News 1988 - Nachrichten aus Laar


20.01.1988 - Rheinische Post - Hildegard Chudobba

Rat gibt Startschuss für Umbau der Ruhrorter Badeanstalt
Auch ein Bad für Hunde

Der Rat der Stadt wird in seiner Sitzung am kommenden Montag den Startschuss für ein Projekt geben, das die bislang eher triste Duisburger Bäderlandschaft entscheidend prägen wird. Zum Beschluss steht an diesem Tag die Erteilung einer Option über das Ruhrort-Laarer Hallenbad an die Neusser Firma Delta-Plan Consulting GmbH. Das Unternehmen will innerhalb von sechs Monaten nach Erteilung der Voranwartschaft auf den Erwerb ein beschlussreifes Konzept auf den Tisch legen, wie das aus der Jahrhundertwende stammende Bad attraktiv umgebaut und künftig gewinnbringend betrieben werden kann.

Aus Kostengünden war die Badeanstalt mit der imposanten Gründerzeit-Fassade vor zwei Jahren geschlossen worden. Wäre der Bürgerprotest nicht so heftig gewesen, das Bad wäre sicherlich abgerissen worden. Inzwischen aber steht es unter Denkmalschutz. Scheiterten in den ersten Monaten nach der Schließung alle Nutzungspläne, so scheint der Laarer SPD-Ratsherr Dieter Fischdick, ein energischer Streiter um den Erhalt der Badeanstalt, in den drei Architekten der Firma Delta Plan die richtigen Partner gefunden zu haben. Die beiden Duisburger Architekten Kraay und Poelzig sowie ihr Neusser Kollege Karl-Heinz Reuter wollen aus der Badeanstalt ein Spaßbad machen, wie es dies in Duisburg kein zweites Mal gibt. Aus den rechteckigen Becken in der Männer- und Frauenschwimmhalle sollen sogenannte „freigeformte Wasserlandschaften" werden, gekachelte Schwimmbecken, die Naturseen mit Buchten und Inseln ähneln. Weiter sind geplant: Saunen, Solarien, Restaurants und Bars, Geschäfte für Badeartikel, eine Disco mit Großvideo, Dampfbäder, Massagekabinen, Wasserspielgeräte und -rutschen, Palmen und Blumen sowie als besonderer Clou ein Hundebad. Wie die Architekten bei ihren Nachforschungen herausfanden, war ein solches Schwimmbecken für Vierbeiner bereits in den ersten Plänen für die Badeanstalt berücksichtigt worden, wurde dann aber aus Finanzgründen gestrichen. In dem jetzt geplanten Hundebad werden die Fiffies im Wasser paddeln und sich danach in einem Schönheitsalon „stylen" lassen können.

Die Firma Delta Plan Consulting GmbH hat in den vergangenen Jahren reichlich Erfahrung in der Planung von Spaßbädern gesammelt und hat keinen Zweifel, einen Investor zu finden, der bereit ist, die auf zehn Millionen Mark geschätzten Umbaukosten bereitzustellen. Bis zum Sommer soll die Firma ein bis ins Detail ausgearbeitetes Konzept erstellen, über das der Rat dann erneut beschließt. Finden die Pläne bei den Politikern Anklang, so wird Delta Plan Consulting bereits im Herbst mit den Umbauarbeiten beginnen, die auf sechs Monate geschätzt werden. Ab Frühjahr 1989 sollen sich — so sieht es die Planung vor — jährlich 300 000 Besucher vergnüglich im Spaßbad tummeln. Sie sollen in erster Linie aus den beiden Großstädten Duisburg und Düsseldorf sowie vom linken Niederrhein kommen.


23.01.1988 - Rheinische Post - Klaus E. Schroeder

Steinfigur fand an der Deichstraße neue Heimat
Laarer haben ihren Jungen wieder

Die Laarer haben „ihren Jungen" wieder: Gestern wurde die Steinfigur von einem Kranwagen auf den Dachsims des Hauses Deichstraße 50 gehievt. Aus elf Metern Höhe grüßt er jetzt wieder mit erhobener Hand die Passanten und vor allem die Schiffer auf dem Rhein. Der „Laarer Junge" sitzt auf einem Kupferpodest und soll bei Dunkelheit angestrahlt werden. Theo Barkowski, Vorsitzender der Bürgervereinigung Laar, meinte gestern zum neuen Domizil der Figur: „Der Junge steht genau an der richtigen Stelle; sie ist sogar noch besser als sein ursprünglicher Standplatz, weil er jetzt über die Deichkrone hinwegschauen kann."

Seit Anfang des Jahrhunderts hatte die 1,50 große Steinfigur ihren Platz auf dem Dachsims des Eckhauses Rhein-/ Kanzlerstraße in Laar. Als der Besitzer dieses Hauses, Thyssen Bauen und Wohnen in Hamborn, das Gebäude im vorigen Jahr abreißen ließ, wurde der Junge „sichergestellt" und für 5000 Mark restauriert. Die Laarer hatten zunächst geglaubt, die Figur sei ihnen „gestohlen" worden (wir berichteten). Dann aber erklärte im September der Leiter der Wohnungswirtschaft von Thyssen Bauen und Wohnen, Walter Kirchheim, gegenüber der RP, die Laarer könnten ihren Jungen zurückbekommen, wenn sie einen geeigneten und würdigen Platz für ihn finden. Gestern meinte Kirchheim: „Ich kann der Bürgervereinigung und der Wohnungsgenossenschaft zur Wahl des neuen Standortes nur gratulieren."

„Es hat sich dann glücklich getroffen, dass die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Nord gerade das Haus Deichstraße 50 eingerüstet hatte", berichtete Barkowski. Die Genossenschaft hat das Gebäude in den vergangenen Monaten innen und außen renoviert und modernisiert. Bernhard, Brandhorst, Geschäftsführer der Genossenschaft, gab dem steinernen Jungen gerne an der Deichstraße eine neue Heimat: „Die Genossenschaft hat zwar ihren Sitz in Ruhrort, ist aber in Laar gegründet worden."

Wen der „Laarer Junge" darstellen soll, ist nicht bekannt. Es gebe mehrere Legenden über seine Herkunft, berichteten Brandhorst und Barkowski. Die glaubwürdigste Version sei, dass der Sohn eines Kapitäns aus Laar immer seinem Vater zugewunken hat, wenn dieser aus dem Hafen herausfuhr.

Dann sei der Junge im Alter von 13 bis 14 Jahren tödlich verunglückt. Der Kapitän habe sich daraufhin die Steinfigur anfertigen und auf den Dachsims stellen lassen, damit er auch weiterhin beim Auslaufen und bei der Rückkehr von „seinem Jungen" gegrüßt wurde.


23.01.1988 - Rheinische Post - p.h.

UNSERE MEINUNG
Beispiel

Die Pläne für das Hallenbad Ruhrort / Laar haben in den vergangenen Monaten eine Wechseldusche erlebt. Zunächst sollte es abgerissen werden, dann meldeten sich mahnend die Denkmalschützer, und schließlich fanden sich sogar Investoren, die mit der Anlage, die der Stadt zu teuer geworden war, demnächst Gewinn zu machen hoffen: Die alte Badeanstalt ist auf dem besten Wege, Musterbeispiel dafür zu werden, wie kostenträchtige Einrichtungen der Stadt umgewandelt werden können in lukrative private Unternehmungen. Der Bürger hätte doppelten Nutzen: Wer das Bad selber genießt, freut sich über dessen neugewonnene Attraktivität. Wer vom Badevergnügen dieser Art nichts hält, darf zufrieden sein, dass die anderen ihr Vergnügen nicht auf seine Kosten haben.

Ähnlich lässt sich sicherlich mit noch manch anderer städtischer Einrichtung verfahren. Auf der einen Seite mögen es kommerzielle Unternehmen sein, die sich bereitfinden, sich dort zu engagieren, wo die öffentliche Hand das Feld räumt. Gleichzeitig werden bei wachsender Freizeit die Möglichkeiten der Vereine immer größer, manches von dem in eigener Regie zu übernehmen, was die Stadt nicht mehr bezahlen kann: So ist wohl auch ein guter Teil der Spar-Vorschläge zu verstehen, die von der Industrie- und Handelskammer im Rathaus vorgelegt wurden. Mögen sie dort die Phantasie der Politiker und der Beamten beflügeln.


10.02.1988 - WAZ - mß-'

25-Mio-Projekt zur Laarer Verkehrsberuhigung startet 1991
Ruhige Aussichten für Deichstraße
Vielbenutzter Verkehrsweg soll für „Durchfahrer" gesperrt werden

Wenn im Jahre 1991 der zweite Bauabschnitt der Umgehungsstraße Laar/Beeck fertiggestellt sein wird, soll - so die Planung - unmittelbar mit der Verwirklichung des etwa 25 Millionen Mark schweren dritten Teils des Verkehrsentlastungsprojektes begonnen werden. Danach soll in der Deichstraße, einer der meist frequentierten Verkehrswege Duisburgs, endlich Ruhe einkehren. Die Autofahrer in Richtung Ruhrort oder Beeck werden dann die neue Umgehungsstraße benutzen, die Deichstraße bleibt nur für Anlieger geöffnet. Dies erklärte der zuständige Laarer Ratsherr Dieter Fischdick (SPD).

Das dritte Teilstück der Umgehungsstraße Laar/Beeck, so heißt es in einer Verwaltungsdrucksache, nimmt folgenden Verlauf: Die neue Trasse wird an das bereits vorhandene Teilstück der Stepelschen Straße angeschlossen. Bis zu der geplanten Kreuzung der bis dahin verlegten Ahrstraße (Thyssen-Werkszufahrt Tor 41) verläuft die Straße ebenerdig. Die Trasse steigt dann bis auf eine Höhe von etwa sechs Metern im Thyssen-Haldenbereich an und bleibt in dieser Hochlage bis in Höhe der Schillstraße. An dieser Stelle fällt die Trasse wieder und erreicht im Bereich der Einmündung Werthstraße bis zur Friedrich-Ebert-Straße Niveaulage.

Im Abschnitt zwischen Werkszufahrt und Jahnstraße sind ein Lärmschutzwall sowie zahlreiche Böschungen eingeplant, um den bereits bestehenden Grüncharakter der mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Halde der Thyssen AG zu erhalten. Im weiteren Verlauf bis etwa in Höhe der Bessemerstraße sind ebenfalls Böschungen und Stützwände vorgesehen. Im Zuge des Ausbaus der Umgehungsstraße werden insgesamt sechs Wohnhäuser an der Thomasstraße, die sich im Besitz der Stadt Duisburg befinden, abgerissen.

Die Deichstraße wird nach Fertigstellung der Umgehungsstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt und zur verkehrsberuhigten Anliegerstraße mit entsprechenden Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes umfunktioniert. Ratsherr Dieter Fischdick (SPD): „Mit der Vollendung beider Bauabschnitte der Umgehungsstraße wird endlich Ruhe auf der Friedrich-Ebert- wie auf der Deichstraße einkehren."


24.02.1988 - Wochen Anzeiger

Der „Laarer Junge" winkt wieder

Nun sitzt er wieder auf dem Dach und blickt grüßend zum „Vater" Rhein herüber. Gemeint ist der sogenannte „Laarer Junge", eine steinerne Figur, die Mitte Januar prächtig restauriert mit einem Autokran auf das Doppelhaus Deichstraße 50 gehoben und auf einem Sockel fachmännisch montiert wurde. Nicht nur die Verantwortlichen des Laarer Bürgerverein mit Theo Barkowski an der Spitze, sondern vor allem auch die älteren Bürger des am Rhein gelegenen Stadtteils im Duisburger Norden freuen sich darüber.

Seinen ursprünglichen Sitzplatz hatte der steinerne Knabe aber nicht dort, sondern auf dem Dachsims des Hauses Rheinstraße 54 in Laar. Viele Jahrzehnte hatte er mit Blick auf den Rheinstrom die vorbeifahrenden Schiffe mit winkender Hand begrüßt - weithin sichtbar. Als zu Beginn des vergangenen Jahres der Bagger anrückte und das alte Haus einriss, hatte die Hauseigentümerin „Thyssen Bauen und Wohnen" die Steinfigur bereits abgebaut und somit in Sicherheit gebracht.

Ursprünglich wollte diese den „Laarer Jungen" nach der Restaurierung auf dem Thyssen-Werksgelände aufstellen lassen. Da gab es Proteste der örtlichen Bewohner. Der Bürgerverein zog alle Register, hatte nach zahlreichen Verhandlungen mit den Verantwortlichen von „Thyssen Bauen und Wohnen" auch Erfolg. „Wir alle haben uns riesig gefreut, dass man einsichtig war und alles zu einem guten Ende kam. Schließlich ging es ja auch um eine uralte Laarer Symbolfigur", bekundete Vorsitzender Theo Barkowski.

Einige Versionen ranken sich um den steinernen Knaben in der altmodischen Jacke, den die rauhe Witterung vom Rhein her bereits das linke Bern nahm. Ein dankbarer Vater habe sie aufgestellt, nachdem sich sein Sohn beim Spielen auf das Dach verirrte und von dort in einer dramatischen Aktion gerettet worden sei. Eine andere ist von einem Kapitän, dessen erster und letzter Blick vom Schiff aus immer seinem Sohn galt, der ihm bei der Ankunft und der Abfahrt in Ruhrort von daheim aus zuwinkte.

Als der Sohn tragischerweise starb, ließ der Vater das steinerne Abbild des Jungen auf dem Sims errichten. Das soll schätzungsweise kurz nach der Jahrhundertwende gewesen sein.

Aber wie dem auch sei. Der „Laarer Junge" befindet sich wieder in luftigen Höhen und winkt nun wieder auf den Rhein. Die Kosten für die Planung und Aufstellung übernahm die Gemeinnützige Wohnungsbau-Genossenschaft Duisburg-Nord. Auf der Suche nach einem neuen Platz für die Figur entschied sich der Bürgerverein für den jetzigen Standort. „Da sitzt der Knabe ideal", sagt Vorsitzender Theo Barkowski. Man ist erfreut darüber, dass die Thyssen-Wohngesellschaft die alte Steinfigur auf eigene Kosten neu restauriert hat. Auch ein linkes Bern hat der „Laarer Junge" nun wieder. Es wurde künstlerisch nachmodelliert. So hatten es sich die Laarer gewünscht - und ihr Wunsch ging in Erfüllung.


12.03.1988 - Rheinische Post

Millionen für Laar

Vor vier Jahren wurde mit den Wohnumfeldmaßnahmen in Laar begonnen. Bis zum Jahreswechsel 1989/1990 soll ein Schlussstrich unter das Programm gezogen werden. Es umfasst ein Finanzvolumen von fast sieben Millionen Mark.

Wenn auch die einzelnen Projekte mittlerweile weitgehend beschlossen sind, laufen immer noch ergänzende Überlegungen. Im Vordergrund steht dabei die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, zum Beispiel für den Abriss des Bunkers oder für die Aufpflasterung des Laarer Marktplatzes.

Ausgewiesen ist bereits die erste Finanzierungsstufe für den Bau der Laarer Umgehungsstraße, mit deren Bau im kommenden Jahr begonnen wird. Sie wird die Deichstraße entlasten und damit den Wert der Rheinpromenade erhöhen.


12.03.1988 - Rheinische Post - Hildegard Chudobba

Bemühungen in Laar zeigen Wirkung
Einwohnerzahl wird steigen"

Die meisten Frauen, die sich schminken, tun es, um ihre vorhandene Schönheit hervorzuheben. Einige aber greifen in den Farbtopf, um Runzeln, Falten, Krähenfüße und andere Hinweise auf ihr fortgeschrittenes Alter zu übertünchen. Mit den Wohnumfeldmaßnahmen ist es ähnlich. Manchmal täuschen sie nur geschickt darüber hinweg, dass an der Kehrseite der auf Hochglanz polierten Fassade der Zahn der Zeit unaufhaltsam nagt. Das gilt nicht für Laar.

Bis in die 60er Jahre hinein unterschied sich der Stadtteil kaum von anderen Bezirken in unmittelbarer Nachbarschaft der Industrie. Über 12 000 Einwohner lebten einst in Laar, heute sind es nicht einmal mehr 7 000. Leerstehende Wohnungen wurden nicht mehr belegt, ganze Häuserzeilen abgerissen, immer mehr deutsche Einwohner suchten sich mangels modernen Wohnraums in ihrem Stadtteil anderswo ein neues Zuhause. Nur die Zahl der ausländischen Bewohner stieg an. Politik und bürgerschaftliche Vereinigungen suchten gemeinsam einen Weg aus der Misere, schafften es den Abwärtstrend zu stoppen und begrüßten vor gut vier Jahren die für den Stadtteil genehmigten Wohnumfeldmaßnahmen als eine Chance, auf die Beine zu kommen.

„Hätten wir uns damals nur an die Verwaltungspläne gehalten, der Erfolg wäre sicherlich nicht so nachhaltig gewesen", vermutet Dieter Fischdick, SPD-Ratsherr für Laar. Bei zahlreichen Versammlungen seien die Bürger zu Wort gekommen, hätten ihre Vorstellung von einem schöneren Stadtteil vorbringen und selber Akzente setzen können. Die Verschönerungsaktionen setzen dort an, wo die Laarer zusammenkommen, wo sie wohnen: am Marktplatz.

Die neu gestaltete Werthstraße ist zum Vorzeigeobjekt geworden, wenn sich auswärtige Politiker oder Verwaltungsmitarbeiter über Wohnumfeldmaßnahmen informieren wollen. Statt auf graue Bürgersteige können die Anwohner heute auf Bäume und Sträucher schauen. Der Autoverkehr ist zur Nebensache geworden, muss sich zwischen Bäumen, Laternen und Blumenbeeten langsam hindurchschlängeln. Ähnlich sieht es in anderen kleinen Anwohnerstraßen aus. Fast abgeschlossen sind die Wohnumfeldverbesserungen  in der Siedlung Arndt-, Jahn- und Friesenstraße. Noch in desem Jahr begonnen werden soll mit der Gestaltung der Zwinglistraße vom Kirchplatz bis zum Florapark. Und bereits begonnen wurde mit den Bauarbeiten auf der Florastraße in Höhe der Deich- und Rheinstraße. Das bisher vorhandene Straßendreieck wird zur Grünfläche, die nur noch Radfahrer und Fußgänger passieren können. Wie für die Deichstraße gilt auch auch für die Arndt-, Thomas-, Werth-, Flora- Friesen- und Stepelsche Straße „Tempo 30". Fast alle Straßen im Kern von Laar sind zu Mischflächen umgestaltet (oder werden es noch). Für die Autofahrer bedeutet das, sie müssen in Laar den Fuß vom Gas nehmen.

Nach Meinung von Dieter Fischdick haben sich die Wohnumfeldmaßnahmen bereits positiv ausgewirkt. Denn im Stadtteil werde wieder gebaut. Über 50 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern seien in den vergangenen vier Jahren gebaut worden. 37 Einfamilienhäuser sollen in Kürze auf dem ehemaligen Krankenhausgelände sowie auf dem gegenüberliegenden freien Grundstück entstehen. „Und ich bin sicher, dass wir am Ende dieses Jahres wieder eine steigende Einwohnerzahl in Laar werden vermelden können."


25.04.1988 - Rheinische Post - Gabriele Weiss


Laar hat sein Gesicht verändert
Erfolg für Bürgerverein

„Der Laarer Junge auf der Deichstraße ist unser 500. Mitglied," schmunzelte Theo Barkowski über den starken „Zuwachs" seines Vereins. Wie berichtet war das steinerne Denkmal vor einiger Zeit frisch renoviert an seinen angestammten Platz auf dem Dach eines Hauses an der Deichstraße zurückgebracht worden.

Im letzten Jahr konnte die Bürgervereinigung Laar insgesamt 51 Neumitglieder sowie sechs weitere Vereine, die ihre kooperative Mitgliedschaft angemeldet haben, für sich gewinnen. Zur Jahreshauptversammlung traf sich die Bürgervereinigung gestern Vormittag im Jugendheim St. Ewaldi an der Laarer Straße.

Neuwahlen standen auf der Tagesordnung, doch diese entpuppten sich rasch als Wiederwahlen. Der komplette Vorstand wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Lediglich bei der Wahl der Beisitzer gab es neues. Hans Kessler schied aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt aus und wurde durch Marlies Diepenbrock und Ewald Kazuch ersetzt. Anerkennend hob Geschäftsführer Günter Rubbert in seinem Jahresbericht hervor, dass sich „die Spitzen unserer Stadt", Oberbürgermeister, Oberstadtdirektor und andere dem Gespräch mit den Bürgervereinen nicht verschließen, es im Gegenteil sogar suchen. Ihr Hauptaugenmerk habe die Bürgervereinigung Laar im Jahre 1987 auf ein gebietsbezogenes Programm zur Wohnumfeldverbesserung gerichtet. „Laar soll schöner werden" hieß die Zielvorstellung und man könne heute optimistisch feststellen, dass Laar tatsächlich schöner werde. Auch das Entgegenkommen der Wohnungsbauunternehmen „Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Nord" und „Thyssen bauen und wohnen", in Hinblick auf den Laarer Jungen, wurde nochmals angesprochen. Damit, dass die Steinfigur, die seit dem Abriss des Wohnhauses auf der Rheinstraße heimatlos geworden war, an exponierter Stelle wieder aufgestellt worden sei, hätten die beiden Gesellschaften echten Bürgersinn bewiesen.

Durch die Verschönerungen vieler Hausfassaden sei Laar heller und freundlicher geworden, ebenso könne man eine spürbar zunehmende Bautätigkeit registrieren, womit der befürchtete Abwärtstrend hinsichtlich der Einwohnerzahl zumindest gebremst sei. Als Verbesserung der Lebensqualität in Laar betrachtet der Vorstand aber auch die durchgeführten Veranstaltungen. Fünf Sonntagmorgen-Konzerte und ein Adventsingen fanden im vergangenen Jahr hier statt. „Wir können ohne Enthusiasmus, aber mit großer Zufriedenheit auf das Jahr 1987 zurückblicken", betonte Günter Rubbert.

Ein Film von Laarern für Laarer gedreht, bildete einen guten Abschluss der Jahreshauptversammlung. Vor 25 Jahren erstellten Anton Schmitz und Rolf Pischke den Filmvortrag „Heimatfest in Laar". Es wurden die Veranstaltungen in Laar während der Duisburger Woche 1962/63 wieder in Erinnerung gerufen.

Der Vorstand der Bürgervereinigung Laar setzt sich wieder wie folgt zusammen: Erster Vorsitzender Theo Barkowski; zweiter Vorsitzender Anton Schmitz; Geschäftsführer Günter Rubbert; Schriftführer Heinz Jung; Schatzmeisterin Ursula Steinbrink; stellvertretender Schatzmeister Wilfried Elsen.


28.04.1988 - WAZ - mj'

Der Bürgerverein Laar zog eine positive Jahresbilanz

Mit dem Stadtteil Laar geht es aufwärts. Das ist jedenfalls die Ansicht des Laarer Bürgervereins. Am Sonntag Vormittag präsentierte der Verband bei seiner Jahreshauptversammlung eine Bilanz des vergangenen Jahres: Wohnumfeldverbesserungen, verstärkte Bautätigkeit und zahlreiche renovierte Häuserfassaden lassen Geschäftsführer Günter Rubbert optimistisch werden: „Laar wird schöner!"

Auch in der Mitgliederentwicklung macht sich das verstärkte Interesse der Laarer Bevölkerung für den Stadtteil bemerkbar: 51 Neumitglieder ließen die Kartei auf nunmehr 499 Personen anwachsen. „Und das, nachdem wir in den vergangenen Jahren viele Mitglieder durch Tod oder Wegzug verloren haben", beschreibt Theo Barkowski, Vorsitzender des Bürgervereins, die Lage.

Sechs Laarer Vereine konnten zur Mitgliedschaft bewegt werden, so dass der Bürgerverein nunmehr 20 Vereine vertritt.

In seinem Geschäftsbericht wies Rubbert auf die Anregungen des Bürgervereins bei den Wohnumfeldverbesserungen in Laar hin. Die Maßnahmen in dem „dichtbebauten und stark belasteten Stadtteil" hatten die volle Unterstützung seines Verbandes gefunden. Rubbert sprach die Hoffnung aus, dass der Aufwärtstrend bei den Bevölkerungszahlen in Laar inzwischen „mindestens gebremst" sei.

Als Beispiele für die Arbeit des Bürgervereins nannte der Geschäftsführer unter anderem die Organisation von fünf Sonntagmorgenkonzerten im Florapark. Auch für dieses Jahr sind wieder fünf Konzerte zwischen dem 8. Mai und dem 11. September geplant.

Bei den Wahlen wurde der Vorstand einstimmig bestätigt. Für den aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Beisitzer Hans Kessler wurden Marlies Diepenbrock und Ewald Kazuch in den Vorstand gewählt.


03.05.1988 - WAZ - mj'

Ewaldi-Pfarre wollte Bau der Umgehungsstraße ermöglichen
Veranstaltungssaal mit transportabler Bühne geplant

„Wir werden mit unserem neuen Pfarrheim keine finanziellen Gewinne machen!" Energisch wendet sich Pfarrer Heinz Thönnessen gegen „Latrinenparolen", die seiner Ansicht nach in Laar kursieren. Weil das alte Jugendheim der Gemeinde St. Ewaldi einer Umgehungsstraße weichen soll, müssen die Laarer nun ein neues Haus an anderer Stelle bauen. Bei der Vorstellung der Pläne am Sonntagvormittag erklärte Thönnessen, man habe dem Abriss lediglich zugestimmt, um den Bau der Umgehungsstraße nicht zu blockieren.

Schon seit 1977 wird die Laarer Umgehungsstraße diskutiert, die die verkehrsreiche Friedrich-Ebert-Straße entlasten soll. Die Trasse führt dabei genau über das 30 Jahre alte Jugendheim der Gemeinde hinter der katholischen Kirche.

Das Gelände wurde nun von der Stadt erworben, die der Gemeinde das Jugendheim noch bis September 1989 kostenlos überlassen will. Bis dahin muss der Neubau bezugsfertig sein, den die Gemeinde auf dem ehemaligen Krankenhausgelände an der Apostelstraße/Ecke Emscherhüttenstraße errichten will.

Um das Projekt zu finanzieren, musste die Gemeinde einen Teil des Krankenhausgeländes verkaufen. „Nun verschwindet unsere Kirche aus dem Blickwinkel", klagt Pfarrer Thönnessen. Kirche und Gemeindehaus würden so auseinandergerissen. Auch seien die Unterhaltskosten für das neue Gebäude höher als für das bisherige Jugendheim.

Das neue Haus, dessen Pläne Kichenvorstands-Miglied Richard Meier vorstellte, soll vom Raumangebot her dem alten Haus entsprechen. Der Veranstaltungssaal mit einer transportablen Bühne wird allerdings mit 186 Plätzen größer ausfallen als der alte 125-Personen-Saal.

Das eingeschossige Gebäude enthält darüber hinaus vier Gruppen- und zwei Werkräume, eine Kegelbahn sowie behindertengerechte Zufahrten und Toiletten. In einem Anbau wird eine 112 qm große Hausmeisterwohnung untergebracht.

Die Kosten des Hauses, das möglicherweise schon im Sommer in Angriff genommen wird, sollen, laut Meier, „unterhalb der Zwei-Millionen-Grenze" liegen. Für die Inneneinrichtung ist die Pfarre zum Teil auf Spenden aus der Gemeinde angewiesen.q


09.05.1988 - WAZ

Bad an Apostelstraße wird privatisiert
Nostalgischer Schwimmspaß im Laarer Jugendstil-Bad
Frage der Energieversorgung ist noch ungeklärt

Die Privatisierung des Hallenbades an der Apostelstraße in Laar, das im Zuge der städtischen Sparmaßnahmen 1986 geschlossen wurde, nimmt konkrete Formen an. Wie der Geschäftsführer der mit der architektonischen Planung befaßten DELTA-PLAN CONSULTING GmbH, Karl-Heinz Reuter, auf einer Klausurtagung der Laarer SPD im sauerländischen Langenei mitteilte, hat die Stadt Duisburg mittlerweile den Optionsvertrag unterzeichnet. Danach muss das Konsortium aus DELTA-PLAN und den Duisburger Architekten Kraay/Poelzig bis Ende September ein fertiges Umgestaltungskonzept für „Opas Badeanstalt" vorlegen.

Die Architekten ihrerseits reichten inzwischen eine Bauvoranfrage ein. Zur Erinnerung: Schon als sich der Schließungsbeschluss in den zuständigen Gremien der Stadt abzeichnete, wandte sich der Laarer Ratsherr Dieter Fischdick (SPD) an die Architekten Arbeitsgemeinschaft Kraay/Poelzig, um die Chancen für eine etwaige Privatisierung des im Jahre 1907 erbauten Hallenbades an der Apostelstraße auszuloten. Nachdem die Verwaltung „furchtbar viel Zeit" (Reuter) benötigte, um sich mit dem Privatisierungsgedanken anzufreunden, nahm die Stadt von sich aus Kontakt zu DELTA-CONSULTING auf. Zu Beginn dieses Jahres schlossen beide Gruppen einen Kooperationsvertrag.

Das Investitionsvolumen beläuft sich nach derzeitigem Planungsstand auf knapp 14 Millionen Mark. 8,5 Mio entfallen allein auf die Baukosten. Den Kaufpreis für das mittlerweile unter Denkmalschutz gestellte Jugendstil-Gebäude samt Grundstück bezifferte Karl-Heinz Reuter auf eine „sechsstellige Summe" ohne der Redaktion allerdings die genaue Zahl nennen zu wollen. Unter dem Strich habe man sich mit der Stadt aber auf einen „fairen Preis" geeinigt.

Noch nicht geklärt ist die Frage der Energieversorgung von „Opas Badeanstalt". Bislang wurde die Schwimmhalle mit Thyssen-Abwärme kostengünstig beheizt. Aufgrund der unsicheren Zukunftsperspektiven für die Stahlindustrie ist Thyssen nur dazu bereit, einen jederzeit kündbaren Energieeinspeisungsvertrag zu schließen mit der Maßgabe, den Preis an veränderte Kosten anzupassen. Dieses Risiko will DELTA-PLAN nach den Worten ihres Geschäftsführers aber „nur ungern eingehen".

Bis Oktober, so lautet die Frist, muss die Planung von „Opas Badeanstalt" auf soliden Füßen stehen. Danach wird sich der Rat der Stadt wiederholt mit dem millionenschweren Projekt befassen, so dass mit den Umbauarbeiten frühestens 1989 begonnen werden kann. Nicht zuletzt wird es in Duisburg dann 30 neue Arbeitsplätze geben.


17.05.1988 - WAZ - mß'

Evangelische Kirche in Laar
Grüner Kirchplatz steigert die Stadtteil-Attraktivität

Investition für 1,1 Mio an Zwinglistraße


Die Laarer evangelische Gemeinde erhält einen Kirchplatz. Für 1,1 Millionen Mark wird die Zwinglistraße, die um das Gotteshaus herumläuft, zur Mischfläche umgebaut. Vor dem Eingangsportal ist eine Pergola geplant, die durch bepflanzte Hochbeete umrandet wird, so dass innerhalb der grünen Eingrenzung der Charakter eines Kirchplatzes entsteht. Der Laarer Ratsherr Dieter Fischdick (SPD) erwartet nach dem Umbau, der bis zum Frühherbst abgeschlossen sein soll, einen neuen Platz zum Verweilen.

Parallel zu den Bauarbeiten um die evangelische Kirche tut sich in Laar noch einiges mehr: Im Rahmen des Wohnumfeldverbesserungsprogramms der Landesregierung, aus dem nach Laar rund 5,7 Mio. Mark fließen, werden zur Zeit auch die Kanzler- und Apostelstraße sowie die Straße Am Heckmannshof durch Anpflanzung neuer Bäume und das Anlegen von Parkmöglichkeiten neu gestaltet. An der Kreuzung Apostel-/Zwinglistraße entstehen zusätzlich Grünzonen, um die bisherigen Unfallquellen zu beseitigen.

Die neue Fläche um die Laarer Evangelische Kirche wird sich künftig bis zum Florapark erstrecken. Zahlreiche Bäume, Grünbeete und Sitzgelegenheiten schmücken den Kirchplatz. Mit seiner Verwirklichung geht nun endlich ein Antrag der Laarer SPD in Erfüllung, den sie schon 1979 in die Bezirksvertretung einbrachte.

Die Verwaltung übernahm mittlerweile die Vorschläge der Sozialdemokraten in ihre Bauplanung. Auch Anregungen der Gemeinde sowie der betroffenen Anwohner wurden berücksichtigt. Ursprünglicher Auslöser für die Kirchplatz-Idee waren nervaufreibende Moped-Rennen.

Auch die katholische Gemeinde in Laar erhält in den nächsten Jahren einen Kirchplatz. Im Zuge des Baus der Umgehungsstraße entstehen durch Abriss einiger kleiner Gebäude neue Flächen, die dann zu einem Platz zusammengefügt werden.


02.06.1988 - Rheinische Post - Klaus E. Schroeder

Zweiter Abschnitt der Umgehungsstraße Laar
Nach 13 Jahren wird endlich gebaut

Im Laufe von nicht weniger als 13 Jahren seien unzählige Blatt Papier beschrieben und zahllose Diskussionen geführt worden, um den zweiten Bauabschnitt der Umgehungsstraße Laar/ Beeck verwirklichen zu können. Jetzt sei zu hoffen, dass mit dem Bau dieser für Laar so wichtigen Entlastungs-Straße wie von der Verwaltung angekündigt Ende dieses Jahres begonnen werde, erklärte SPD-Bezirksvertreter August Haffner in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Meiderich/Beeck, in der der Baubeschluss diskutiert wurde. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 4. Juli.

Der Ausbau der Umgehungsstraße Laar von der Rheinstraße bis zur Werthstraße könne beginnen, wenn der Bebauungsplan für dieses Gebiet rechtskräftig ist, berichtete die Verwaltung. Das werde vermutlich Ende dieses Jahres der Fall sein. Die Zuschüsse seien zwar noch nicht genehmigt, doch die Stadtverwaltung gehe davon aus, dass der Bewilligungsbescheid erteilt wird, sobald der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Für den Ausbau der Umgehungsstraße von der Rheinstraße bis zur Werthstraße sowie der verlegten Emscherhüttenstraße von der Apostelstraße bis zur Umgehungsstraße sind Kosten in Höhe von rund 17,7 Millionen Mark veranschlagt.

Die neue vierspurige Umgehungsstraße soll vor allem die vielbefahrene Friedrich-Ebert-Straße entlasten. Der Durchgangsverkehr mit einer großen Zahl von schweren Lastwagen läuft heute über die Friedrich-Ebert-Straße mitten durch den Ortskern von Laar. Die Straße ist recht schmal, in der Mitte der Fahrbahn liegen Straßenbahnschienen, und Radwege sowie Parkstreifen sind nicht vorhanden. Daher kommt es hier immer wieder zu Behinderungen und durch den Lärm und die Abgase zu starken Belästigungen der Anwohner. Die Trasse der Umgehungsstraße auf der östlichen Seite des Laarer Ortskerns schone weitgehend die vorhandene Bebauung, erklärte die Verwaltung.

Für den zweiten Bauabschnitt der Umgehungsstraße müssen nach Angaben der Verwaltung allerdings 36 Bäume gefällt werden, die unter die Baumschutz-Satzung fallen. Darunter befinden sich neben anderen Bäumen eine Platane, fünf Ahornbäume, zwei Eichen, zwei Linden, zwei Weiden, eine Pappel und 17 Robinien. Die 36 Bäume sollen aber nicht ersatzlos verschwinden. Auf Freiflächen an der Umgehungsstraße und der verlegten Emscherhüttenstraße sollen, so die Verwaltung, umfangreiche Neuanpflanzungen mit hochstämmigen Bäumen vorgenommen werden.

Um die Häuser an der Friedrich-Ebert-Straße abzuschirmen, erhält die in der Nähe der Rückfronten der Gebäude vorbeiführende Umgehungsstraße begrünte Lärmschutz-Wälle und Lärmschutz-Wände. Da diese Maßnahmen für die oberen Stockwerke der Gebäude allerdings nicht genügend Dämmwirkung bringen, sehen die Planer Lärmschutzfenster für die Räume vor, deren Nutzung das notwendig macht.

Die Straßenbahn soll auch nach dem Bau der Umgehungsstraße über die Friedrich-Ebert-Straße fahren. In der Verwaltungsvorlage für den Baubeschluss wird außerdem angekündigt: „Auch die Fußgänger und Radfahrer sollen weiterhin die dann weitgehend verkehrsberuhigte Friedrich-Ebert-Straße benutzen."


02.06.1988 - WAZ- gudi

Umgehungsstraße Laar wird noch 1988 weiter ausgebaut

Einen positiven Akzent setzte der Beschluss des zweiten Bauabschnitts der Umgehungsstraße Laar/Beeck, mit dem, wenn alles nach Plan läuft, bereits Ende dieses Jahres begonnen wird. Die zweite Etappe betrifft den Abschnitt 100 Meter südlich der Rheinstraße bis zur Werthstraße und der verlegten Emscherhüttenstraße von Apostelstraße bis zur Umgehungsstraße. Kostenaufwand: 17 663 377 Mark.

Zuschüsse werden erwartet, die DVG, deren Straßenbahnlinien 901 und 904 und Buslinie 906 im Ausbaubereich liegen, hat ebenfalls einen Zuschussantrag beim Land gestellt.

Dass noch bis Ende des Jahres gewartet werden muss, liegt an dem noch nicht rechtskräftigen „zuständigen" Bebauungsplan. Bäume sollen weitgehend geschont und die Häuser an der Friedrich-Ebert-Straße durch einen Lärmschutzwall geschützt werden. Die Vorlage wurde von allen Fraktionen sehr begrüßt.


04.06.1988 - Rheinische Post - -sh

Anwohner-Kritik an Wohnumfeldverbesserung
„Eine rote Steinwüste"

Unmut regt sich unter den Anwohnern, seit zu erkennen ist, dass bei der Umgestaltung der Umgebung der evangelischen Kirche in Laar ein eintöniger „Roter Platz" an der Kanzler-/Zwinglistraße entsteht. „Wir begrüßen die Wohnumfeld-Verbesserung sehr und haben sie ja auch gewünscht. Aber was jetzt hier entsteht, ist phantasielos und wirkt wie eine rote Steinwüste", meint Annemarie Schildt, Anwohnerin der Kanzlerstraße und engagierte Laarer Bürgerin. Sie und andere Anwohner stellten jetzt fest: „Wenn man hier unten auf dem Platz steht, fällt die Eintönigkeit noch nicht so stark auf. Aber der Blick aus den Fenstern in den oberen Stockwerken der Häuser ist regelrecht deprimierend."

Der gesamte Platz an der Rückfront der Kirche und auch der wie eine kleine Bühne etwas höherliegende Teil unmittelbar am Gotteshaus ist mit hellroten Steinen gepflastert. Hier findet sich kein „belebender" Farbtupfer in dem Pflaster. „Um die Öde etwas aufzulockern, würde es schon reichen, wenn ein paar graue Steine, so wie sie für die an den Straßen angelegten Parkbuchten verwendet wurden, in das rote Pflaster eingearbeitet würden."

Für völligen Unsinn halten die Anwohner, dass die beiden Bäume an den Ecken des zwei Stufen höherliegenden „Podestes" ausgepflanzt und an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden sollen. Es wäre doch sicherlich kein planerisches Problem und kein zusätzlicher Aufwand gewesen, die jetzt unmittelbar hinter den Bäumen angelegten Stufen um die Bäume herumzulegen, stellten Anwohner fest. Dann hätten die Wurzeln weiterhin in der Erde gelegen. Durch das etwas tiefer liegende Niveau der Straßen ragen sie jetzt (verdeckt von um die Baumstämme herum aufgeschüttete Erde) aus dem Boden heraus.

Die Anwohner hoffen, dass die von ihnen angeregten kleinen Änderungen noch vorgenommen werden können, weil die Bauarbeiten längst noch nicht abgeschlossen sind. Eine ganze Reihe der roten Pflastersteine wird zurzeit ohnehin wieder herausgerissen, damit die neuen Straßenlaternen aufgestellt werden können...


04.06.1988 - Rheinische Post

Fünfjähriger schwer verletzt

Schwer verletzt wurde ein fünfjähriger Junge, der die Fahrbahn der Florastraße in Laar kurz vor der Einmündung der Spatenstraße überqueren wollte. Das Kind wurde von einem Audi erfasst, der von einem 64 Jahre alten Mann gesteuert wurde. Der Junge musste zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden.


01.07.1988 - Rheinische Post

Laarer Senioren kamen zum Kaffee zusammen

Die Laarer Bürgervereinigung ist nicht nur aktiv, wenn es darum geht, den Stadtteil zu verschönern. Sie trägt auch mit dazu bei, dass die Bürger einander näherkommen. Bestes Beispiel dafür ist der Seniorenkaffee. Zum wiederholten Male lud die Bürgervereinigung alle alten Laarer ins katholische Jugendheim ein. Die ältesten unter den Gästen waren Paula Hünnecken, 96 Jahre und Theophil Kazuch, 94 Jahre.


07.1988 - Wochen Anzeiger

„Altentag" in Laar! Nun schon zum 26. Mal veranstaltete die Bürgervereinigung Duisburg Laar ihren „Altentag". Wie schon in den Vorjahren hatte auch in diesem Jahr der Vorstand höchstselbst wieder 344 ältere Laarer aufgesucht und sie persönlich eingeladen. Rund 160 Laarer ließen sich nicht zweimal bitten und verlebten im Jugendheim auf der Laarer Straße bei Kaffee und Kuchen, Getränken in großer Auswahl und einem bunten Unterhaltungsprogramm ein paar überaus vergnügte Stunden. 


18.07.1988 - WAZ - mß

Gelungene WUF-Maßnahmen
Laar gewann an Wohnwert
Stadtteil am Rhein wurde mit 5,7 Mio DM verschönert

Zu den Duisburger Stadtteilen, die am meisten vom Wohnumfeldprogramm (WUF) der Landesregierung profitieren, gehört Laar. In den Ort am Rhein fließen insgesamt 5,7 Mio. Mark. Und es gibt sogar berechtigte Hoffnung, dass diese Summe mit Mitteln aus Einsparungen im Topf für Hinterhofgestaltung und Fassadenverschönerung weiter aufgestockt wird.

Mit dem Ausbau der Werthstraße zur Mischfläche begann 1985 der Reigen der Laarer WUF-Programmpunkte. Die Raserei auf dieser Straße im Herzen Laars hatte alsbald ein Ende. Grünbeete und neue Bäume stoppten die Schnellfahrer. Die Grund- und Hauptschüler konnten von nun an auf sicherem Weg zur ihren Pennen gelangen, die direkt an der Werthstraße liegen.

Im nächsten Jahr soll der gesamte Laarer Marktplatz mit umgebauten Straßen umgeben sein. Die Werthstraße war nur der erste Schritt. Noch folgen werden ein Teilstück der Florastraße - der Rest wurde bereits modernisiert -, die Schill- von der Eligius- bis zur Florastraße und schließlich die Eligiusstraße selbst. Nach Abschluss der Umbauarbeiten wird der Marktplatz 1989 dann in eine große Mischfläche mit roter Ziegelstein-Pflasterung und vielen Grünzonen eingebettet sein.

Im Zuge des WUF-Programms erhält die Laarer evangelische Kirche einen Kirchplatz, der in die das Gotteshaus umgebende Zwinglistraße integriert werden wird. Der Ausbau soll im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein. Mit WUF wurde der Kirchplatz-Bau endlich möglich, nachdem die Laarer SPD schon vor zehn Jahren einen entsprechenden Antrag in die Bezirksvertretung eingebracht hatte.

Auch die Franklin-, Jahn- und Arndtstraße erhielten ein neues Gesicht. 1989 sollen noch folgen der Rest der Florastraße, ein Teilstück der Schillstraße, die Apostel- und Ewaldistraße sowie Am Heckmannshof. In das WUF-Programm, so erklärte Ratsherr Dieter Fischdick (SPD) der waz, sollen zusätzlich die Spaten-, Friesen- und Turmstraße aufgenommen werden. Ein offizieller Beschluss dazu steht aber noch aus.

Erfolgreich waren die Laarer auch in ihren Bemühungen, Landesmittel für den Wohnungsbau locker zu machen. Denn WUF-Gebiete erhalten hier eine besondere Förderung.


09.09.1988 - Rheinische Post - hch

Zum 125. Mal Konzert im Floragarten
Ein Schunkellied sorgte für Verwirrung

Während des Sommers gibt es einmal monatlich im Laarer Florapark Musik und Gesang, und das seit über 25 Jahren. Am kommenden Sonntag können die Bürger zum 125. Mal in ihrem Stadtteil ein bisschen Kurkonzert-Atmosphäre erleben.

Begründer dieser traditionsreichen Veranstaltung ist die Laarer Bürgervereinigung, oder präziser, ihr Vorsitzender Theo Barkowski. Vor 28 Jahren übernahm er den Vorsitz in diesem bürgerschaftlichen Verein, „und ich habe mich gleich von Anfang an für solche Konzerte stark gemacht", erzählt Theo Barkowski. Er sah es als eine der vielen Aufgaben der Bürgervereinigung an, auch für Unterhaltung zu sorgen und ein bisschen kulturelle Arbeit zu leisten.

„Anfangs mussten wir richtig tingeln gehen, um Chöre oder Orchester für die Konzerte im Floragarten zu gewinnen", erinnert sich Barkowski. Denn die Bürgervereinigung kam in den ersten Jahren alleine für die Kosten dieser Veranstaltungen auf. Da ihr Finanzrahmen begrenzt war, konnten die Organisatoren nicht willkürlich jede Gruppe engagieren. Seit einiger Zeit beteiligt sich die Stadt an den Kosten, „aber drei der insgesamt fünf jährlichen Konzerte bezahlen wir immer noch aus unserer Vereinskasse", sagt Theo Barkowski. Bestimmten oft die Honorarforderungen darüber, welche Gruppen in Laar auftraten, gab in manchen Jahren das Wetter dafür den Ausschlag, ob eine Veranstaltung erfolgreich oder weniger gelungen war. „Die Zuschauer konnten bei Regen noch ihre Schirme aufspannen, die Musiker aber nicht, die mussten dann entweder eine Pause einlegen oder wurden ziemlich nass."

Barkowski erinnert sich an ein Schlecht-Wetter-Erlebnis, über das er im Nachhinein schmunzeln kann, das aber damals für einige Aufregung sorgte. „Wir hatten für ein Sonntagskonzert ein Harmonika-Orchester aus Düsseldorf verpflichtet. Weil es so stark regnete und weil die Musiker Angst um ihre Instrumente haben mussten, suchten wir nach einem Ausweichquartier", erzählt Barkowski. Der damalige Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Laar erklärte sich schließlich bereit, dass die Veranstaltung in die Kirche verlegt wurde. „Das Harmonika-Orchester spielte dort wie geplant sein Programm." Als dann in dem Gotteshaus „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins,..." erklang, da sei manch einer der Zuhörer mehr als verwirrt gewesen.

Am kommenden Sonntag um 11 Uhr wird das Jugendorchester Schönebeck für Unterhaltung im Floragarten sorgen. Zum 125. Konzert werden besonders viele Zuhörer erwartet. Wie üblich endet mit dem September-Konzert die Saison, „aber im Mai nächsten Jahres geht es weiter", ist Theo Barkowski absolut sicher.


12.09.1988 - Rheinische Post - avm

125. Sonntagmorgenkonzert im Floragarten
Spritzige Melodien mit „Ruhrgebietskarajan"

Mit Operettenmelodien und Märschen, aber auch mit romantischen Klängen feierte am Wochenende die Laarer Bürgerveinigung mit dem Schönebecker Jugendorchester das 125. Sonntagmorgenkonzert im Floragarten. Zu den Jubiläumsgästen gehörten auch Hans Kohlheyer aus der Bezirksvetretung Meiderich und Bürgermeister Reinhard Bulitz.

Der Bürgermeister gratulierte Günther Eggert, dem in seiner Eigenschaft als Orchesterdirigent in der vergangenen Woche das Bundesverdienstkreuz verliehen worden war. Gleichzeitig zog Bulitz Bilanz über die Tätigkeit der Laarer Bürgervereinigung, dem Initiator der Konzerte. Am Beispiel dieser Konzerte sehe man, wie intensiv sich die Vereinigung für Geselligkeit und Nachbarschaftspflege einsetze. Bei dieser Gelegenheit gratulierte Bulitz auch Theo Barkowski, dem Vorsitzenden der Bürgervereinigung, der vor 25 Jahren die Idee zu den Sonntagmorgenkonzerten hatte. Unter den Bürgervereinen in Duisburg sei die Laarer Bürgervereinigung besonders aktiv. Wie ein „Windhund" habe sie „die Nase vorn", wenn es darum ginge, etwas für die Bürger zu tun.

Günther Eggert erinnerte daran, dass er vor Jahren in Laar seinen Spitznamen „Ruhrgebietskarajan" abbekommen habe. Mit seiner Musik sei er in Laar immer gut angekommen. Denn Musik gehöre nicht unbedingt in den Konzertsaal, sondern unter Menschen, wo man Offenheit, Spontanität und Natürlichkeit finde. Natürlich und spontan spielten dann auch die Jugendlichen des Schönebeckers Orchersters. Ihr Repertoire enthielt neben Operettenstücken auch frech-spritzige Melodien von George Gershwin und Lieder, die sie von ihren vielen Tourneen ins Ausland mitgebracht haben. Die Melodien zogen nicht nur die Mitglieder der Bürgervereinigung ins Freie, sondern auch zufällige Sparziergänger und Passanten, die so eine Gratisvorführung an guter Musik erlebten.


15.09.1988 - WAZ - mß

Viel Lob für den Laarer Bürgerverein
Mit „Windhund-Gespür" die Konzertidee zum Hit gemacht

Zum 125. Mal lud der Laarer Bürgerverein zum Sonntagskonzert in den Florapark. Vor ziemlich genau 27 Jahren - anlässlich des ersten Duisburger Heimatfestes - wurde die traditionsreiche Musizier-Idee geboren. Bis heute sind die Laarer Bürger der Konzertserie an fünf Sonntagen von Mai bis September treu geblieben.

Bürgermeister Reinhard Bulitz, Bezirksvorsteher Hans Kohlhayer, Bezirkspolitiker August Haffner, der Vorsitzende des Verbandes Duisburger Bürgervereine, Hans-Georg Michael - sie alle waren als Vertreter des öffentlichen Lebens und der Politik erschienen, um dem Laarer Bürgerverein zum konzertanten Jubiläum zu gratulieren.

Viel Lob für Theo Barkowski, den Chef des Bürgervereins und seine Mannen. Bulitz bezeichnete die Laarer Konzerte als „Institution". Michael bescheinigte der Bürgervereinigung, „die aktivste in Duisburg" zu sein, ein „Windhund, der immer die Nase vorn hat".

„Wir wollten nicht mehr nur kommunalpolitisch aktiv sein", erinnert sich Theo Barkowski. So wurde die Idee geboren, eine Konzertserie in den Kultur-Fahrplan Laars zu integrieren. 1961 war es dann soweit. Erstmals erklangen im Florapark Töne aus Musikinstrumenten, die aus der Kasse des Bürgervereins bezahlt wurden.

Im Laufe der Zeit bauten sich die Laarer im Florapark einen Pavillon - aus eigenen Mitteln - um den Orchestern und Gesangsgruppen ein ordentliches Forum zu bieten. „Nur dreimal in 27 Jahren musste das Sonntagskonzert wegen Regens abgesagt werden", resümiert Barkowski stolz. Und dass es noch weiter existieren wird, daran haben die Beteiligten keinerlei Zweifel.


24.09.1988 - WAZ - mß

Ruhige Wahlen im SPD-Ortsverein:
Laarer Bürger erhalten nun wetterfeste Wartehäuschen
Fischdick und Haffner als Kandidaten bestätigt

Während in vielen Duisburger Ortsvereinen in diesen Tagen Kampfabstimmungen um die Mandate für Rat und Bezirk laufen, ging es bei den Laarer Sozialdemokraten vergleichsweise sehr ruhig zu. Einmütig nominierten sie ihre bisherigen Amtsträger Dieter Fischdick (Rat) und August Haffner (Bezirk). Zu Huckepackkandidaten wurden Ludwig Kättnis, Manfred Sonst und Manfred Kaiser gewählt.

Gleich nach seiner erneuten Wahl durch die Mitgliederversammlung wartete Ratsherr Dieter Fischdick mit einer guten Nachricht für alle Laarer Buspassagiere auf. Im Oktober, so habe er bei der DVG erfahren, werde jetzt endgültig mit dem Bau von Wetterhäuschen an den zwei Haltestellen Flora- und Jahnstraße auf der Deichstraße begonnen.

Das Unterstell-Problem zu lösen, erschien schwieriger als erwartet. Die bisherigen Häuschen bieten wenig Schutz vor der steifen Brise und vor Regenschauern direkt am Rhein. In einer aufwendigen Bauaktion sollen jetzt Wetterhäuschen in den Damm hineingebaut werden. Aus statischen Gründen - das Gebiet gilt als hochwassergefährdet - müssen schwere Betonfundamente gegossen werden.

Als Referent des Abends hatte die Laarer SPD Amtsleiter Dr. German Bensch zum Thema „Duisburg 2000" eingeladen. Anspielend auf die heftige Landtagskandidaten-Diskussion innerhalb der Duisburger SPD stellte Ortsvereinsvorsitzender Eduard Christ die bewusst ketzerisch gehaltene Frage an den Chefstatistiker, ob denn die Kandidatur des Betriebsratsvorsitzenden Bruckschen in Rheinhausen wählerwirksam sein werde. Aber Bensch wiegelte ab: „Da halte ich mich 'raus." ...


10.12.1988 - Rheinische Post

Hallenbad fällt in sich zusammen

Das Ruhrort-Laarer Hallenbad ist vor einigen Jahren unter Denkmalschutz gestellt worden, weil es ein bauliches Kleinod aus der Jugendstilepoche ist. Diese Unterschutzstellung wird dem Gebäude wenig nutzen, wenn es nicht bald vor blinder Zerstörungswut geschützt wird. In das leerstehende Haus klettern nach Augenzeugenberichten immer wieder junge Leute, die dort ungestört ihre privaten Feste feiern, Scheiben, Glastüren, Lampen und andere zerbrechliche Teile zerschlagen. Proteste der Anlieger blieben erfolglos. „Wer sich bei den jungen Leuten beschwert, wird sogar noch bedroht", weiß Annemarie Schildt, engagierte Laarerin und eine der Fürsprecherinnen für den Erhalt der Badeanstalt. Zwar hat eine Firma, die dort unter Umständen eine super-moderne Badelandschaft einrichten will, die Option auf das Gebäude, doch Eigentümerin sei nach wie vor die Stadt. „Weil die Fenster zerschlagen sind, kann nicht nur jeder Wildfremde dort einsteigen, sondern Regen und Kälte richten ebenfalls erheblichen Schaden an", ärgert sich Annemarie Schildt.


12.12.1988 - Rheinische Post - jan

Grundsteinlegung für neues Pfarrheim in St Ewaldi
Ersatz für das alte Jugendheim

Mit einem Wortgottesdienst feierte die Katholische Pfarrgemeinde St. Ewaldi in Laar gestern die Grundsteinlegung für ihr neues Pfarrheim. Nachdem am 1. Oktober dieses Jahres der erste Spatenstich erfolgt war, konnte jetzt eine Hülse aus Edelstahl im Grundstein verankert werden, der sich im Eingangsbereich des neuen Heimes befindet. In der Metallhülle wurde eine Urkunde eingefügt, die Auskunft gibt über die Bestimmung des Hauses, den Baubeginn und die ausführenden Firmen. Ferner enthält der Grundstein Münzen, die zur Zeit im Umlauf sind, sowie aktuelle Tageszeitungen, in denen über die Katholische Pfarrgemeinde St. Ewaldi berichtetet worden war.

Der Neubau, der an der Apostelstraße in Laar errichtet wird, soll vom September kommenden Jahres an das alte Jugendheim der Gemeinde ersetzen, das für den Bau der Umgehungsstraße Laar-Beeck weichen muss. Das neue Pfarrheim entsteht auf dem Gelände des früheren St. Joseph-Hospitals, das zur Gemeinde St. Ewaldi gehörte. Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch den Erlös, den die Kirchengemeinde durch den Verkauf des alten Pfarrzentrums erhielt.

Im Keller des neuen Hauses entstehen Club- und Werkräume sowie eine Kegelbahn und eine Küche. Im Erdgeschoss soll ein Saal für rund 180 Personen entstehen. Das neue Pfarrzentrum entspricht dem alten von der Größe her und soll im Frühjahr nächsten Jahres so weit fertiggestellt sein, dass mit den Innenarbeiten begonnen werden kann.


15.12.1988 - WAZ - mß/chris

Neusser Planer gab Option Ende September zurück:
„Opas Badeanstalt" in Ruhrort ist gestorben - „Delta Plan" gibt auf
Stadt äußerte angeblich eine „andere Interessenlage"

„Opas Badeanstalt" ist gestorben. Die ehrgeizigen Neubaupläne für das Ruhrorter Hallenbad an der Apostelstraße, das von der Stadt stillgelegt wurde, sind geplatzt. Während am Mittwochmorgen noch Vertreter der Laarer Bürgervereinigung den schrittweisen Zerfall der ehrwürdigen Badeanstalt beklagten, erfuhr die Redaktion am Nachmittag, dass die Neusser „Delta Plan Consulting GmbH" ihr Umgestaltungs-Konzept ad acta gelegt hat. „Delta Plan"-Chef Karl-Heinz Reuter: „Das ist seit Ende September Fakt."

Große Pläne mit dem schwach besuchten Hallenbad, das im Rahmen des Bäderkonzeptes geschlossen wurde, tauchten Anfang 1987 wie aus dem Nichts auf. Die Duisburger Architekten Kraay und Poelzig ließen über die Laarer Bürgervereinigung ihren 14-Millionen-Umbau vorstellen. Fast gleichzeitig brachte Reuter seine „Delta Plan" ins Gespräch, offensichtlich mit dem überzeugenderen Finanzierungskonzept. Architekt Frederik Kraay heute: „Er hatte das Investitionspaket schon geschnürt".

Den beiden Duisburger Vorplanern blieb nichts anderes übrig, als sich im Gefolge von Reuter als Team zu präsentieren. „Opas Badeanstalt" wurde auf einer weiteren Pressekonferenz aus der Taufe gehoben. Ins Land gingen Monate. Inzwischen hatte der Rat der Stadt der „Delta Plan" eine Option zur Verwirklichung des Projektes eingeräumt, die bis Ende September '88 datiert war.

Am 30. September habe er, Reuter, „per Einschreiben" der Stadt einen Brief zugestellt, in dem er die Option zurückgegeben habe mit der gleichzeitigen Bitte, diese bis Jahresende zu verlängern. Wenige Tage später habe er von einem Vertreter des Liegenschaftsamtes erfahren, bei der Stadt sei „eine neue Interessenslage" entstanden. Seitdem sieht Reuter sein Duisburger Engagement „als erledigt" an.

Von dieser „neuen Interessenslage" aber haben - bis gestern - weder die mitbeteiligten Architekten Kraay und Poelzig noch der SPD-Ratsherr Dieter Fischdick erfahren, der sich noch vor dem Bekanntwerden der Schließungspläne für eine andere Verwendung des Bades eingesetzt hatte. Ebenfalls nicht informiert wurde der Rat, der sich für die Option an „Delta Plan" eingesetzt hatte.

Ob tatsächlich ein neuer Investor auf Abruf bereitsteht, konnte gestern bei der Stadtverwaltung nicht ermittelt werden. Nicht vergessen aber sind die Vorbehalte von Kämmerer Uwe Steckert, der ein attraktives Bad in Ruhrort als Konkurrenz für den Revierpark Mattlerbusch empfand.


21.12.1988 - WAZ - mß'

Umgehungsstraße Laar
Grünes Licht für Baufinanzierung
16-Mio-Mark-Projekt ist genehmigt

Dem 16-Millionen-Mark-Projekt Umgehungsstraße Laar/Beeck steht nun nichts mehr im Wege. Wie der Laarer Ratsherr Dieter Fischdick (SPD) mitteilte, stellte die für die Finanzierung verantwortliche Landesregierung der Stadt jetzt den endgültigen Zuwendungs- bzw. Bewilligungsbescheid für den zweiten Abschnitt zu. Die aufwendigen Bauarbeiten, die 1991 abgeschlossen sein sollen, dürften somit bald beginnen.

Der erste Bauabschnit des 16,1 Millionen schweren Projekts wurde mit dem Ausbau der Stepelschen Straße bereits vor einigen Jahren realisiert. Das zweite Teilstück, das jetzt in Angriff genommen wird, soll folgenden Verlauf nehmen: über den jetzigen Thyssen-Parkplatz an der Friedrich-Ebert-Straße, entlang der Werkgrenze, hinter der katholischen Kirche weiterlaufend bis hin zur DVG-Wendeschleife.

Die stark befahrene Friedrich-Ebert-Straße erhält im Zuge der Verlegung der Verkehrsführung ein neues Gesicht, wird für den Durchgangsverkehr gesperrt (ausgenommen sind die Radfahrer) und fungiert demnächst als reine Geschäftsstraße. Das katholische Jugendheim wird abgerissen und an der Emscherhüttenstraße neu errichtet (der Grundstein für den Neubau wurde bereits gelegt). Die Kirche erhält im Bereich der jetzigen Laarer Straße einen großen Vorplatz.

Nach Fertigstellung dieses Teilstücks, erklärte SPD-Ratsherr Dieter Fischdick, soll unmittelbar mit dem Bau des etwa 26 Millionen Mark teuren dritten Abschnitts der Laarer Umgehungsstraße begonnen werden. Einen entsprechenden Planungsauftrag hatte der Rat der Stadt bereits im vergangenen Jahr erteilt. Durch die neue Trasse wird die Deichstraße, die später einmal lediglich als Anliegerstraße dienen soll, nachhaltig entlastet.

Die Anwohner der Friedrich-Ebert- wie der Deichstraße können sich also auf ruhigere Zeiten freuen. Doch bevor mit dem Bau der eigentlichen Umgehungsstraße begonnen wird, muss erst noch eine gigantische Stützmauer am Thyssen-Gelände gezogen werden, da der Werkswall „angekratzt" wird.