News 2021 - Nachrichten aus Laar


12.06.2021 - WAZ Duisburg - Marius Fuhrmann

 

Riesiger Andrang bei Hotspot-Impfung

In Laar hat die Stadt die vorerst letzte Sonderaktion durchgeführt. 800 Dosen von Johnson & Johnson wurden verimpft. Der Interesse bei gutem Wetter war enorm, das DRK versorgte die Wartenden mit Wasser

 

Zum vorerst letzten Mal hat die Stadt Duisburg am vergangenen Freitag Hotspot-Impfungen durchgeführt. Bei sommerlichen Temperaturen kamen sehr viele Menschen zum temporären Impfzentrum in Laar. Einige mussten bei den warmen Temperaturen wegen Kreislaufproblemen durch den Rettungsdienst versorgt werden.

 

Mehrere hundert Meter lang ist die Schlange vor dem weißen Zelt auf dem Thyssenkrupp-Gelände an der Friedrich-Ebert-Straße. Geduldig warten die Menschen um kurz vor 10 Uhr auf den Beginn der Sonder-Impfaktion. Wer aus Stadtteilen mit den Postleitzahlen 47119, 47137, 47138 und 47139 kommt, hat heute die Chance auf eine Impfung mit dem Einmalvakzin von Johnson & Johnson.

 

„Es ist voller als sonst, das liegt vor allem am Wetter“, resümiert Feuerwehrchef Oliver Tittmann am Vormittag. Bereits jetzt stünden geschätzt 700 Personen in der Schlange. „Das ist auch gut so“, sagt er zufrieden. „Die meisten sind auch gut vorbereitet, haben Stühle und etwas zu Trinken mit.“ Mindestens sechs Wartende hätten jedoch Kreislaufprobleme erlitten und müssen durch den Rettungsdienst versorgt werden. „Das ist der Vorteil, wenn die Feuerwehr sowas organisiert, wir wissen direkt, was zu tun ist“, sagt Tittmann.

 

Kurz nach dem Auftreten der ersten Fälle alarmiert die Einsatzleitung das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das dann mit mobilen Teams die Schlange entlangläuft und Wasser verteilt.

 

Die Impf-Aktion war am Donnerstag diskutiert worden, nachdem die Stadt Essen auf Grundlage einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) die Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson ausgesetzt hatte. Duisburg dagegen setzt auf Aufklärung durch Ärzte. Am Freitag sitzen die Menschen daher im Zelt auf Stühlen verteilt vor improvisierten Impfkabinen, in denen Mediziner die Spritzen verabreichen. Die ersten warten bereits seit 3 Uhr in der vordersten Reihe. Immerhin seit 5.45 Uhr stehen Yvonne Maistrak, Andre de Zolt und Nicole Lettieri zwischen den Absperrgittern. Sie kommen aus Obermeiderich und Meiderich und sind Arbeitskollegen. Die drei gehören zu den ersten 50 Menschen, die drankommen werden.

 

 

Wartende können versorgt werden

„Besser zu früh als zu spät“, sagen sie über die Tageszeit. Das Warten hätten sie sich mit Picknicken und Schwätzchen mit den Nebenleuten vertrieben. „Ich bin sehr erleichtert, dass ich jetzt endlich dran bin – ich habe vorher schon bei drei anderen Stationen keinen Termin gekriegt“, sagt Maistrak. Ganz hinten, am Ende der Schlange, hofft Emilia Toscano aus Laar, dass der Impfstoff ausreicht, bis sie dran ist. Daniel und Jessica Neu aus Beeck, die hinter ihr stehen, sind deutlich zuversichtlicher: „Wir sind ganz spontan gekommen: Ich habe es heute Morgen im Radio gehört, nachdem ich die Kinder in den Kindergarten gebracht habe“, sagt die junge Mutter.

 

Am liebsten würde sich der Nachwuchs ebenfalls impfen lassen. „Aber auch so sinkt dadurch hoffentlich die Inzidenz und das normale Leben kehrt einigermaßen zurück.“ Dass sie nur eine Impfung benötigen, hätten sie nicht gewusst, sagt ihr Mann. Emilia Toscano und Familie Neu haben Glück: Sie werden eine der 800 Dosen bekommen. „Wir zählen regelmäßig durch und irgendwann kommt dann jemand mit einer Schnur und zeigt das Ende der Schlange auf“, sagt Tittmann.

 

Bis etwa 12.30 Uhr aber haben alle, die seit dem Morgen anstehen, ihre Spritze erhalten. Der Feuerwehrchef führt das auf die gute Organisation zurück. „Wir verteilen zum Beispiel Klemmbretter an Leute in der Schlange, da merken wir schnell, wenn Sprachbarrieren auftreten und können reagieren. Und es spricht sich rum – wir geben zwei Tage vorher die Info raus und die Leute kommen.“

 

>>Keine weiteren Aktionen

Am Pfingstmontag hat die Stadt in Marxloh mit den Hotspot-Impfungen begonnen, die sich an Bürger in sozial benachteiligten Stadtteilen richten.. Es folgten Sonderaktionen in Rheinhausen und Hochfeld.

 

Andere Städte haben nun angefragt, um Ratschläge einzuholen. Besonders der digitale Infobildschirm vor der Zufahrt, der Hinweise in mehreren Sprachen anzeigt, diene als positives Beispiel. Weitere Hotspot-Impfungen sind jedoch nicht geplant – es mangelt an Impfstoff.


10.06.2021 - WAZ - Gabriele Beautemps

 

Deich vermüllt nach verbotenen Grillpartys

Nach hartnäckigen Nachfragen einer Anwohnerin wurden jetzt zwei neue Müllcontainer aufgestellt. Es gibt auch die Meinung, dass nur Kontrollen und Bu0ßgelder das Müllproblem am Rheindeich und anderswo lösen

 

Der Deich und die Rheinwiesen – das ist die Schokoladenseite von Laar. Eine Seite, die zunehmend vermüllt, wie einige Bewohner des Stadtteils berichten. Dabei soll doch gerade hier mit dem Deichpark ein neues Leuchtturmprojekt entstehen.

 

Das Problem taucht so sicher auf wie die Juni-Sonne: Müll, den rücksichtslose Zeitgenossen nach sommerlichen Treffen im Grünen liegen lassen. Können zusätzliche Mülltonnen das Problem lösen? Oder muss man anders ansetzen? Ein Thema, das nicht nur in Laar diskutiert wird.

 

Der Wind weht über den Deich bis in den Rhein hinein

Holger Haering beobachtet die Situation aus seiner Wohnung an der Deichstraße an jedem sonnigen Tag. Große Gruppen von Menschen grillen am Deich – obwohl dies verboten ist. Am Ende hinterlassen viele ihren Müll. Manche verstauen ihn in einem großen Sack und stellen diesen neben den Müllbehälter, der längst überquillt. „Der Sack wird dann von den Krähen aufgehackt. Und die verstreuen den Abfall über den ganzen Deich“, so Haering. Den Rest erledigt dann der Wind, der die Plastikbehälter bis in den Rhein weht. „Und von dort geht es dann ins Meer“, verfolgt Haering den Weg des Abfalls weiter.

 

Über die Müllberge, die immer mehr Krähen und Ratten anziehen, ärgert sich auch Anna-Maria Will. „Alljährlich bitte ich darum, zumindest im Bereich des Picknickplatzes an der Pumpe große Tonnen zu etablieren. Inzwischen sind nicht nur die Vögel das Problem, sondern auch Ratten“, erzählt die Anwohnerin der Deichstraße von ihrem Schriftwechsel mit der Stadt.

 

Bisher lehnte die Stadt zusätzliche Tonnen ab

Bisher hatte die Stadt ihr Anliegen abgelehnt. Mit dem Argument, dass der Bereich an der Pumpe und auch die Deichpromenade keine ausgewiesenen Grillplätze sind. Und dass weitere Mülltonnen nicht zielführend seien, weil dies manche dazu verleite, ihren Hausmüll dort los zu werden.

 

Doch nun haben die hartnäckige Nachfragen der Laarerin dazu geführt, dass Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe sich die Situation vor Ort noch einmal genau angeschaut haben und zwei zusätzliche 1100 Liter-Abfallbehälter an der Grünfläche vor dem Deich aufgestellt worden sind. WBD-Sprecherin Silke Kersken hofft, „dass die Abfälle nach einem Picknick auch dort entsorgt werden.“ Und dass die Container nicht dazu missbraucht werden, Hausmüll zu entsorgen.

 

Schon jetzt intensive Pflege für den geplanten Deichpark gefordert

Holger Haering befürchtet, dass genau dies passieren wird. Er plädiert für mehr Kontrollen von Seiten der Stadt und für entsprechende Bußgelder. „Mehr Mülltonnen sind meiner Meinung nach nicht die Lösung. Man muss bei den Menschen ansetzen. Sie dazu bringen, ihren Abfall mitzunehmen, wenn die Tonne voll ist“, meint der Mann, der hinter Rikscha Mick steckt. Nur das sei langfristig eine sinnvolle Lösung. Haering trifft im Sommer immer mehr Großfamilien beim Picknick an, wenn er mit seinem Rikscha-Taxi in Richtung Alsumer Berg unterwegs ist. Auf dem Rückweg am Abend guckt er dann immer häufiger auf einen Müllberg. Deshalb fordern manche im Stadtteil vorsorglich schon jetzt eine intensive Pflege für den geplanten Deichpark. Nur dann sei der Park ein Gewinn für Anwohner und Besucher. Im Juli soll dort mit den Bauarbeiten begonnen werden. Derzeit laufen die Ausschreibungen für die anstehenden Arbeiten.

 

Mehr Mülltonnen oder der Versuch, die Müllsünder zu erziehen, das ist die Frage. Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg reagieren in der Regel schnell, wenn sie von Bürgern auf wilde Müllkippen aufmerksam gemacht werden.

 

Es wirkt sich letztendlich auf die Gebühren aus

Eine Mitarbeiterin der Beschwerdestelle der Stadt weist allerdings darauf hin, dass die Beseitigung von „unsachgemäßen Abfallablagerungen“ immer mit Kosten verbunden sei. Und dass sich das letztendlich auf die Gebühren auswirke. Der einzige Weg, dies zu vermeiden, ist wohl, solche Müllansammlungen zu verhindern.


10.06.2021 - WAZ Duisburg

 

Die Stadt impft am Freitag auch in Ruhrort

Die Hotspot-Impfungen werden fortgesetzt. Impfberechtigt sind Personen mit Wohnadressen in vier PLZ-Bereichen

 

Die Stadt Duisburg setzt die Hotspot-Impfungen mit dem Sonderkontingent des Einmal-Impfstoffes von Johnson & Johnson fort. Die zunächst letzte Aktion wird am Freitag, 11. Juni, von 10 bis 18 Uhr im Stadtteil Ruhrort an der Friedrich-Ebert-Straße 12 durchgeführt – dort, wo sich aktuell das städtische Testzentrum befindet.

 

Vor Ort baut die Feuerwehr für die Schwerpunktimpfungen zudem ein mobiles Impfzentrum auf. Impfen lassen können sich ohne Termin nach Angabe der Stadt alle Menschen, die eine Wohnadresse mit einer der folgenden Postleitzahlen haben: 47119, 47137, 47138 und 47139.

 

Diese Postleitzahlen treffen unter anderem auf Straßenzüge in Ruhrort, Laar, Untermeiderich, Mittelmeiderich, Obermeiderich, Beeck und Beeckerwerth zu. Ein Schwerpunkt liegt also auf dem Stadtbezirk Meiderich/Beeck, der in der Vorwoche im Bezirksvergleich mit 52,2 die höchste Inzidenz meldete.

 

Impfwillige müssen ihren Wohnort mit einem Ausweisdokument nachweisen. Die Stadt empfiehlt zudem, auch den Impfausweis mitzubringen. Mit dem vorhandenen Sonderkontingent können nach Angaben der Stadt „noch rund 800 Impfungen erfolgen". Die Impfungen nehme ein Team aus acht Medizinern vor.

 

 

 

Ruhrort hatte die höchste Sieben-Tage-Inzidenz

Ruhrort war der Duisburger Stadtteil, der beim jüngsten innerstädtischen Inzidenzwertwert-Vergleich die höchste Neuinfektionsrate aller 46 Stadtteile hatte.

 

Die Stadt hat vom Land Nordrhein-Westfalen zunächst ein Extra-Kontingent von 3800 Dosen für Impfungen in Corona-Hotspots erhalten. Bei den Schwerpunkt-Aktionen in sozial benachteiligten Vierteln hatte sie nach eigenen Angaben am 24. und 25. Mai etwa 2400 Immunisierungen mit dem Einmal-Vakzin der Firma Johnson & Johnson in Marxloh durchgeführt, am 27. Mai nochmals etwa 1000 in Rheinhausen-Mitte. Zuletzt wurde mit Vakzinen aus dem Sonderkontingent des Landes am vergangenen Donnerstag in Hochfeld geimpft.

 

Dass das Duisburger Impfzentrum nun trotzdem noch Johnson & Johnson-Impfstoff übrig hat, erklärt ein Stadtsprecher folgendermaßen: „Aus den zugeteilten Impfstoffen für das Hotspot-Kontingent sowie für Obdachlose und Asylbewerber konnte in der Regel jeweils eine Dosis/ein Vial mehr herausgezogen werden.“

 

In Duisburg-Ruhrort werden am Freitag auch wieder Sprachmittler des Kommunalen Integrationszentrums (KI) vor Ort sein. Sie werden bei der Aufklärung helfen und die Menschen bei Bedarf in ihren Herkunftssprachen unterstützen.

 

(Anmerkung der Redaktion: Leider hatte die WAZ/NRZ zu dem Zeitpunkt noch nicht realisiert, dass sich das städtische Testzentrum nicht in Ruhrort, sondern in LAAR befindet.)


April 2021 - Der Meidericher

 

„AWO-Familienhilfe sofort vor Ort“ überrascht 240 Kinder der Grundschule in Laar

Hasenstarke Osterfreude

 

Osterspaß für die Kinder in Laar: „Die Familienhilfe sofort vor Ort“ und die Schulsozialarbeit der AWO-lntegrations gGmbH schenkten allen 240 Mädchen und Jungen der Grundschule an der Erzstraße eine hasenstarke Überraschungstüte.

 

Vor den Osterferien gingen Amal Kassem und Dominik Herrmann Tag für Tag an die Schule und besuchten jede Klasse. „Die Mädchen und Jungen freuten sich riesig über unser kleines Geschenk. Die Ostertüte war eine willkommene Ablenkung vom Corona-Alltag mit all seinen Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen“, sagen die AWO-Mitarbeiter.

 

Gemeinsam mit dem Schulsozialarbeiter Dominik Herrmann und Farnaz Rahmani von der Integrationsagentur packte Amal Kassem in den Räumen der „Familienhilfe sofort vor Ort" auf der Eligiusstraße die 240 Geschenktüten mit ein paar Süßigkeiten und ein bisschen was zum Spielen. Weil Ostern ja gerne gesucht und gefunden wird, hatte das AWO Team im Stadtteil auch gleich ein Worträtsel vorbereitet. Jedes Kind fand an seiner Tüte einen Buchstaben. In der Klasse konnten die Schülerinnen mit allen Buchstaben ein Lösungswort zusammensetzen.

 

Amal Kassem hatte sich mit der AWO-Integrationsagentur und der Schulsozialarbeit die kleine Vorferien-Freude ausgedacht. „Aufgrund der Pandemie ist zurzeit vieles nicht möglich. Wir wollten, dass sich die Kinder mit einem Lachen in die Osterferien verabschieden. Bereits nach meinem ersten Besuch am Montag konnte ich sehen: Das ist uns gelungen."


19.03.2021 - WAZ - Oliver Kühn

 

Rumpelpiste in Meiderich ist noch nicht saniert

Mühlenfelder Straße ist trotz Baubeschluss immer noch marode. CDU-Fraktion fordert Erklärung

 

Die Freude war groß, als die Stadt Duisburg im Sommer mitteilte, endlich die marode Mühlenfelder Straße, die Hauptverbindungsstrecke zwischen Untermeiderich und Laar ausbessern zu wollen. Passiert ist jedoch noch nichts. Das ärgert die CDU, die sich um die Verkehrssicherheit sorgt.

 

Seit vielen Jahren schon beklagen die Menschen aus den beiden Stadtteilen sowie Lokalpolitiker den katastrophalen Zustand dieser Straße und verweisen auf große Schlaglöcher und kaputtes Kopfsteinpflaster. Die Stadt sah zuletzt die Verkehrssicherheit gefährdet und wollte eigentlich in der zweiten Jahreshälfte 2020 die gröbsten Schäden provisorisch beheben. Eingeplant waren 165.000 Euro und dafür wurden sogar Straßenbauarbeiten in Duissern zurückgestellt.

 

Die CDU-Fraktion kritisierte jetzt in der Meidericher Bezirksvertretung, dass diese provisorische Baumaßnahme immer noch nicht erfolgt ist. Genau darauf pochte aber Fraktionschef Christof Eickhoff: „Die Mühlenfelder Straße ist in einem besonders schlechten Zustand, sie ist in der Tiefensubstanz beschädigt.“ Die kurzfristige Ausbesserung sah er daher als dringend erforderlich an, um die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen. Die Verzögerung sei unverantwortlich. Zusätzlich verwies er darauf, dass die Strecke zum städtischen Vorbehaltsnetz gehört und Haupteinsatzweg für Rettungsfahrzeuge ist.

 

Zwar sei die Maßnahme nur eine Flickarbeit. Aber die komplette Sanierung soll folgen, wenn Kanalbauarbeiten abgeschlossen sind, für die es derzeit noch keinen Termin gibt. Überrascht wurden die Bezirksvertreter von aktuellen Plänen aus dem Rathaus, die diese Komplettsanierung erst im Jahr 2025 vorsehen. So steht es im neuen Straßen- und Wegekonzept. Zudem teilte die Verwaltung mit, dass es für die Mühlenfelder Straße keine Chance auf Landesförderung gebe; diese hatte man sich noch im Sommer erhofft. Dass die geplante Förderung ausbleibt, werde die Sanierung nicht verhindern, so ein Vertreter der Stadtverwaltung. Er betonte zudem, dass im Fünf-Jahres-Plan des Straßen- und Wegekonzeptes noch viel Bewegung sei.

 

Allerdings befürchtete Eickhoff, dass durch das neue Konzept die bereits beschlossene provisorische Ausbesserung der Mühlenfelder Straße vom Tisch ist. Daher forderten die Christdemokraten, dass die Stadtverwaltung ihnen erklärt, wieso sich die für 2020 zugesagte Straßenbaumaßnahme verzögert und wie ihr aktueller Bauzeitenplan aussieht. Diesem Antrag stimmten alle Bezirksvertreter zu. Die Antwort der Verwaltung steht noch aus. So bleibt aktuell die Hoffnung, dass die marode Straße doch noch schnellstmöglich ausgebessert und letztendlich vollständig saniert wird.


25.02.2021 - WAZ - Oliver Kühn

 

Kritik: Fördermillionen für Laar verfehlen wichtige Ziele

Die Stadt Duisburg ist mit der Bilanz des Förderprogramms „Soziale Stadt“ in Laar zufrieden, der Runde Tisch nicht. Das sind die Gründe.

 

Die Fördermillionen des nun auslaufenden Programms „Soziale Stadt“ hatte das kleine Duisburg-Laar dringend nötig, findet der örtliche Runde Tisch. Mit dem Geld sind seit 2014 demnach viele gute Projekte angestoßen worden, doch ein für die Menschen wichtiges Ziel bleibt unerreicht. „Die Zielsetzung, die soziale oder wirtschaftliche Lage mit städtebaulichen Mitteln zu verbessern, kann nicht erfolgreich sein“, resümiert die Vorsitzende des Runden Tisches Laar, Sigrid Goetting-Schlitt. Genau diese Hoffnung hätten die Menschen aber mit dem Programm verknüpft.

 

„Laar ist ein kleiner Ortsteil mit Dorfcharakter und circa 6000 Einwohnern, bei dem fast jeder zweite einen Migrationshintergrund hat. Fast ein Drittel ist arbeitslos, darunter sind viele Langzeitarbeitslose“, stellt die Vorsitzende ihre Heimat kurz vor. Zudem würden rund 40 Prozent aller Kinder von Hartz IV leben, und jeder siebte Haushalt sei verschuldet. Daher sollten die Investitionen auch erreichen, dass verstärkt junge Familien mit mittlerem Einkommen zuziehen.

 

Trotz Fördermillionen: Den Menschen in Duisburg-Laar fehlen Perspektiven

„Die Menschen sollten bessere Perspektiven haben, höher qualifiziert sein und bessere Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten“, so Goetting-Schlitt. Das sei jedoch gescheitert. Ihr zufolge fehlen weiterhin Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen und Begegnungsangebote zwischen verschiedenen Kulturen. Außerdem brauche es mehr Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche, Sprachförderung oder Hilfen bei schulischen Problemen. „So tolle Projekte wie die der Duisburger Werkkiste oder von Tausche Bildung für Wohnen fehlen in Laar.“

 

Dagegen gab es aber auch erfolgreiche Strukturen, die durch die „Soziale Stadt“ aufgebaut wurden und jetzt auslaufen oder bereits weggefallen sind. So bekommt der Stadtteilausschuss kein Geld mehr und ist inzwischen aufgelöst. In diesem Ausschuss haben Politik, Stadt und Einwohner die Maßnahmen des millionenschweren Förderprogramms begleitet.

 

Passé ist mit dem Ausschuss auch der Etat, mit dem jährlich für rund 30.000 Euro Projekte und Vorhaben von Vereinen, Initiativen oder Einrichtungen unterstützt wurden. So erinnert Goetting-Schlitt, die die Vertreterin der Bürgerschaft im Stadtteilausschuss war, an ein Graffiti-Projekt, mit dem die Jugendlichen aus dem Mädchenwohnheim mit dem Künstler Marten Dalimot den Musikpavillon im Florapark auf Vordermann gebracht haben. Zudem verweist sie auf generationsübergreifende Bewegungsangebot oder ein Schulmusikprojekt.

 

Mit dem Quartiersbüro geht eine wichtige Anlaufstelle verloren

Die Laarer trifft jedoch besonders, dass das Quartiersbüro der EG DU schließt. Eine Unterschriftenaktion zum Erhalt war vergebens. „Das war eine wichtige Anlaufstelle, wo man gehört wurde und wo auch Reaktionen erfolgten“, so Goetting-Schlitt. Ob wilde Müllkippen oder Ärger in der Nachbarschaft oder mit Behörden, das Quartiersbüro sei für viele Laarer die erste Adresse gewesen, um Hilfe zu bekommen.

 

„Das Büro hat im Stadtteil zu einer positiveren und konstruktiveren Zusammenarbeit geführt“, lobt sie. Es sei zwischen Bürgern, Behörden, Organisationen und Einrichtungen Bindeglied gewesen. Daher hoffe der Runde Tisch, dass vielleicht ein anderer Träger die Anlaufstelle fortführt, damit auch die aufgebauten Netzwerke nicht verkümmern.

 

Das Programm ermöglichte viele Projekte

Bei aller Kritik blickt Sigrid Goetting-Schlitt aber auch auf Erfolge: „Die Investitionen waren auf jeden Fall erforderlich. Es hat sich viel getan im Stadtteil.“ Der Bunker am neugestalteten Marktplatz ist abgerissen. Dort und andernorts sind zudem neue Spielplätze entstanden. Stark befürwortet wurde ebenso, dass Schrotthäuser an der heruntergekommenen Friedrich-Ebert-Straße abgerissen werden sollten, um die einstige Einkaufsmeile wieder attraktiv zu machen. Entstehen wird ein Park mit Spielmöglichkeiten und eine Grünverbindung zum Rheindeich.

 

„Das entwickelte sich zur Farce“, erinnert sich Sigrid Goetting-Schlitt. Nachdem die ersten Gebäude abgerissen waren, stockte das Vorhaben, weil Eigentümer ihre Grundstücke nicht verkaufen wollten. So gärte über Jahre der Umut im Stadtteil über vollmundige Versprechen, die die Stadt mutmaßlich nicht einhielt. Erst kürzlich besänftigte die Verwaltung die Laarer, als sie mitteilte, dass alle nötigen Flächen gekauft werden konnten.

 

Ebenfalls wird demnach der Deichpark gebaut, nachdem das Projekt wegen der Deichsanierung mehrfach verschoben wurde. Zumindest der erste Bauabschnitt soll bald beginnen.

 

Runder Tisch Laar: „Es gibt noch viel zu tun“

Letztlich habe die Soziale Stadt längst nicht alle Erwartungen erfüllt, findet Sigrid Goetting-Schlitt, aber dennoch viel im Stadtteil verbessert. Wenn auch nicht genug. „Es gibt noch viel zu tun.“

 

>> ANREIZE FÜR INVESTOREN

● Durch die Soziale Stadt flossen rund sechs Millionen Euro an Fördergeld nach Laar. Das hat auch Anreize für Investoren geschaffen, wie Sigrid Goetting-Schlitt vom Runden Tisch betont. So baut etwa die Gebag Wohnhäuser auf dem Gelände der abgerissenen Hauptschule.

 

● Am beliebten Fassadenprogramm haben sich auch Privatinvestoren beteiligt. Insgesamt wurden laut Stadtteilmanagerin Wiebke Claussen 67 Fassaden für gut 270.000 Euro verschönert.

 

● Die geplante Verschönerung der Ortseingänge kann nicht beendet werden. Die dafür nötigen Grundstücke sind nicht im städtischen Besitz.


19.02.2021 - WAZ - Oliver Kühn

 

Millionenförderung für Duisburg-Laar: Das hat's gebracht

Neuer Marktplatz, abgerissene Schrottimmobilien – das Programm „Soziale Stadt“ hat in Duisburg-Laar vieles angestoßen. Eine Bilanz zum Abschluss.

 

Mehrere Millionen Euro sind nach Duisburg-Laar geflossen, das 2014 ins inzwischen ausgelaufene Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde. Nicht alle vorgesehenen Maßnahmen sind abgeschlossen, weil es etwa beim Flächenankauf und der Deichsanierung zu Schwierigkeiten kam. Zwar hält die Landesregierung an einzelnen Projekten fest, hat Laar aber nicht, wie von der Stadt Duisburg beantragt, in das Nachfolgeförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ aufgenommen. Dadurch müssen nun Angebote aufgegeben werden.

 

„Wir hätten uns gewünscht, dass die Förderung auch 2022 noch weitergeht. Aber wir können uns gar nicht beschweren, denn Duisburg bleibt ein großer Nutznießer“, sagt der städtische Abteilungsleiter für Stadtentwicklung Falko Kupsch. Er könne nachvollziehen, dass das Land NRW nun Stadtentwicklungsmaßnahmen in anderen Stadtteilen priorisiert, etwa den Campus Marxloh oder den Abriss eines weiteren Weißen Riesen in Hochheide. Immerhin seien zuletzt allein an Fördergeldern rund sechs Millionen Euro nach Laar geflossen.

 

Stadt Duisburg kauft in Laar weitere Grundstücke, um Projekte voranzubringen

Die Stadt Duisburg hält dennoch an größeren Projekten fest: So will sie an der für Laar wichtigen Friedrich-Ebert-Straße weitere Gebäude abreißen, um entlang der Hausnummern 105 bis 111 eine Grünanlage entstehen zu lassen. „Wir sind jetzt Eigentümerin der gesamten Fläche“, sagt Falko Kupsch. Die letzten Eigentümer haben demnach im Dezember verkauft und ziehen aktuell aus. Demnach würden die Abrissarbeiten noch dieses Jahr fortgeführt, so dass nach einigen Gutachten und Ausschreibungen die Grünanlage 2022 errichtet werde.

 

 

Einig wurde sich die Stadt auch mit dem Besitzer mehrerer Grundstücke nahe der Emscherhüttenstraße und der Deichstraße, deren Kauf noch in diesem Quartal über die Bühne gehen soll. Dies ist entscheidend, um die Grünverbindung zum Rheindeich und zum künftigen Deichpark umzusetzen – im Idealfall 2022. Zwar ist diese Maßnahme aus dem Programm „Soziale Stadt“ herausgefallen, aber laut Kupsch sind bereits neue Fördergelder dafür beim Land beantragt und parallel läuft die Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.

 

 

Den Deichpark gibt die Stadt als „großes, zentrales Leuchtturmprojekt“ ebenfalls nicht auf, doch seine Umsetzung muss aufgrund der geplanten Deichsanierung verschoben werden. Allerdings soll die Neugestaltung, der erste von zwei Bauabschnitten, zwischen April und Oktober beginnen. Der zweite muss erst die Deichsanierung ab voraussichtlich 2023 abwarten.

 

Das Laarer Quartiersbüro wird geschlossen

Dagegen wurden gleich mehrere Angebote aufgegeben. Der Stadtteilausschuss existiert nicht mehr, in dem Verwaltung und Runder Tisch die Projekte begleiteten und zudem mit einem eigenem Budget 55 kleinere Maßnahmen finanzierten, um das Ehrenamt zu stärken. Das Hof- und Fassadenprogramm ist ebenfalls beerdigt. Geschlossen wird auch das Quartiersbüro der Duisburger Entwicklungsgesellschaft (EG DU) im Juni, die Mitarbeiter sind dann aber bis Jahresende im Marxloher Schwelgernpark weiter ansprechbar.

 

 

„Ein Projekt ist immer eine zeitlich befristete Maßnahme, für die konkrete Ziele formuliert sind“, betont Stadtteilmanagerin Wiebke Claussen, und in Laar sei man jetzt nun mal in der Abschlussphase. „Corona ist ein Hemmschuh“, räumt sie ein, möchte aber die Zeit bis zum Jahresende nutzen, um unterstützte Strukturen im Stadtteil zu erhalten, aber auch auf Erfolge zu schauen.

 

Der neugestaltete Marktplatz ist ein großer Erfolg

Als großen Erfolg sieht Claussen den neugestalteten Marktplatz, an dem der Hochbunker abgerissen wurde und wo ein Spielplatz entstand. Beide wurden mit Feiern eingeweiht. Dort baut die Gebag zudem Wohnungen. Erfreulich findet die Stadtteilmanagerin auch, dass sich etwa mit der Awo Integration neue soziale Träger in Laar angesiedelt haben und sich etliche Akteure untereinander vernetzt haben. Eine Sogwirkung hatte das Förderprogramm demnach auch bei vielen privatwirtschaftlichen Investoren und Hauseigentümern.

 

Zwar konnte man nicht alle ursprünglich geplanten Vorhaben umsetzen. So sind nicht alle Ortseingänge aufgehübscht worden. Doch letztlich sehen Falko Kupsch und Wiebke Claussen die Gesamtmaßnahme als Erfolg, der noch in einem Abschlussbericht erläutert werden soll – und mit einem Stadtteilfest gefeiert.

 

>> LAAR HAT WEITERHIN GROSSES POTENZIAL – AUCH FÜR TOURISTEN

● Stadtteilmanagerin Wiebke Claussen sieht weiterhin großes Potenzial in Laar. Den dörflichen Charakter mit der Nachbarschaftlichkeit sieht sie als einen ebenso großen Faktor wie die „wunderschöne Lage am Rhein“, die auch für Touristen und Radfahrer interessant sei. Solche Faktoren können ihrer Meinung nach auch künftig neue Einwohner und Investoren in den Stadtteil locken. Zudem hofft sie, dass Laar andere Anlaufstellen für Bürger und Netzwerker bekommt, wenn das Quartiersbüro schließt.

 

● Für die Sanierung des Bolzplatzes an der Apostelstraße, die ursprünglich zum Maßnahmenpaket der „Sozialen Stadt Laar“ gehörte, hat das Land NRW neue Fördermittel bewilligt. Die städtischen Wirtschaftsbetriebe sollen im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen und sie zügig abschließen.


28.01.2021 - WAZ 

 

In Laar entstehen 19 barrierefreie Wohnungen

Die AWO baut an der Jahnstraße. Die Einheiten sollen mit weiteren Angeboten verknüpft sein

 

"Gewisse Extras" und "innovative Ideen" verspricht die Arbeiterwohlfahrt (Awo) für ihr neues Bauprojekt in Laar. Bis 2023 soll an der Jahnstraße/Friesenstraße Wohnraum mit besonderen sozialen Angeboten entstehen. Zu der Anlage wird laut Awo etwa ein sogenannter Mini-Campus gehören, wo U3-Kindertagesbetreuung für neun Mädchen und Jungen angeboten wird.

 

Solaranlage auf dem Dach

Hartmut Ploum verantwortet die Bautätigkeit der Duisburger Awo und beschreibt die "guten Eigenschaften" des geplanten Gebäudes so: "Wir bauen nachhaltig und umweltbewusst, heizen zum Beispiel mit Erdwärme. Einen Teil des hauseigenen Stroms erzeugt demnach eine Solaranlage auf dem Dach des fünfstöckigen Neubaus. Eine Ladestation soll ermöglichen, dass E-Scooter von Bewohnern beim Parken gleich aufgetankt werden können.

 

Die Awo will an dem Standort zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit demenziellen Veränderungen einrichten. In diesen "Demenz-WGs" könnten bis zu zehn Menschen sich mit dem größtmöglichen Maß an Selbstständigkeit sicher und zuhause fühlen. Eine Tagespflege für bis zu 20 ältere Menschen soll es ebenfalls geben. Hartmut Ploum: „Die Wohnanlangen befinden sich in unmittelbarer Nähe unseres örtlichen Seniorenzentrums." Das Gesamtkonzept mit vielen unterschiedlichen Angeboten für ein besseres Leben im Alter stelle sicher: "Jeder bekommt die Hilfe und Unterstützung, die in dieser Phase gerade notwendig ist."

 

Tiefgarage mit Parkplätzen

In Laar, direkt neben dem Wohndorf mit Awo-Pflegeheim, finden zudem die Büros des Awo-Pflegedienstes Nord neue Räume. Für das zweite Stockwerk sind insgesamt 19 Wohnungen vorgesehen, "mit Balkon und allem Komfort, der Wohnen im Alter attraktiv und sicher macht." Eine Tiefgarage soll die Parkplatzsuche ersparen. Die 48 bis 68 Quadratmeter großen Wohnungen werden barrierefrei sein und an das Awo-Hausnotrufsystem angeschlossen.


Februar 2021 - Der Meidericher

 

19 Seniorenwohnungen in Laar

 

Zu den "gewissen Extras" zählen auch die innovativen Ideen: Die Duisburger AWO richtet erstmals Wohngemeinschaften für Menschen mit demenziellen Veränderungen ein.

 

"Demenz-WGs" sind für die Anlage auf dem alten Kindergartengelände an der Friesenstraße 10 in Laar geplant. Menschen können sich dann mit dem größtmöglichen Maß an Selbstständigkeit in diesen Wohngemeinschaften sicher und zuhause fühlen. Zudem erhält Laar eine Tagespflege für bis zu 15 ältere Menschen.

 

Hartmut Ploum: „Die Wohnanlangen befinden sich in unmittelbarer Nähe eines unserer AWOcura-Seniorenzentren." Das Gesamtkonzept mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Angeboten für ein besseres Leben im Alter stellt damit sicher: Jeder bekommt die Hilfe und Unterstützung, die in dieser Phase gerade richtig und notwendig ist."

 

In Laar, direkt neben dem Wohndorf Laar mit dem AWOcura-Pflegeheim, finden in dem Haus am Rheindeich zudem die Büros des AWOcura-Pflegedienstes Nord neue, großzügig gestaltete Räume. Im zweiten und dritten Obergeschoss entstehen dann insgesamt 19 Wohnungen mit Balkon und allem Komfort, der Wohnen im Alter attraktiv und sicher macht. Für den Fall, dass ein Aufzug ausfällt, werden zwei Aufzüge eingebaut. Somit wird sichergestellt, dass die Bewohner auch aus den oberen Etagen immer altersgerecht zu ihren Wohnungen kommen und in Notfällen versorgt werden können. Eine Tiefgarage erspart die Parkplatzsuche. Die Wohnungen haben Größen zwischen 48 und 68 Quadratmetern. Dass die Wohnungen barrierefrei sind, ist ebenso selbstverständlich wie der Anschluss ans AWO-Hausnotrufsystem.