die wackeln ab jetzt nicht mehr.

Gehört das Nadelöhr im Schatten des Laarer Domes doch zu den meistbefahrenen Nord-Süd-Verbindungen Duisburgs, wie Verkehrsmessungen ergaben.

Beharrlich kämpfte die Laarer SPD jahrelang für den Bau der Umgehungsstraße. Ratsherr Dieter Fischdick: "Ein Jahrhundert-Bauwerk für den Ortsteil."


26.10.1991 - Rheinische Post

 

„Laarer Dom" nach Sanierung für Jubiläum gerüstet
Zwei „Ewalde" aus hellem Mauerwerk

 

„Aus dem weißen und dem schwarzen Ewald sind zwei weiße Ewalde geworden." Bei dieser scherzhaften Bemerkung von Dechant Heinrich Thönnessen, Pfarrer der Laarer Gemeinde St. Ewaldi, schwingt unverhohlen Freude mit. Gemeint sind die beiden Kirchentürme des „Laarer Doms" an der Friedrich-Ebert-Straße, die sich jetzt — wie auch das Hauptportal — mit hellem Mauerwerk präsentieren.
Nachdem im vergangenen Jahr der kleinere Kirchturm — ihm fehlt die Spitze — restauriert worden war und seitdem durch seine helle Fassade ins Auge fiel, wirkte sein Nachbar, der Südturm, eher noch dunkler. Von einem „weißen und schwarzen Ewald" zu sprechen, lag also auf der Hand. Davon ist auch schon in der Heiligenlegende der beiden Pfarrpatrone die Rede. Denn die beiden Ewalde, Brüder, Missionare und Märtyrer des siebten Jahrhunderts, sollen so auch schon wegen ihrer Haarfarbe unterschieden worden sein.


Der Zahn der Zeit und der saure Regen setzten dem „Laarer Dom" in der Vergangenheit ordentlich zu. „Der Tuffstein unserer 1897 erbauten und 1944 schwer beschädigten Kirche begann in letzter Zeit zu bröckeln", berichtet Dechant Thönnessen. Die Gefahr, dass Gesteinsbrocken Passanten
auf den Kopf fallen, wuchs. Deshalb musste etwas gegen die alters- und witterungsbedingten Schäden an der Fassade unternommen werden.


Nach der Sanierung des Nordturms und Hauptportals im letzten Jahr wurde im Mai dieses Jahres der Südturm in Angriff genommen und unter Federführung des Architektenbüros Probst und Wilke gründlich restauriert. Neben der Reinigung noch intakter Fassadenflächen wurden vor allem gerissene und in der Oberfläche stark verwitterte Natursteinflächen, Gesimse und Vierungen ausgetauscht. „Dabei wurden rund 30 Tonnen neues Tuffsteinmaterial aus Steinbrüchen der Südeifel und roter Sandstein aus dem Hunsrück verarbeitet und imprägniert", erläutert Architekt Manuel Wilke. Neben diesen Steinmetzarbeiten wurden auch die vier Nebentürme mit Kupferplatten neu gedeckt und der Blitzschutz des Spitzturmes verbessert. Gegen die Verschmutzung durch Taubenkot und die damit verbundene Verwitterung des Steinmaterials sind ebenfalls Maßnahmen ergriffen worden.


Das Laarer Gotteshaus ist somit für den Geburtstag gerüstet, denn im nächsten Jahr feiert die Gemeinde St. Ewaldi ihr 100jähriges Bestehen als selbständige Pfarrei.