News 1976 - Nachrichten aus Laar


05.04.1976 - Rheinische Post - Klaus Radke

 

Am rheinnahen Krankenhaus in Beeckerwerth

Neuer Steiger ist nicht notwendig

Hubschrauber hilft Transporte beschleunigen

 

Der Bau eines Steigers am St.-Joseph-Hospital in Beeckerwerth würde keine schnellere Hilfe und keine wesentlich bessere Versorgung bei Unfällen auf dem Rhein und in den Häfen gewährleisten. Dies teilte die Stadtverwaltung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Meiderich/Beeck mit. Die Fraktion hatte prüfen lassen, ob der Schifffahrt sowie den Wasserschutzbehörden in Notfällen ein direkter Zugang zu dem einzigen im Raum Duisburg am Rhein liegenden Krankenhaus ermöglicht werden könne.

 

Bei Hilfeersuchen der Rheinschiffer wird in der Regel die Wasserschutzpolizei angesprochen, die diese Meldung an die Einsatzzentrale der Feuerwehr weitergibt. Die Feuerwehr koordiniert die nötigen Maßnahmen, die sicherstellen, dass der Verletzte oder die akut erkrankte Person an Land und dann in das geeignete Krankenhaus transportiert wird. Der Krankentransport wird auf dem Strom von Fall zu Fall mit Hilfe der Boote der Wasserschutzpolizei oder des Feuerlöschbootes durchgeführt. Am Landsteg übernehmen in der Regel die Rettungswagen der Feuerwehr den Kranken.

 

Sollte in dringenden Fällen ein Notarzt angefordert werden, setzen ihn Wasserschutzpolizei oder Feuerwehr vom Land zum Schiff über. Seit kurzem ist es möglich, unter bestimmten Voraussetzungen den Notarzt durch den Rettungshubschrauber „Christoph 9", der am Buchholzer Unfallkrankenhaus stationiert ist, an Bord zu bringen oder den Patienten, nachdem Erste Hilfe geleistet worden ist, ins Krankenhaus zu fliegen.

 

Unfälle in den Häfen sind durchweg weniger problematisch, da häufig eine direkte Verbindung mit dem Land besteht. Hier wird der Rettungsdienst der Feuerwehr einschließlich Notarztwagen eingesetzt. Hin und wieder kann es sinnvoll sein, auch das Feuerlöschboot hinzuzuziehen oder den Hubschrauber anzufordern.

 

Die Einsätze, die auf dem Rhein und den Häfen durchgeführt werden, sind statistisch nicht besonders erfasst. Zahlenmäßig sind sie jedoch sehr gering. Sie liegen in einer Größenordnung von 50 Einsätzen im Jahr. Dies ist bei einem jährlichen Gesamtvolumen von über 30 000 Feuerwehreinsätzen im Zusammenhang mit Krankentransport und Rettungsdienst von untergeordneter Bedeutung.

 

Wie die Verwaltung mitteilt, würden die leistungsfähigen medizinischen Schwerpunkteinrichtungen des St.-Joseph-Krankenhauses im Rahmen der Rettungseinsätze voll genutzt.


14.02.1976 - Rheinische Post - p.h.

 

2,2 Millionen Mark „Nachschlag"

Teure Feuerwache

 

Um 2,2 Millionen Mark teurer wird – wie berichtet – die neue Feuerwache in Laar. Der Gesamtbau stellt sich jetzt auf stolze 9,6 Millionen, über die Begleitumstände des Bewilligungsverfahrens für die Mehrkosten ist der Sprecher der CDU im Rats-Bauausschuss, Dr. Jürgen Kämpgen, aus doppeltem Grunde verärgert. Zum einen – so meint der Politiker aus dem Duisburger Norden – hätte von der Verwaltung erwartet werden können, dass Sie eine detaillierte Aufstellung über die Mehrkosten auf den Tisch legte und sich nicht nur auf eine Preissteigerungsrate von 24,5 Prozent beruft. Zum anderen hätte die Verwaltung den Rat früher über diese Kostensteigerung unterrichten müssen.

 

„Bereits Mitte des Jahres 1973 war zu erkennen, dass mit Mehrkosten gerechnet werden musste", stellt man im Rathaus heute fest. „Aber bei den Etat-Beratungen hat man davon keinen Ton gehört", beschwert sich Kämpgen (im Bauausschuss hatte er von der Verwaltung exaktere Angaben und eine Vertagung des Beschlusses gefordert. Die SPD hatte sich jedoch mit der mageren Vorlage zufriedengegeben und die Verabschiedung durchgesetzt).

 

Der Feuerwehr-Neubau an der Austraße wird Ersatzbau für die alte Wache an der Landwehrstraße. Diese war hier in enger Nachbarschaft zum Gymnasium schlecht untergebracht. In das neue Gebäude wird eine Zugwache einziehen, die mit einem Tanklöschfahrzeug, einem Löschfahrzeug, einer Drehleiter und mit Krankenwagen und Sonderfahrzeugen für Einsätze in Meiderich, Beeck, Laar und Ruhrort bereitsteht..

 

Die Fertigstellung ist für Juli dieses Jahres vorgesehen. Im Januar 1974 war mit dem Bau begonnen worden. Inzwischen steht der Rohbau.


05.04.1976 - Rheinische Post - Gustav Real

 

Oehm will sich nicht verprügeln lassen

Ausschuss-Gefecht um Feuerwache in Laar

 

Einen zünftigen Wutausbruch von Stadtdirektor Oehm, zornige Angriffe des Stadtdirektors gegen Hochbauabteilungen, eine Rüge, von Ratsherr Hammer an Oehm, erstaunliche Tatsachen und viel Verwirrung gab es in der Sitzung des Bauausschusses. Der sonst so konziliante Stadtdirektor Oehm schlug mit der flachen Hand auf den Tisch und rief: „Bei so etwas soll einem nicht der Kragen platzen." Er gab später zu, in den 13 Jahren seiner Amtszeit bei der Stadt Duisburg noch nicht so geladen gewesen zu sein.

 

Ausgelöst wurde der Sturm im Wasserglas durch bohrende Fragen von Ratsherr Franz Heckhausen, CDU, und durch das nicht geringere Wissensbedürfnis von Dr. Jürgen Kämpgen, CDU. Bezahlen musste die Zeche Oberbaurat Werner Stockrahm, Bauabteilungsleiter in Meiderich. Im Hintergrund stand eine Nachforderung von 2,2 Millionen für die neue Feuerwache in Laar. Davon gehen fast 1,8 Millionen auf die Preissteigerung vom ersten Kostenanschlag im Jahr 1972 bis heute zurück. Die Summe wird in der Verwaltungsvorlage mit „24,5 Prozent" angegeben.

 

Das genügte aber Heckhausen nicht. Er bemängelte als erster, dass hier eine Spezifikation der Posten fehle und beantragte: „Absetzen, bis die Verwaltung uns genau unterrichtet. Wir wollen wissen, was los ist;'' Die SPD bemängelte die fehlenden Einzelheiten ebenfalls, wollte die Steigerung aber genehmigen.

 

Dann kam der Stein ins Rollen. Heckhausen wollte wissen, ob von der Kostenüberschreitung schon erste Gelder ohne Genehmigung des Ausschusses genehmigt seien, und wer sie genehmigt habe. Heckhausen nahm das jedenfalls an. Das gab die ersten scharfen Worte.

 

Oberbaurat Stockrahm gab nach und nach auf Befragen die ersten Einzelheiten bekannt. Da kam heraus, dass der erste Bauunternehmer zwar angefangen, aber dann die „Brocken hingeschmissen" habe. Man erfuhr noch mehr. Der Unternehmer hatte nämlich ohne schriftliche Auftragsbestätigung mit den Arbeiten angefangen und dann Nachforderungen gestellt. Und weiter: Die Arbeiten für die neue Feuerwache in Laar waren bereits begonnen, als das Gesamtgrundstück noch nicht der Stadt gehörte. Die finanziellen Auswirkungen dieser Tatsache sind schwer ersichtlich, aber sie brachten Elmar Oehm auf die Barrikaden. Dem Sinne nach: „Das ist ewig das alte Lied, wenn Dezernate als Bauherren auftreten. Da heißt es: Wir müssen beginnen, damit wir noch die Zuschüsse vom Land bekommen. Da stellen sich nachher dann immer solche Sachen heraus. Ich bin es leid, mich wegen anderer Dezernate hier verprügeln zu lassen."

 

In dem Zusammenhang musste Stockrahm daran glauben. Oehm: „Nun packen Sie doch endlich aus, und seien Sie nicht so maulfaul. Bei so etwas platzt einem ja hier der Kragen." So etwas hatte der Ausschuss noch nicht erlebt. Ratsherr Hammer stellte sich vor Oberbaurat Stockrahm. Verblümte Mahnung an Oehm: Er - Hammer - sei Mitglied des Personalausschusses und meine, so dürfe man einen städtischen Bediensteten nicht anpusten.

 

Ratsherr Heckhausen beantragte festzustellen, ob im Falle der Feuerwache Laar schon unrechtmäßig Zahlungsanweisungen getätigt worden seien. Obwohl die SPD-Fraktion die Verwaltungsvorlage als unzureichend angesehen hatte, stimmte sie ihr zu. Man wolle verhüten, dass die Arbeiten zum Stillstand kämen. Die Gegner schieden zum Teil unversöhnt.


14.05.1976 - Rheinische Post - srs.

 

Keine Erfahrung mit Feuerwachen

Entschuldigung und Begründung der Stadtverwaltung zur Falschbuchung in Millionenhöhe

 

Zuerst waren es Mehrkosten. Dann wieder nicht, sondern einfach Geld, das nur falsch verbucht worden war. Und schließlich die große Überraschung: Es wird sogar noch einen Überschuss in Höhe von 97.723 Mark geben! Wo? Natürlich beim Projekt Feuerwache Laar! Die RP-Leser wurden mehrmals ausführlich über diese wundersame Sache unterrichtet - nun ist der neueste und wohl auch letzte Stand mitzuteilen. Der „Bericht zur Lage" des Oberstadtdirektors erfolgte auf der Ratssitzung am Montag dieser Woche.

 

Da gab es also eine Rohbauausschreibung, die aber nicht zum Vertragsabschluss führte. „Der entsprechende Auftrag wurde jedoch in Höhe von 2.300.000 Mark gebucht, irrtümlich aber nicht zurückgebucht", heißt es in dem Bericht für den Rat. Bei der zweiten Ausschreibung wurden die Rohbaukosten nochmals verbucht, so dass endgültig eine Mehrkostenanforderung entstand.

 

Diese Kosten setzen sich zusammen aus 1,9 Mill. Mark durch Baukostensteigerungen, denn die ersten Schätzungen erfolgten 1972/73. Dann gab es noch zusätzliche Arbeiten mit Kosten in Höhe von 481.000 Mark, so dass sich der Mehrkostenbetrag auf rund 2,3 Mill. Mark belief.

 

Der Irrtum ist passiert, weil keine Überprüfung der Mehrkosten mit den bis dahin erteilten Aufträgen stattgefunden hatte. Doch nun darf geschmunzelt werden, denn der Oberstadtdirektor begründet den nun „Gebundenen" Überschuss auch noch damit: „Dass die ursprünglich in 1972 geschätzten Kosten trotz der unstreitig seitdem eingetretenen Baukostensteigerungen im Ergebnis ausreichen, ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen."

 

Und die Folgen? Im Rat wurde darüber laut nachgedacht. Fraktionsvorsitzender Ermert (SPD): „Damit ist ein wenig die Glaubwürdigkeit in der Vorlagen ins Wanken geraten!" Dr. Glaszinski (CDU) riet der Verwaltung: „Da sollten mal alle anderen Ansätze abgeklopft werden, um zu sehen, wieviel Reserve wir noch haben. Vielleicht kann der Etat dadurch entscheidend verbessert werden." Und Ratsherr Heckhausen (CDU) erinnerte an die Hartnäckigkeit der CDU-Vertreter und daran, dass diese von Beamten als Laien und Nichtwisser abgestempelt worden seien.

 

Das war ja wohl keinesfalls so, wie sich nun herausgestellt hat. Nur, das zuzugeben, fiel halt sehr schwer. Und die Rathaus-Leute dürfen sich nun einen neuen Merksatz an die Wand heften: „Nichtwissende Ratsherren wissen oftmals doch mehr."


27.05.1976 - Rheinische Post - Peter Hardt

 

Meiderich: Entwicklungsplan weist neue Wege

Schulen müssen wandern

 

Mit dem Vollzug des Schulentwicklungsplanes (SEP) wird im Bezirk Meiderich in absehbarer Zeit ein munteres Bäumchen-wechsel-dich-Spiel einsetzen, an dem zunächst sicherlich weder Lehrer noch Schüler ihren Gefallen haben werden. Dann sollen nämlich an der einen Stelle Klassen dicht gemacht und an anderer Stelle neue Klassen angegliedert werden, soll die eine Schule von hier nach dort und die andere von dort nach hier ziehen. ...

 

Wenn manchem Kind aus Beeckerwerth und Laar in Zukunft lange Schulwege erspart bleiben, dann haben Eltern und Schüler auch dies der Beschlussfassung in der Bezirksvertretung zu danken. Die Verwaltung hatte nämlich vorgeschlagen, die Hauptschule Werthstraße in Laar und die Hauptschule an der Heisterbacher Straße in Beeckerwerth aufzulösen. Die Bezirksvertreter sagten „nein". Den geschlossenen Siedlungsbereichen habe man die Hauptschulen erhalten wollen. Vom Schulausschuss wurde die Willenserklärung der Bezirksvertretung bestätigt. Der Erhalt der Schule Werthstraße ist danach auf lange Sicht gesichert, der Erhalt der Schule Heisterbacher Straße auf jeden Fall bis 1980. Dann will man weitere Entscheidungen, von der Entwicklung der Schülerzahl abhängig machen. So SPD-Fraktionssprecher Bulitz. ...


21.05.1976 - Rheinische Post

 

Gesangvereine zieht's ins Grüne

 

Mit Beginn der warmen Jahreszeit ziehen die Gesangvereine wieder hinaus aus den Sälen ins Freie. Samstags und sonntags machen sie im Duisburger Norden in den Parks den Singvögeln Konkurrenz. Spaziergänger bleiben stehen, lauschen, und gehen dann vielleicht ein wenig beschwingter ihres Weges. Der Männergesangverein Germania (sang) mit dem Kinderchor St. Ewaldi unter der gemeinsamen Leitung von Manfred Leuer im Floragarten in Laar.


Mai 1976 - Rheinische Post - nr

 

Ein weiterer Ortsteil in Duisburg-Nord erhält direkten Anschluss

Emscherschnellweg bald in Beeck

 

Der Emscherschnellweg wird mit Ablauf des Jahres 1978 von Hamborn bis zur Friedrich-Ebert-Straße in Beeck ausgebaut sein. Dies erklärte Stadtdirektor Elmar Oehm während einer Veranstaltung des CDU-Ortsverbandes Beeck. Der Stadtteil erhält dann direkte Anschlüsse an die Nord-Süd-Stadtautobahn sowie an die B 228. Die Stadt verspricht sich hiervon eine Entlastung der reinen Wohngebiete vom Durchgangsverkehr.

 

1980 wird in Beeckerwerth mit dem Rheinbrückenbau begonnen. Vorläufig wird die Schnellstraße also in Beeck enden. Zwischen der Hubertusstraße und dem Beecker-Denkmal, in der Nähe der evangelischen Kirche, soll die Autobahn die Friedrich-Ebert-Straße überqueren. Im Bereich der Zu- und Abfahrten wird die Friedrich-Ebert-Straße vierspurig ausgebaut. Die Straßenbahnen werden auf besonderen Bahnkörpern verkehren. Beim Bau der Autobahn wird man auch das Immissionsschutzgesetz beachten müssen. Danach sind schädliche Umweltgeräusche, die vermeidbar sind, auszuschalten.

 

Elmar Oehm wandte sich gegen die polemische Behauptung, Deutschland würde mit Straßen zugebaut. Oehm: „In der Bundesrepublik sind etwa zehn Prozent der Fläche mit Gebäuden und nur zwei Prozent der Fläche mit Straßen bedeckt. Wenn wir den Verkehr in Zukunft in den Griff bekommen wollen, müssen wir Straßen bauen. Die Statistiker behaupten, dass in nicht allzu ferner Zeit fast jeder Dritte ein Auto besitzen wird."

 

Der Stadtdirektor ging auch auf das Stadtbahn-Ruhr-Projekt ein. Alle Ruhrgebietsstädte werden sich daran beteiligen. Oehm begrüßte, dass es im Ruhrgebiet endlich zu einem Gesamtplanen und Gesamtdenken gekommen sei. Das Stadtbahnprojekt werde eine Milliarde Mark verschlingen. Oehm: „Eine Generation kann die Aufwendungen nicht bezahlen. Wir sollten aber das verwirklichen, was wir als gut erkannt haben." Beeck wird von der Stadtbahn erst im Jahre 2000 berührt. ...


08.07.1976 - WAZ

 

Konzert im Floragarten startet zum 50. Male

Veranstaltung erfreut sich großer Beliebtheit

 

Zum 50. Male wird am kommenden Sonntag im Laarer Floragarten ein Sonntagsmorgenkonzert vorgetragen. Zum Jubiläumskonzert spielt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Duisburg ab 11 Uhr.

 

Seit 1962 führt die Bürgervereinigung Laar diese Sonntagsmorgenkonzerte durch, die sich, wie die Autokennzeichen vor dem Floragarten beweisen, nicht nur in Duisburg großer Beliebtheit erfreuen. Das Programm der Konzerte ist abwechslungsreich. So verpflichtete man neben Blasorchestern und Chören auch Beatbands und Skiffle-Groups. Mit dem Auftritt des Orchestervereins wagte man sogar ein Sinfoniekonzert im Freien.

 

Das größte Problem der Bürgervereinigung Laar besteht in der Bezahlung der Musikgruppen. Oft stand man schon vor der Frage, ob die Konzertreihe nicht wegen fehlender Finanzen abgebrochen werden muss. In den letzten Jahren wird diese Veranstaltung jedoch auch von der Stadt unterstützt.


08.07.1976 - NRZ - ff

 

Bürgervereinigung Laar: Zum 50. Male Frühkonzert

 

Am Sonntagvormittag um 11 Uhr ist es soweit. Dann beginnt im Laarer Florapark ein Jubiläumskonzert, das der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Duisburg ausführt. Es ist das 50. Frühkonzert, zu dem die Bürgervereinigung Laar einlädt.

 

Seit 1962 haben regelmäßig während der Sommermonate Konzerte stattgefunden. Mal waren es Chöre, mal Orchester, Musikzüge oder sonstige Musikgruppen, die in Laars „Oase der Erholung" zur Freude der Bevölkerung des kleinen Ortsteils am Rhein musizierten.

 

Schon mehrmals stand der Vorstand der Laarer Bürgervereinigung vor einer schweren Entscheidung, wenn es an Geld mangelte. Aber letztlich konnte das finanzielle Problem immer wieder gelöst werden. In den letzten Jahren hat dann auch die Stadt Duisburg geholfen.

 

Die Konzertveranstaltungen stehen nicht nur bei der einheimischen Bevölkerung hoch im Kurs, sondern es kommen auch immer wieder musikinteressierte Menschen, die außerhalb von Laar wohnen.

 

„Unsere Frühkonzerte haben immer großen Anklang bei der Bevölkerung gefunden. Alle Bestrebungen der Bürgervereinigung zielen dahin, diese Frühkonzerte auch in Zukunft regelmäßig zu veranstalten", stellte Geschäftsführer Günter Rubbert in Aussicht.


08.07.1976 - Rheinische Post

 

Das 50. Konzert

Am Sonntag wieder im Floragarten

 

Wenn am 11. Juli im Floragarten Musik erschallt, wird es diesmal zum 50. Male in der Reihe Sonntagmorgenkonzerte der Bürgervereinigung Laar geschehen. Dieses kleine Jubiläum macht alle stolz, ist es doch in der Tat nicht leicht, Jahr für Jahr während der Sommermonate Orchester, Chöre oder sonstige Musikgruppen zu verpflichten, vor allem, sie zu bezahlen. Oft schon stand der Vorstand vor der schweren Entscheidung, Sicherheit oder Risiko, d. h. die Konzertreihe auslaufen zu lassen oder zu hoffen, dass am Ende die finanzielle Frage doch noch gelöst wird. Der Idealismus hat jedes Mal gesiegt, und in den letzten Jahren hat auch die Stadt geholfen, dass die beliebten Sonntagmorgenkonzerte weiterhin durchgeführt werden können.

 

Beliebt sind sie, diese Sonntagmorgenkonzerte der Bürgervereinigung Laar, beliebt nicht nur in Laar, wie die Autokennzeichen vor dem Floragarten es beweisen. Laar ist dazu der einzige Stadtteil Duisburgs, in dem so regelmäßig Promenadenkonzerte durchgeführt werden.

 

Weit reicht der Bogen der seit 1962, seit dem ersten Konzert, verpflichteten Musikgruppen. Blasorchester und Chöre, Mandolinen- und Harmonikaorchester, Beatbands und Skifflegroupes lösten sich bei der Gestaltung dieser Konzerte ab. Mit der Verpflichtung eines holländischen Blasorchesters wurde die Veranstaltungsreihe international, sie wagte mit dem Auftritt des Orchestervereins ein Symponiekonzert im Freien.

 

Zur Jubiläumsveranstaltung am Sonntag wird ab 11 Uhr der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Duisburg konzertieren.


08.07.1976 - Rheinische Post

 

UNTER GROSSER ANTEILNAHME wurde gestern die viereinhalbjährige Marion K. auf dem Friedhof in Laar zu Grabe getragen. Das Kind war bestialisch ermordet worden. Als Täter nahm die Kripo den 44-jährigen Waschkauenwärter Joachim Kroll in Haft, der seit Sonnabend letzter Woche verhört wird.


05.08.1976 - WAZ - rast

 

Aussprache mit allen Beteiligten angesetzt

Laarer laufen Sturm gegen 'Hermann Wenzel'

Immission wurde in letzter Zeit nicht gemessen - Probleme

 

Zahlreiche Anwohner in Laar laufen jetzt gegen das ATH-Kraftwerk „Hermann Wenzel" Sturm. Wieder einmal könnte man fast sagen, denn nach Auskunft von Annemarie Schildt - betroffene Bürgerin im Einzugsbereich des Kraftwerkes -, würde man sich nunmehr in regelmäßigen Abstanden seit 20 Jahren über „Hermann Wenzel" ärgern. Auf Veranlassung von vielen Laarern trommelt Frau Schildt jetzt Vertreter der ATH, der Stadt Duisburg, des Gewerbeaufsichtsamtes und der Betroffenen zu einem Informationsgespräch zusammen Denn wie die WAZ bereits ausführlich berichtete, stößt das Kraftwerk von Zeit zu Zeit in geballter Form weiße Rußflocken aus seinem Schlot, der sich dann als schneeartiger Belag über Laar niederlegt. Der Diskussionsabend findet heute, um 18 Uhr, in der Gaststätte Gottfried Kruger statt

 

„Wir bemerken in Laar schon seit Jahren, dass von Zeit zu Zeit Staub aus dem Kraftwerk-Schlot ausgestoßen wird. So auch beispielsweise am 7. und 17. Juli, als die Flocken sogar bis zur Laarer Kirche niedergingen", schildert Annemarie Schildt.

 

Nach Anfragen bei der ATH sei ihr mitgeteilt worden, dass das Unternehmen ständig an der Lösung des Problems arbeite, doch dass man technisch zur Zeit noch nicht in der Lage sei, den Auswurf zu verhindern. Die Laarer möchten doch bitte noch Geduld aufbringen. „Wir waren aber schon in den letzten Jahren sehr geduldig und halten eine Aussprache für dringend. Schließlich leidet unter dem Auswurf ganz Laar, denn es werden ja nicht nur Autos und Häuser verschmutzt", stellte Anwohnerin Schildt klar.

 

Vom Gewerbeaufsichtsamt - es wird voraussichtlich nicht an der Diskussion teilnehmen können, da die zuständigen Beamten sich zur Zeit in Urlaub befinden - war zu erfahren, dass in den letzten Jahren keine Messungen in der Nähe des Kraftwerks vorgenommen worden sind. „Da bei uns keine Eingaben vorlagen, waren wir der Meinung, dass in Laar alles in Ordnung sei", verlautete aus dem Gewerbeaufsichtsamt. „Ich habe allerdings Mitte Juli eine Eingabe eingereicht und auf die Missstände aufmerksam gemacht, nachdem während einer Woche der weiße Segen zweimal auf uns nieder kam", erklärt Annemarie Schildt.

 

Ständig misst jedoch die ATH die Emission am Kraftwerk, und zwar am Fuße des 160 Meter hohen Kamins, bevor sie ausgestoßen wird. „Hier befinden wir uns ständig weit unter dem gesetzlich bestimmten Grenzwert", erklärt Dr. Bernhard Bussmann, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft bei der ATH. Aus technisch noch ungeklärten Ursachen käme es jedoch vor, dass sich Restteile der Emission am Kaminrand festsetzen. Je nach Lastschwankungen würde dieser Rest dann von Zeit zu Zeit aus dem Schlot ausgestoßen.

 

Technisch lässt sich dieses Problem noch nicht lösen, wir wissen nur, dass dieses Phänomen auch bei allen anderen Kraftwerken zu beobachten ist", so Dr. Bussmann. Ob sich jedoch auch die „geballte Ladung" innerhalb der zulässigen Grenzwerte bewegt, können weder ATH noch das Gewerbeaufsichtsamt beantworten. Von beiden Seiten sind in letzter Zeit nämlich dahingehend keine Messungen vorgenommen worden.


02.08.1976 - Rheinische Post - Cl.

 

Zünftige Blasmusik im Floragarten

Trachtenkapelle „Edelweiß" spielte trotz Regen

 

Das Jubiläum ist vorbei, und schon spielt das Wetter nicht mehr mit. Das dachten sicher die Verantwortlichen der Bürgervereinigung Duisburg-Laar am Sonntagvormittag. Dicke Regenwolken zogen über Duisburg hin und immer wieder prasselten kurze Schauer herunter.

 

Kein angenehmes Wetter also. Umso erfreulicher, dass viele Laarer Bürger sich dadurch ihr schon traditionelles Sonntagmorgenkonzert nicht vermiesen ließen. Mit Schirmen bewaffnet ging es um 11 Uhr in den Florapark, denn dorthin hatte der Bürgerverein wieder einmal eingeladen.

 

Am 11. Juli war großes Jubiläum. Das 50. Sonntagmorgenkonzert war ein riesiger Erfolg. Seit 11 Jahren besteht jetzt diese schöne Tradition. In lockerer Folge werden den Laarer Bürgern Konzerte in dem schönen Park des Duisburger Stadtteils angeboten. Natürlich geht das nur in den Frühlings- und Sommermonaten.

 

Natürlich wird auch im Winter nicht auf die musikalischen Darbietungen verzichtet. Alljährlich finden abwechselnd in der evangelischen oder katholischen Kirche Adventskonzerte statt, an denen sich alle Laarer Gesangvereine beteiligen.

 

Gestern gab es einen besonderen Leckerbissen, bei dem viele Zuhörer vergaßen, dass hin und wieder mal ein kurzer Regenschauer auf die aufgespannten Schirme prasselte. Aus Hamborn war die Trachtenkapelle „Edelweiß-Neumühl" nach Laar gekommen. In ihren zünftigen Lederhosen, Kniestrümpfen und grünen Hüten saßen die Musiker in der kleinen Konzertmuschel des Floraparks. Obwohl alles etwas kleiner, aber auch gemütlicher war, erinnerte die Atmosphäre an die eines Kurparks in Bad Oeynhausen oder Baden-Baden.

 

Ob Walzer, Marsch oder Polka, gut einstudiert und mit dem nötigen Schwung wussten die Hamborner Musiker alles vorzutragen. Wie sehr die Blasmusik bei den Laarer Bürgern ankam, zeigte der große Applaus nach jedem Stück. Groß und Klein waren begeistert und schaute man in die Runde, sah man so manches Bein im Takt mitwippen. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Männer der Trachtenkapelle „Edelweiß-Neumühl" nicht ohne eine Zugabe ihre Instrumente wieder einpacken konnten.


07.08.1976 - Rheinische Post - Claus Jobes

 

Nach Beschwerden über Lärm und Schmutz vom Kraftwerk ein Versprechen:

ATH von Bürgern kontrolliert

 

Seit Jahren wird über das Kraftwerk „Hermann Wenzel" der August-Thyssen-Hütte von der Laarer Bürgerschaft Klage geführt. Schmutz- und Lärmbelästigung sind nach Meinung der Anwohner zeitweise unzumutbar. Häufig wurden Gewerbeaufsicht, Stadtverwaltung und die ATH selbst angeschrieben und auf die Missstände aufmerksam gemacht. Viel hat die ATH in den letzten Jahren investiert, um diese negativen Nebenerscheinungen der Industrie zu mindern, doch noch immer werden die durch die einschlägige Vorschrift TA-Lärm (Technische Anleitung) vorgeschriebenen Werte überschritten.

 

Diese Tatsache wurde auch nicht von den Vertretern der ATH abgestritten, die auf Einladung der Laarer Interessengemeinschaft jetzt zu einer Aussprache in die Gaststätte Kruger an der Friedrich-Ebert-Straße kamen. Annemarie Schildt, die sich seit Jahren für eine Verringerung der Umweltbelastung in Laar einsetzt, konnte in dem überfüllten Saal neben dem ATH-Umweltschutzbeauftragten Dr. Jürgen Philipp auch den Kraftwerksleiter Alfred Delwig und Pressestellenleiter Wolfgang Schmidt begrüßen. Von der politischen Seite waren MdB Günter Schluckebier (SPD), MdB Ferdi Breidbach (CDU) und Ratsherr Franz Widera (FDP) erschienen. Auch Duisburgs Umweltschutzmann Dipl.-Ing. Johannes Rabbe stellte sich den Fragen der Laarer Bürger.

 

Nachdem die Gewerbeaufsicht eine Einladung aus personellen Gründen abgelehnt hatte, war es Rabbe, der mit konkreten Messdaten aufweisen konnte. So wurden bei einer unangemeldeten Kontrolle 62 dB an der Feuerwache und 52 dB am Scholtenhof gemessen. Rabbe: „Da es sich hier um ein reines Wohngebiet handelt, dürften am Tage 50 dB und in der Nacht 35 dB nicht überschritten werden."

 

Eine Gesundheitsgefährdung sieht Rabbe aber weder in der Schmutz- noch in der Lärmbelästigung. Die Werte der Vorschrift „TA-Luft" werden nach den Messungen des Umweltschutzbeauftragten der Stadt Duisburg nicht überschritten.

 

Auf die technischen Schwierigkeiten wies Dr. Philipp von der ATH in seinen Ausführungen hin. „Es ist", so Philipp, „schon eine Menge gemacht worden, und die nächste Maßnahme wird das Zumauern der Kraftwerksfenster sein. Damit erreichen wir eine weitere Senkung der Lärmbelästigung um fünf bis sechs dB."

 

Als völlig abwegig bezeichnete Alfred Delwig die Behauptung einiger Bürger, dass nachts die Elektrofilter und Messgeräte abgeschaltet und besonders viel Dreck aus den Kaminen herausgeblasen würde. Er gab das Versprechen, dass jeder Bürger unangemeldet zu jeder Zeit das ordnungsgemäße Arbeiten der Schutz- und Kontrolleinrichtungen überprüfen könne. Wenn einmal etwas mehr Dreck ausgestoßen würde, handele es sich um eine Funktionsstörung der Filteranlagen, die aber dann umgehend beseitigt würde.

 

Schnelle Abhilfe unter Beachtung der technischen Möglichkeiten, sowie eine Entschädigung, die über die fünf Mark der Wagenwäsche hinausginge, forderten die Politiker, die besonders der Gewerbeaufsicht mangelnde Kontrollen vorwarfen.

 

Hierzu konnte auch Annemarie Schildt aus ihren Erfahrungen ein recht merkwürdiges Erlebnis schildern: Als die Schmutzbelästigung wieder einmal recht stark war, rief sie bei der Gewerbeaufsicht an und bat um Entsendung eines Beamten. Die Antwort, so Annemarie Schildt: „Das ist jetzt nicht drin. Außerdem sind wir nicht für die Bevölkerung, sondern für die Industrie da."


08.09.1976 - WAZ - rast

 

Hunderte strömten an die Austraße

Einweihung der Feuerwache in Laar glich einem Volksfest

Station in Ruhrort hat ausgedient

 

Hunderte von Schaulustigen strömten gestern Morgen an die Austraße. Der Grund: die neue Feuerwache in Laar wurde ihrer Bestimmung übergeben. Die Duisburger Feuerwehr hatte deshalb auch für genügend Attraktionen gesorgt. Sie stellte ihre Einsatzfahrzeuge vor - eine Dampfspritze aus dem Jahre 1902 hatte freilich schon seit langem ausgedient und zählt zum Museumsbestand - eine Kapelle unterhielt die Besucher, und außerdem hatten Interessenten Gelegenheit, die neue Wache auch von innen und außen ausgiebig zu inspizieren.

 

So ging dann auch das erste Kompliment, das Oberbürgermeister Josef Krings während der Einweihungsfeier machte, an die Laarer selbst. „In diesem Stadtteil versteht man es aus jeder Feier, handelt es sich nun um eine Einweihung oder andere Festlichkeiten, ein Volksfest zu machen", so der Oberbürgermeister. Neben ihm hatte sich die politische Prominenz aller Parteien gestern Morgen äußerst zahlreich an der Austraße eingefunden, um dem Festakt beizuwohnen.

 

Besonderen Dank zollte Krings den Feuerwehrmännern, die in Duisburg ihren Dienst versehen. „Immerhin wurde jeder zehnte Feuerwehrmann bei Einsätzen zur Sicherheit der Bevölkerung im vergangenen Jahr verletzt", erklärte er.

 

Die Feuer- und Rettungswache an der Austraße ersetzt bekanntlich die alte Wache in Ruhrort, die bereits 1917 in Betrieb genommen worden war. Von Laar aus werden jetzt rund 100 000 Einwohner betreut. Zu den Einzugsbereichen der Wache, die rund 7,3 Millionen Mark gekostet hat, zählen neben Ruhrort, Beeck, Beeckerwerth und Laar auch große Teile Meiderichs. „Taktisch liegt die Wache wesentlich besser als die alte in Ruhrort, da sie sich mitten im Einzugsgebiet befindet. Außerdem wurde bei dem Standort auch die zukünftige Verkehrsplanung im Laarer Raum berücksichtigt", erklärte Hans-Otto Herzog, zweiter Mann bei der Berufsfeuerwehr. Im Ernstfall können die Laarer Feuerwehrmänner auch bei Einsätzen in Homberg und Baerl hinzugezogen werden.

 

„Die Wache an der Austraße entspricht einem bundesweiten Standard. Wir werden hier einen kompletten Löschzug, mehrere Spezialfahrzeuge und mindestens zwei Rettungswagen stationieren", schilderte Herzog. ...


08.09.1976 - NRZ - se

 

Nach Ach und Weh: In die Austraße kam selbst der OB

Rummel um die Feuerwache

 

Gulaschkanone, ein (vom Bezirksvorsteher gespendetes) Fass Bier, Schulklassen, Tag der offenen Tür. Auch eine Oberbürgermeister-Rede. Stichworte zur Einweihung der neuen „Feuerwache 2" in Laar auf der Austraße, die schon so viel Ärger gemacht hat. Gestern Morgen war es soweit. Nach zwei Jahren Bauzeit und neun Millionen Mark Investitionen wurde der dreistöckige langgestreckte Bau in Betrieb genommen. Offiziell. Denn die Feuerwehrleute hausen hier schon seit drei Tagen.

 

Einige Ratsherren können den Ausdruck „Austraße" nicht mehr hören. Besonders dann, wenn sie Mitglieder des Bauausschusses sind und an Mehrkosten denken. Denn sie segneten einmal drei Millionen für den Bau zusätzlich ab, ohne genau nachzuprüfen. Die Millionen waren nämlich gar nicht notwendig, weil die Verwaltung per Computer falsch gebucht hatte. Seit dieser Zeit - etwa im Mai - tauchen in den verschiedensten Sitzungen immer wieder Korrekturvorlagen auf.

 

Sonst ist die neue Wache wirklich prima. Meint auch die Feuerwehr, die ihren alten Schuppen in Ruhrort, wo sie bislang untergebracht war, jetzt räumte. Das Haus in der Landwehrstraße wird vermutlich der Spitzhacke zum Opfer fallen, weil das Käthe-Kollwitz-Gymnasium erweitert werden soll.

 

Vor allen Dingen gibt es an der Austraße mehr Platz. Soviel, dass auch noch andere Dienststellen der Stadt einquartiert wurden. So zum Beispiel die Desinfektionsabteilung, die dem Gesundheitsamt unterstellt ist. Rund 60 Mann können hier Dienst tun. Mit einem Löschzug, Sonderfahrzeugen, zwei Krankenwagen. Letztere mussten schon von hier zu den ersten Einsätzen ausrücken.

 

Die Feuerwehr ist in Duisburg mit acht Wachen vertreten - eine davon schwimmt.


08.09.1976 - Rheinische Post - Christoph Rind

 

Neun-Millionen-Mark-Wache

Feuerwehr umgezogen

 

Vom tiefsten Mittelalter in die Neuzeit versetzt", so bezeichnete Brandamtsrat Sass den Umzug der Duisburger Feuerwehr von der alten Ruhrorter Wache an der Landwehrstraße in den modernen Neubau an der Austraße in Laar. Nach einer Bauzeit von fast drei Jahren und einem Kostenaufwand von insgesamt rund neun Millionen Mark setzte Oberbürgermeister Josef Krings gestern um elf Uhr mit der offiziellen Einweihung den Schlussstrich unter ein Projekt, um das es in der Vergangenheit recht schwierige Verhandlungen gegeben hatte.

 

Vor der nostalgischen Kulisse einer Dampfspritze, Baujahr 1902, hatten sich Oberbürgermeister, Bezirksvorsteher Kohlhayer, die Bundestagsabgeordneten Breidbach und Schluckebier, sowie die Landtagsabgeordnete Waltraud Lauer zusammengefunden, um die Feuer- und Rettungswache Laar ihrer Bestimmung zu übergeben.

 

Zwei Wachabteilungen, rund 60 Feuerwehrleute, finden in dem neuen Gebäude ihr zweites Zuhause. Die bisherige Feuerwache in Ruhrort, sowieso nur ein Provisorium, wird damit aufgegeben. 1887 wurde sie als Mühle errichtet und diente seit 1917 als Wachgebäude. Nach dem Abbruch eines Teiles des Gebäudes und die Abgabe von Hofgelände an die Käthe-Kollwitz-Schule wurden die Unterkunftsbedingungen noch schwieriger. Jetzt soll die alte Mühle abgerissen werden.

 

Mit der Übergabe des Neubaus fand damit auch die langjährige Nachbarschaft mit dem Käthe-Kollwitz-Gymnasium ein Ende. Schul-Hausmeister Willi Pöll bedauert das („Ich konnte mir immer Werkzeug ausleihen") und Oberbrandmeister Volker Göttel bescheinigte ebenfalls eine „gute Zusammenarbeit". ...


08.09.1976 - ? - Inge Neumann

 

Ein Fest für Laar

 

„Laar ist ein Stadtteil, in dem Einweihungen immer ein Volksfest sind." Dieses Kompliment machte Oberbürgermeister Krings der Laarer Bevölkerung gestern Vormittag in seiner Eingangsrede zur Eröffnung der Feuerwache 2. Doch auch Bewohner anderer Stadtviertel waren zahlreich zum „Tag der offenen Tür" erschienen, um sich bei Musik und Bier auf dem Gelände der neuen Feuerwache umzusehen. Nach Musikdarbietungen der freiwilligen Feuerwehr Rheinhausen und des Chores der Käthe-Kollwitz-Schule übergab OB Krings die Feuerwache 2 ihrer Bestimmung, und der Trubel konnte beginnen.

 

Auf dem Hof waren 13 Einsatzfahrzeuge ausgestellt, unter anderem waren Drehleiterwagen, Atemschutzgerätewagen, Krankentransport- und Notarztwagen zu besichtigen. Informationsschilder gaben Auskünfte über die technischen Daten der Fahrzeuge. Weitere Fragen wurden bereitwillig von Feuerwehrmännern beantwortet, die den wissensdurstigen Bürgern Rede und Antwort standen. Die vielen Kinder unter den Besuchern waren sichtlich fasziniert von den Einsatzwagen. Sie kletterten auf den Fahrzeugen herum, fragten den Feuerwehrmännern Löcher in den Bauch und ließen mit Begeisterung die Sirenen heulen.

 

Zwei Hauptattraktionen waren sicherlich eine alte Dampfspritze aus dem Jahre 1902 (mit der beachtlichen Leistung von 12 PS, deren Wert mit „unbezahlbar" beziffert wird), und ein Drehleiterwagen. Staunende „Oh"- und „Ah"-Rufe wurden laut, als die Leiter bis auf 30 Meter Höhe ausgefahren wurde. Dort oben bietet sich ein faszinierender Rundblick über das Duisburger Stadtpanorama. Beim Einsatz wird jedoch meist nur die Leiter ohne Korb ausgefahren, „weil die Leute lieber klettern wenn sie heiße Hosen kriegen", erklärte ein Feuerwehrmann.

 

In der Fahrzeughalle informierten Bild- und Schriftsäulen über die vielseitige Tätigkeit der Feuerwehr.

 

Sämtliche Räume, vom gemütlichen Aufenthaltsraum mit Fernseher bis zu den orangefarbenen Duschräumen konnten besichtigt werden. Der Rundgang führte durch helle Zwei- bis Drei-Bett-Zimmer, eine modern eingerichtete Küche und Ruheräume bis zu den natürlich unerlässlichen Lehr- und Schulungsräumen. Filmvorführungen, über den ganzen Nachmittag verteilt, gehörten mit zum Programm.

 

Stark belagert war gestern übrigens auch ein anderer „Laarer Löschzug": für die Durstigen gab es Freibier vom Fass.


22.09.1976 - Rheinische Post

 

Laarer Senioren feierten Oktoberfest

 

Ihr eigenes Oktoberfest feierten gestern nachmittag die Ältesten unter den Einwohnern von Laar. Einschließlich Begleitpersonen waren 150 Gäste der Einladung des Laarer Bürgervereins in das Jugendheim gefolgt. Vereinsvorsitzender Theo Barkowski in der fröhlichen Runde: Er könne leider nicht alle nach München einladen. Dafür habe Laar einfach zuviel Betagte. Deshalb wurde die Oktoberfeststimmung zum Duisburger Norden transportiert. Mit dabei war eine Trachtenkapelle.

 

Besonders viel Mühe hatte sich der Verein mit den Vorbereitungen gemacht. Annemarie Schildt, Vorstandsmitglied: "Jeder über 78jährige wurde besucht. Jeder erhielt eine persönliche Einladung."