News 1998 - Nachrichten aus Laar


16.01.1998 - WAZ

Nostalgischer Blick in die Vergangenheit

Werner Nagel, Pressewart der Versehrten-Sportgemeinschaft (VSG), ist dem Sport bekanntermaßen seit Jahrzehnten verbunden. So war er von 1960 bis 1975 1.Vorsitzender des VfvB Ruhrort-Laar. In diesem Verein spielte er ab 1950 Basketball und wurde 1952 Abteilungsleiter und Mannschaftsführer der Mannschaft, die zwei Jahre später in der Oberliga, der damals höchsten Spielklasse, spielte.

1965 organisierte Nagel zusammen mit dem damaligen WDR-Sportchef Ernst Huberty ein Wohltätigkeitsfußballspiel. Am 9. Juli standen sich auf der VfvB-Platzanlage bekannte Duisburger Bürger und die Prominenten der WDR-Elf gegenüber. Als Zuschauer mit von der Partie war der damalige Bürgermeister Dr. Leo Storm.

Im Duisburger Trikot spielten damals unter anderem Werner Nagel, der jetzige Bundestagsabgeordnete Günther Schluckebier, der damalige Landtagsabgeordnete Friedel Heinen und der ehemalige Mittelstürmer des Meidericher SV, Bubbi Hetzel. Viele bekannte Gesichter beim WDR-Gegner. Dazu zählten der Dortmunder Borussia-Fußballer Jockel Bracht, Nationalspieler Bernie Klodt, Box-Fliegengewichtler Willi Quator, der Schauspieler Stanislav Ledinek, Boxer Jupp Elze und Box-Europameister Erich Schöppner.


21.03.1998 - Stadt Panorama

Ab April: Wohndorf Laar
Fast wie Ferien machen

Im April eröffnet das neue Pflegeheim der Duisburger Arbeiterwohlfahrt (Awo). Das Besondere hier: Service- und Pflegeleistungen, abgestimmt auf den jeweiligen Bewohner.

Neben den alten- und behindertengerechten Wohnungen, die hier bereits entstanden sind, soll nun das Pflegeheim den Senioren sowohl eine zeitlich begrenzte Versorgung als auch einen vollen Pflegeservice bieten können.

Das hat unter anderem den Vorteil, dass Verwandte oder Eheleute nicht auseinandergerissen werden.

Das Wohndorf Laar unterscheidet sich auch äußerlich von anderen Pflegeheimen: Inmitten eines Parks stehen schöne Häuser mit großzügigen Balkons.

Das Wohndorf erinnert daher eher an ein Feriendorf als an ein Pflegeheim.

Darüber hinaus können die Bewohner eigene Möbel mitbringen und sich richtig zuhause fühlen. Sie bekommen also Service und Betreuung, behalten aber ihre Selbständigkeit und ihre Individualität.

Trotzdem soll das Awo-Pflegeheim nicht teurer als andere Pflegeheime werden. Als Vorbild für das Konzept des „Servicewohnens" gilt das „Kleeblatt"-Pflegeheim in Ludwigsburg.

Und für alle weiteren Pflegeheime, die in Duisburg entstehen werden - im Bau befinden sich eins in Rheinhausen und eins in Walsum - sind ähnliche Konzepte geplant.


30.04.1998 - WAZ - raka

Jahrgangstreffen in Laar
Vor 55 Jahren aus der Volksschule entlassen

Das 55. Jubiläum ihrer Schulentlassung feierten drei Klassen der ehemaligen Volksschulen in Laar. „Durch den Krieg wurden wir Schüler zusammengewürfelt, so dass uns jetzt die Idee kam, gemeinsam zu feiern", erklärte Organisator Friedhelm Brucher.

35 ehemalige Pennäler erinnerten sich in der Gaststätte „Zur Post" der bewegten Schuljahre. 1943 drückte man in den ehemaligen Volksschulen an der Schulstraße (heute Franklinstraße), an der Florastraße und an der Austraße zuletzt gemeinsam die Schulbank. „Die Schulen gibt es schon lange nicht mehr", bedauerte Brucher.

1939 sei man nach Geschlecht auf die drei Klassen verteilt worden, die vorherigen Klassenverbände wurden dadurch gesprengt. Brucher: „Trotzdem haben wir unsere Klassentreffen immer mit unseren Stamm-Klassen gefeiert. Dieses Treffen ist das erste Jahrgangstreffen ehemaliger Laarer Schüler." Ausschlaggebend für die Durchführbarkeit der Aktion war auch der für Brucher glückliche Umstand, „dass durch die Listen der Goldkonfirmanden ein nicht zu unterschätzender Adressen-Pool enstanden ist".

Lange unterhielten sich die Ex-Pennäler dann über Kriegserlebnisse. Einige Schüler wurden beispielsweise 1944 aus der gerade begonnenen Lehre abgezogen, um Gräben zur Panzerabwehr zu schaufeln oder Vieh zu treiben. „Mit ehemaligen Klassenkameraden habe ich das Vieh zu Fuß von Wachtendonk nach Meiderich getrieben - und zwar täglich", erinnerte sich Brucher.


15.05.1998 - WAZ - GK

Das pralle Leben für die Männer in blauer Kluft
Feuerwehrschule in Laar

„Kommen Sie schnell, bei Ihnen auf dem Hof braucht jemand dringend Hilfe." Das war allerdings nicht so. Nur der Unterricht für Feuerwehrleute war so realistisch ausgefallen, dass die Nachbarn vom Übungscharakter nichts mehr mitbekommen hatten.

„Der Kollege saß auf dem Dach, ruderte mit den Händen und warf Knallkörper und wollte 'gerettet' werden", schildert Uwe Schmidt die Situation, die seinerzeit viel Aufsehen erregt hat. Aber das ist die Devise der Feuerwehrausbildung: so realistisch wie möglich. Dabei ist die Duisburger Feuerwehr, die in Laar ihre Schule betreibt, inzwischen auch Ausbilder für andere Wehren: Neben den eigenen 17 Auszubildenden sind derzeit noch sechs Azubis anderer Feuerwehren hier, um noch einmal für 18 Monate die Schulbank zu drücken. Aber nicht zum ersten Mal: Wer bei der Feuerwehr eine Chance haben will, muss schon einen Handwerksberuf vorher gelernt haben.

Wer's dann aber geschafft hat, der verlebt sein Berufsleben im Adrenalinrausch: Brände sorgen ebenso für Aufregung wie Bombenfunde und Hochwasser. Aus den Unfällen hat man Lehren gezogen: Zuerst geht es um die Menschen. Alles wird getan, damit sie möglichst wenig Schäden erleiden (Patientenorientierte Rettung).

Ein frecher Dackel, der sich in einem Karnickelbau verfangen hatte, sorgte dafür, dass Norbert Hövelmann kräftig Bewegung bekam. Er grub nach dem Kerl, der sich aber immer weiter verfing. Hövelmann: „Die Rheinaue sah aus wie nach dem Krieg, überall Trichter in der Landschaft."

So einfach geht's aber nicht immer. Drehleiter, Nukleartransporte, Chemieunfälle sind einige der Stichworte dazu. Oder: Seit die Straßenbahnen auch unterirdisch fahren, hat die Feuerwehr ein Einsatzfahrzeug, das auch auf Straßenbahnschienen fahren kann und im Bedarfsfall nur per Tieflader in die Nähe des Einsatzortes gebracht wird und dann auf Schienen alleine mit Akkus weiterfährt. Lange Dienstzeiten (56 Stunden die Woche) wechseln sich mit langer Freizeit ab.

Einen Einblick in die Arbeit will die Feuerwehr übrigens in der nächsten Woche geben. Am Freitag, 22. Mai, von 12 bis 15 Uhr, ist Tag der offenen Tür, wo jeder mal schauen kann, was die Helfer in Blau so alles leisten können. Auf alle Fälle sind sie schnell: Vom ersten Alarm bis zum Eintreffen am Einsatzort vergehen nicht mehr als zehn Minuten.


15.05.1998 - WAZ

Reha-Klinik lädt junge Patienten ein

Seine ehemaligen kleinen Patienten und ihre Eltern lädt das Rehabilitationszentrum für Dermatologie, Allergologie und Umweltmedizin an der Beeckerwerther Rhein-Klinik St. Joseph für Samstag, 16. Mai, von 11 bis 14 Uhr zu einem Kinderfest ein. Es gibt Spiel und Spaß und auch eine magische Show des Zauberers Markus.

„Hier soll es auch zu einem Wiedersehen und Erfahrungsaustausch von erkrankten Kindern und ihren Eltern untereinander und mit dem gesamten Therapeuten-Team kommen", betont Dr. Bernd Kardorff, stellvertretender ärzlicher Leiter des Rena-Zentrums. Dieses Kinderfest unterstreiche die „einzigartigen Möglichkeiten der wohnortnahen dermatologischen Rehabilitation". Eltern und Kinder hätten durch die Wohnortnähe auch nach Abschluss der eigentliche Rehabilitationsbehandlung immer Ansprechpartner in greifbarer Nähe. „Allein das Bewusstsein, dass die helfende Klinik sich in erreichbarer Entfernung befindet und nicht ein abstraktes Gebilde fernab der Heimat ist, ist für die kleinen Patienten und ihre Eltern eine bei chronischen Hauterkrankungen überaus wichtige psychologische Hilfe", betont Dr. Kardorff. Für ihn und die Mitarbeiter der Klinik biete das Kinderfest neben der Wiedersehensfreude auch die Möglichkeit, „ein Resümee der Arbeit der zurückliegenden zwei Jahre zu ziehen."


20.05.1998 - Wochen Anzeiger

1. Laarer Stadtteilfest vom 20. bis 25 Mai:
Gemeinsam für einen l(i)ebenswerten Stadtteil

Es ist kein Zufall, dass das erste Laarer Stadtteilfest in die „Duisburger Akzente" fällt. Vielmehr haben die Verantwortlichen den Zeitpunkt ganz bewusst gewählt und das Fest in Anlehnung an das diesjährige Akzente-Thema unter das Motto „Solidarität und Toleranz: gemeinsam für einen liebenswerten Stadtteil Laar" gestellt.

Von heute, 20. Mai bis Montag, 25. Mai, feiert ganz Laar rund um Werth- und Florastraße. Auf dem Schulhof der Hauptschule der Werthstraße wurde eigens für die fünftägige Party ein Festzelt aufgebaut.

Der heutige Mittwoch steht ganz im Zeichen der Kinder-und Jugendkultur. Ab 10 Uhr feiern Laarer Kindergärten und Schulen gemeinsam. Es gibt Musik, Tanz, Zirkus, Gesang und Vorträge. Das Elterntheater tritt mit dem Stück „Alles erlaubt?" auf.

Den morgigen Feiertag, 21. Mai, hat die Laarer Bürgervereinigung zum Familientag ausgerufen. Um 11 Uhr eröffnet Bürgermeisterin Monika Busse im Festzelt das Stadtteilfest. Es spielt das „baerlorchester", es singt der Männerchor „Germania". Ab 15 Uhr findet das Schüler- und Bürgervogelschießen des BSV Laar statt.

Freitag, 22. Mai, ist dann der Tag des Laarer Vereins. „Laarer sind im Verein stark" heißt es von Seiten der Sport- und Kulturvereine, der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr, und so haben alle an diesem Tag die Möglichkeit, sich von 16 bis 19 Uhr mit Infoständen und Darbietungen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dazu gibt es im Festzelt eine Tombola mit attraktiven Preisen, und ab 19 Uhr blasen dann die Fanfarentrompeter der KG Rot-Gold Laar den Besuchern den Marsch.

Am Samstag, 23. Mai, heißt es Vorhang auf für die große Schager-Revue. Ab 20 Uhr steigt die große Schützengala des BSV Laar im Festzelt.

Dass Einkaufen in Laar lohnt, soll am Sonntag, 24. Mai, besonders herausgestellt werden. Die Interessengemeinschaft der Laarer Geschäftsleute und Gewerbetreibenden lädt deshalb von 11 bis 18 Uhr zum verkaufsoffenen Sonntag. Um 11 Uhr wird Bezirksvorsteher Hermann Besold hierfür den offiziellen Startschuss geben, im Bereich Florastraße/Werthstraße und Markt findet ein Straßenfest statt, und der BSV Laar veranstaltet sein Schützen- und Volksfest.

Im Rahmen der großen Country-Western-Show tritt die Western- und Country-Band „Eldorado" auf, es tanzen „Roman Sandels Country-Western und Square" und für Ruhe und Ordnung sorgt „Marshal Frank Logan".

Ab 17.30 Uhr findet der traditionelle Umzug der Bürgerschützen durch Laar statt, zum Zeichen „gemeinsamer Wehrbereitschaft für Demokratie und Toleranz".

Außerdem feiert das Wohndorf Laar einen „Tag der offenen Tür".

Am Montag, 25. Mai, findet das Stadtteilfest mit dem Königsschießen (ab 11 Uhr) auf dem Laarer Markt, dem Abschlussball im Festzelt (ab 20 Uhr) und dem Höhenfeuerwerk um 22 Uhr seinen krönenden Abschluss.


20.05.1998 - Wochen Anzeiger

Grußwort der Oberbürgermeisterin

„Solidarität und Toleranz: Gemeinsam für einen lebenswerten Stadtteil Laar" - ein mehr als gelungenes Motto für das erste Laarer Stadtteilfest! Ich freue mich sehr über ein Fest mit diesem Motto und grüße im Namen der Stadt Duisburg alle Gäste auf das Herzlichste.

Ein Stadtteil zeigt, was in ihm steckt - mit einem Fest, das nicht von oben „verordnet", sondern auf der Grundlage bürgerschaftlicher Initiative auf den Weg gebracht wurde. Dieser Weg und damit die Einbeziehung von Vereinen, Schulen, Geschäftsleuten und Verbänden aus dem Stadtteil führt für alle Beteiligten zu einem Erfolg, wie ihn das Programm des Laarer Stadtteilfestes eindrucksvoll dokumentiert. Wer wollte bestreiten, dass wir mehr solcher Feste in unserer Stadt und ihren Bezirken brauchen?

Denn: Wo sonst, wenn nicht „Vor Ort", wüsste man am besten um die Kräfte des Stadtteils, seine zahlreichen unerschlossenen Potentiale und die vielen „versteckten" Künstler, die auf ein geeignetes Podium warten? Das Laarer Stadtteilfest ist ein solches Podium und wird zahlreiche Stärken dieses Stadtteils aufzeigen.

Apropos „Stärken": „Laarer sind im Verein stark" - so lautet das Thema am Freitag, wenn sich die Laarer Vereine präsentieren. Ich möchte diesen Gedanken noch etwas erweitern. Wir alle sind gemeinsam stark, ja fast unschlagbar, wenn wir miteinander feiern, aber auch unsere Sorgen und Probleme gemeinschaftlich lösen. Denn soviel steht fest: Ein lebenswertes Umfeld, um noch einmal das Motto des ersten Laarer Stadtteilfestes aufzugreifen, werden wir nur im Geiste von Toleranz und Solidarität schaffen und erhalten können.

In diesem Sinne danke ich allen Aktiven, die sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich für das Miteinander im Stadtteil engagieren. Allen Gästen wünsche ich viel Spaß und gute Unterhaltung beim ersten Laarer Stadtteilfest, dem hoffentlich weitere folgen werden.

OB Bärbel Zieling


22.05.1998 - Stadt Panorama

Unvergessenes Stadtteilfest

Noch immer schwärmen die Laarer von dem ersten Stadtteilfest, an dem sich alle Vereine und auch die Kaufleute beteiligt hatten. Kirmes, Autoscooter, Schießstände, Imbiss- und Getränkestände sowie Info-Stände, „Tage der offenen Tür" und viele Einzelinitiativen sorgten für Kurzweil und Abwechslung.


22.05.1998 - WAZ - GK

Das Wetter stahl in Laar keinem die Feierstimmung
Stadtteilfest geht noch bis Montag

Draußen war's ungemütlich kalt, aber drinnen im Festzelt auf dem Schulhof der Hauptschule Laar waren die Bänke schon um 11 Uhr gut besetzt, als Bürgermeisterin Monika Busse und Bezirksvorsteher Bertram das 1. Laarer Stadtteilfest eröffneten.

Für Musik sorgten das Baerlorchester und der MGV Germania. Ab 15 Uhr gab's dann ein Schüler- und Bürgervogelschießen.

Richtig los geht es heute, wenn ab 11 Uhr die Feuerwehr (bis 15 Uhr) sich in die Karten schauen lässt und anschließend die Vereine das Gespräch mit den Laarer suchen. Theo Barkowski, Vorsitzender des Bürgervereins, freut sich schon auf das Vereinstreffen im Festzelt heute ab 16 Uhr: „Sonst hat man doch kaum noch Gelegenheit, miteinander ausführlich ins Gespräch zu kommen."

Ähnlich geht es natürlich auch den Geschäftsleuten, die den Kundenkontakt suchen und dann beim verkaufsoffenen Sonntag auch noch mehr Zeit für den einen oder die andere haben werden.

Heute abend ab 19 Uhr spielen zum Ausklang die Fanfarentrompeter der KG Rot-Gold-Laar.

Am Samstag gibt es im Festzelt die große Schlagerrevue des Bürgerschützenvereins mit namhaften Künstlern. Neben der Gewinnerin des deutschen Schlagerfestivals, Gaby Baginsky, wird auch der deutsche Schlagerstar „Ibo" auftreten und die Gäste unterhalten. Ergänzt wird das Programm durch Christopher Stone. Karten sind zum Vorverkaufspreis von 20 DM beim Getränkeservice Erping, Laar, Emscherhüttenstraße 9 a, und beim Blumenhaus Blettgen, Zwinglistraße 23, Laar, oder unter XXX erhältlich.


23.05.1998 - Rheinische Post - Sascha Devigne

„Solidarität und Toleranz": Laarer Stadtteilfest mit verkaufsoffenem Sonntag
Grün-weiß statt multikulti

Etwas länger als ein Jahr ist es her, dass Laar zum Schauplatz einer heftigen interkulturellen Diskussion wurde: Der Ruf des Muezzin erregte die Gemüter im kleinen Ortsteil und das sorgte für landesweite Beachtung. Umso konsequenter scheint es da, dass das „1. Laarer Stadtteilfest" an diesem Wochenende im Rahmen der Duisburger Akzente stattfindet; in freier Abwandlung des aktuellen kulturfestivalistischen Themas wurde das bunte Treiben denn auch mit dem Motto „Solidarität und Toleranz" betitelt.

Bereits am Donnerstag ging's los hinterm Rheindeich; mit einer kleinen Kirmes - Autoscooter, Schießstand und Fressbude - sowie einem „Familientag" im Festzelt des Laarer Bürgerschützenvereins. Der feiert nämlich, wie der Zufall es will, just dieser Tage sein Volksfest. Männerchor „Germania" und Bürgermeisterin Monika Busse sorgten für die offizielle Eröffnung des grün-weißen Trubels.

Morgen steht den Laarern ein verkaufsoffener Sonntag ins Haus, sowie ein „Tag der offenen Tür" im Wohndorf Laar. Neben einer „Country-Western-Show" ist ab 17.30 Uhr der traditionelle Umzug der Bürgerschützen angesagt - „zum Zeichen gemeinsamer Wehrbereitschaft für Demokratie und Toleranz", so das Programmheft.

Multikulti bleibt allerdings ein wenig außen vor: Unter den 55 teilnehmenden Firmen und Vereinen sind gerade mal drei türkische Einrichtungen vertreten. Im offiziellen Programmheft beschränkt sich der Blick über den Tellerrand auf das Kulinarische: „Spenden von Kuchen und türkischen Spezialitäten sind erwünscht." Und, wer weiß, woran's liegen mag: Auf der Anfahrtskizze sind zwar beide christliche Kirchen in Laar eingezeichnet, nicht aber die Moschee an der Friedrich-Ebert-Straße.


19.06.1998 - WAZ - Chris

Koalas im Zoo sind Sophie Janas schnuppe
Australierin besuchte Laar

„Ich hab' mein Glück gefunden, doch das Heimweh bleibt." Diese Erkenntnis hat Sophie Janas nach Laar zurückgebracht.

Bereits zum zweiten Mal war sie ein außergewöhnlicher Gast beim Altennachmittag, den alljährlich der Bürgerverein Laar ausrichtet.

Das stolze Alter von 83 Jahren unterschied aber Sophie Janas kaum von den übrigen Anwesenden, lädt doch der Bürgerverein nur Senioren von 80 Jahren aufwärts ein. Nur die lange Reise nach Laar war wohl einzigartig. Rund um den halben Erdball, von Australien aus, ist Sophie Janas zu ihrer alten Heimat geflogen.

Dem Vereinsvorsitzenden Theo Barkowski überreichte sie ein großformatiges Foto eines Känguruhs. Ob sie denn schon die Koalas im Duisburger Zoo besichtigt habe, fragten wir sie. Noch nicht, lautete die Antwort, „von denen habe ich zuhause schon genug gesehen."

Als Kind habe sie in Laar auf der Hubertusstraße gewohnt, die heute Thomasstraße heißt, erzählte uns die Australierin, bei der neben „dat" und „wat" auch ein leicht englischer Akzent auffällt.

Nachdem ihr erster Mann Johann Bonkowski bei Stalingrad gefallen war, lernte sie nach dem Krieg den Polen Stanislav Janas kennen, mit dem sie, weil er keine Arbeit fand, nach Australien auswanderte. Während der gelernte Landwirt Janas in Queensland auf einem Flughafen anheuerte, arbeitete Sophie Janas 20 Jahre lang als Köchin in einem Altenheim der „Holy Spirit Sisters". Zwei Söhne gingen aus der Verbindung hervor, beide sind schon erwachsen und „well educated".

Darauf, dass ihre Kinder das nötige Rüstzeug erhalten haben, ist Sophie Janas besonders stolz. An den Deutschen liebt sie deren „Freundlichkeit", und gerne trifft sie „viele Schulfreundinnen" wieder, wie jetzt beim Altennachmittag in Laar.


28.07.1998 - WAZ - ka-

Rhein-Klinik stellt Herzpatienten auf die Beine
Nun auch ambulante Rehabilitation

Ab sofort bietet die Rhein-Klinik St. Joseph Beeckerwerth im Rahmen einer landesweiten Studie eine ambulante und teilstationäre Rehabiliation bei chronischen Herz- und Kreislauferkrankungen an.

Es handelt sich dabei um die Fortentwicklung des vor fünf Jahren vom Leiter der Sporthochschule in Köln, Professor Dr. Rost, aufgestellten Kölner Modells.

Sechs weitere Einrichtungen beteiligen sich an dem von der Landesversicherungsanstalt für Angestellte (LVA) für insgesamt zwei Jahre ausgewiesenen Projekt. Damit soll überprüft werden, ob die ambulante, teilstationäre Rehabilitation die gleichen positiven Resultate bringt wie eine stationäre, erläutert Michael M. McCabe, Leitender Arzt an der Rhein-Klinik, die Aufgabe dieser Studie. Mitbetreut wird das Modell von der Kardiologischen Gemeinschaftspraxis der Doktores Grewe, Herrmann und Sauer.

Grundsätzlich geht es bei der Reha-Maßnahme nach erfolgter Akutbehandlung um die Beseitigung oder Reduzierung der sogenannten Risikofaktoren. „Sie liegen zu einem großen Teil in der Lebensweise des Patienten", weiß McCabe aus langjähriger Praxis.

So erhalten die Patienten in der Beeckerwerther Klinik im Laufe der durchschnittlichen dreiwöchigen ambulanten Reha-Behandlung einen individuell zugeschnittenen Lebensqualitätsbogen. Er gibt Tipps für eine gesunde Ernährungsweise und warnt im Detail vor gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen.

Allein schon die Wohnortnähe der Patienten bietet aus Sicht von McCabe eine Reihe deutlicher Vorteile gegenüber der stationären Reha-Behandlung in einer Klinik irgendwo in Bayern oder Schleswig-Holstein: „Der Arzt kann sich einen genaueres Bild über die Lebensverhältnisse des Kranken machen. Familienangehörige können gründlicher in diese Gesundheitserziehung eingebunden werden."


12.08.1998 - WAZ - ka-

,St. Joseph-Kammer' rettet vor dem Tod
1. Duisburger Tauchertag in der Rhein-Klinik

Ein Doppelereignis ist zu feiern: 25 Jahre besteht - bundesweit - eine der größten klinischen Druckkammern am Beeckerwerther St. Joseph-Hospital; gleichzeitig findet der „1. Duisburger Tauchertag" statt.

Ohne Taucherei und die Tauchmedizin wäre der heutige Siegeszug der „hyperbaren Sauerstofftherapie" nicht denkbar, erinnert Dr. Rainer Wetsch, Leitender Arzt dieses Zentrums der Rhein-Klinik St. Joseph, an die gemeinsamen Wurzeln. Die „Joseph"-Druckkamer, die eine Tiefe bis maximal 50 m simuliert, wurde anfangs fast ausschließlich für die Behandlung von Unfällen - Kohlenmonoxidverbrennungen, die Taucherkrankheit (Caissonskrankheit) und bei der lebensgefährlichen Gasbrandinfektion eingesetzt.

Die Erfolge der Sauerstofftherapie katapultierte die Zahl der Druckkammern bundesweit von fünf, im Jahre 1990, auf jetzt 90 in die Höhe. Inzwischen finden in Beeckerwerth jährlich etwa tausend Kammerfahrten (Druckkammereinsätze) statt, davon 30 Prozent Notfälle, rechnet Oberarzt Dr. Joachim Hencke vor.

Das Behandlungsbild hat sich erweitert: Heilungsstörungen bei Wunden, so auch durch Eingriffe am Brustkorb bei Herzoperationen, Durchblutungsstörungen, Verbrennungen durch Bestrahlungen oder Hörschäden, wie Tinnitus oder Hörsturz, werden inzwischen mit der hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt. Und die Anwendungsgebiete erweitern sich ständig, deutet Wetsch an.

Der Tauchertag, 22. August, 10 bis 17 Uhr, ist dreigeteilt: Im Vortragsraum der Klinik halten Mediziner und Taucher allgemeinverständliche Vorträge. Im Becken des Krankenhauses demonstrieren Tauchvereine und DLRG Unterwasserfotografie oder bieten Schnuppertauchgänge unter professioneller Anleitung an. In dem auf dem Freigelände installierten fünf Meter hohen Tauchturm kann den Berufstauchern zugesehen werden.


12.08.1998 - WAZ

Tauchertag auf drei Ebenen

Der fünf Meter hohe Taucherturm auf dem Freigelände des St.Joseph Hospitals" in Beeckerwerth bietet eine der Hauptattraktionen beim „1. Duisburger Tauchertag". Er findet statt am Samstag, 22. August von 10 bis 17 Uhr.

In der Klinik werden in halbstündigem Rhythmus Fachvorträge für Jedermann angeboten. Unter anderem: Grundlagen des Tauchens, Tauchen mit Kindern, Tauchen mit Behinderten, Tauchen und Umwelt, die Einsatzgebiete der hyperbaren Medizin".

Im Schwimmbecken des Hospitals führt die DLRG-Jugendgruppe Rettungsgriffe im Wasser vor. 11.15 Uhr bis 12.30 Uhr und 15.30 Uhr bis 17 Uhr Schnuppertauchgang unter Anleitung erfahrener Tauchlehrer; 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr für Kinder.

Im Tauchturm: 10.30 Uhr bis 12 Uhr Freizeittauchen und Wasserrettung. 12 Uhr bis 12.45 Unterwasserrugby. 12.45 Uhr bis 13.30 Uhr Arbeiten von Berufstauchern. Ab 14.15 Uhr Behindertentauchen.


26.08.1998 - Rheinische Post - Peter Klucken

Domizil im Jugendstilgebäude
Eine Tjalk unter vollen Segeln im Herrenbad

„Goede Verwachting" (Gute Hoffnung) heißt der sorgfältig restaurierte Lastensegler aus dem Jahr 1913, der im ehemaligen Herrenbad vor Anker gegangen ist. Diese „Tjalk" mit dem vielversprechenden Namen, die den Besuchern unter vollen Segeln präsentiert wird, ist der lehrreiche Blickfang und das Prunkstück im neuen Duisburger Schifffahrtsmuseum, das in diesem Monat im Stadtteil Ruhrort eröffnet wurde - ein Jahr später als geplant. Tausende Besucher nutzten die eintrittsfreien Eröffnungstage, um das einzige „reine" Binnenschifffahrtsmuseum in Deutschland zu besuchen.

„Vollkommen eingerichtet"

Das neue Domizil des Schifffahrtsmuseums ist eine „nach jeder Richtung hin vollkommen eingerichtete Badeanstalt" (so heißt es 1912 im Verwaltungsbericht der Stadt Duisburg). Das ehemalige Hallenbad wurde in den Jahren 1908 bis 1910 gebaut und gilt als Kleinod der Jugendstilarchitektur. Bis 1986 wurde das Hallenbad genutzt, dessen Emporen, Mosaiken, Ornamente und Deckengemälde jenen Charme des Späthistorismus verströmen, den man in modernen Schwimmbädern nicht finden kann.

Eduard Carp und seine Frau Alma, die aus der Industriellenfamilie Haniel stammt, hatten vor 90 Jahren mit einer Spende von 100.000 Mark dafür gesorgt, dass das Bad auf den neuesten Stand der damaligen Technik gebracht werden konnte. In dem rot gemauerten Gebäude, das über eine Nutzfläche von etwa 2500 Quadratmetern verfügt, gab es ein 25 Meter langes Schwimmbecken für Herren und ein etwas kleineres für Damen. In dem großen Schwimmbecken wurden eine Zeitlang Schiffsmannschaften im Rettungsschwimmen ausgebildet. Die Herren- und Damenbäder stehen übrigens auf Stelzen, um die Wirkung möglicher Bergschäden abzugleichen. Kurios, aber keineswegs unverständlich wirkt heute der nicht verwirklichte Plan, in dem Bau auch ein „Hundebad" einzurichten.

175.000 Besucher im Jahr

Das Ruhrorter Hallenbad war viele Jahre eine Attraktion. In den besten Jahren entrichteten dort 175.000 Besucher ihr - bescheidenes - Eintrittsgeld. Vielen ging es aber nicht nur um sportliches Vergnügen. Es gab Zeiten, als jährlich 36.000 Menschen die Wannenbäder „erster und zweiter Klasse" nutzten. An Samstagen, dem klassischen Reinigungstag, standen früher Besucher mit Handtuch und Seife vor den Bädern Schlange.

Während der beiden Weltkriege blieb das Ruhrorter Bad vergleichsweise unbeschädigt. Bei der Umgestaltung der Schwimmhallen und des Eingangbereichs in den 50er und 60er Jahren waren die Architekten klug genug, die Gebäudegestalt vom Anfang des Jahrhunderts nicht zu verändern. Das war zu dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit, erst recht nicht in Duisburg, wo das beschädigte Wohnhaus von Gerhard Mercator nach dem Zweiten Weltkrieg kurzerhand abgerissen wurde.

1988, zwei Jahre nach Schließung des Bades, gegen die lautstark protestiert wurde, wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Rettung brachte aber erst die Internationale Bauausstellung Emscher Park, deren „Lenkungsausschuss" 1990 grünes Licht dafür gab, das Schifffahrtsmuseum vom ehemaligen Ruhrorter Rathaus in das brachliegende Hallenbad zu verlagern. Drei weitere Jahre vergingen, bis mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten begonnen wurde. Zuvor hatten die „Architekturfabrik Aachen" und der Künstler Ron Bernstein die ausgelobten Sanierungswettbewerbe gewonnen.

 

 

Technik- und Sozialgeschichte

Das neue Schifffahrtsmuseum verfügt über eine doppelt so große Ausstellungsfläche wie das alte Institut. Die neu konzipierte Ausstellung lädt nun zu einer Zeitreise durch die Schifffahrtsgeschichte ein: vom Einbaum bis zum modernen Schubbootverband.

In zahlreichen Vitrinen werden Modelle und Werkzeuge präsentiert. Eine moderne Videoinstallation im ehemaligen Steuerstand eines Binnenschiffes lässt den Alltag an Bord lebendig werden.

Überhaupt wurde Wert darauf gelegt, dass sich Technik- und Sozialgeschichte im neuen Schifffahrtsmuseum ergänzen. Der Eintrittspreis von fünf Mark berechtigt auch zum Besuch des Radschleppdampfers „Oscar Huber", der vorerst noch an seinem alten Liegeplatz an der Schifferbörse bleibt.

• Museum der Deutschen Binnenschiffahrt, Apostelstraße 84, 47119 Duisburg, Tel.: 0203/8 08 89-0, Fax 02 03 / 8 08 89 - 22, Öffnungszeiten Di.-So., 10-17 Uhr.


November 1998 - WAZ

„Laarer Dom" wird 100 Jahre

Der Laarer Dom, wie die St. Ewaldi-Kirche von den Bewohnern Laars liebevoll genannt wird, hat Geburtstag.

Stolze 100 Jahre wird die Pfarrkirche. 1897 entschloss sich die damals junge Gemeinde zum Bau eines Gotteshauses anstelle der 1872 errrichteten, dann jedoch zu klein gewordenen Notkirche.

Im Krieg wurde die Kirche zerstört. Am 14. Oktober, fielen Wohhäuser und auch St. Ewaldi den Flammen zum Opfer. Mit finanzieller und tatkräftiger Hilfe   der Bürger konnte der Laarer Dom wieder aufgebaut um am 19. Dezember 1948 geweiht werden.

Am Samstag, 14. November, um 17 Uhr wird Bischof Dr. Hubert Luthe zusammen mit der Gemeinde das hundertjährige Bestehen feiern.

In einer Ausstellung werden am Samstag und Sonntag im Pfarrheim 100 Jahre Kirchengeschichte in Bildern, Dokumenten und Kirchenschätzen lebendig. Am Sonntag 15. November, um 11 Uhr, zeigt Rolf Pischke in seiner Tonbildschau Wissenswertes über den Laarer Dom.


14.11.1998 - Rheinische Post

St.-Ewaldi-Kirche und St.-Matthias-Kirche wurden vor 100 Jahren geweiht
Bau mit lebendigen Steinen

Gleich zwei katholische Kirchen feiern Geburtstag: Die Laarer St. Ewaldi-Kirche, von den Bürgern oft auch „Laarer Dom" genannt, und die Untermeidericher Pfarrkirche St. Matthias. Beide sind vor genau 100 Jahren geweiht worden. Zu diesem Doppeljubiläum hat sich auch der Essener Bischof Dr. Hubert Luthe angesagt. Er wird heute um 17 Uhr den Festgottesdienst in der Laarer Kirche an der Friedrich-Ebert-Straße feiern und am 15. November, 10 Uhr, in der St. Matthias Kirche an der Bergstraße.

Mit freudigem Herzen

Weit vor der Errichtung der Laarer Kirche im Jahre 1845, gab es in den „Bauernschaften" Laar und Stockum insgesamt nur 21 katholische Familien. Im Zuge der Industrialisierung wuchs die Katholikenzahl bis 1895 auf 8000 an. Als sich 1897 die damals noch junge Pfarrgemeinde zum Bau einer neuen Kirche anstelle der 1872 errichteten, inzwischen aber viel zu klein gewordenen Notkirche entschloss, konnte das große Werk nur gelingen, weil „Arbeiter mit freudigem Herzen ihre Gaben gespendet haben", wie der damalige Kaplan W. Brockhausen in seiner „Festschrift zur Einweihung der neuen katholischen Ewaldi-Kirche zu Laar am 13. November 1898" vermerkte.

Den dunkelsten Tag erlebte die Kirche am 14. Oktober 1944, als Spreng- und Brandbomben über Laar niedergingen und Wohnhäuser und auch die Kirche in ein brennendes Inferno verwandelten. Wieder krempelten die Laarer die Ärmel hoch und bauten ihre Kirche neu auf, die vor 50 Jahren, am 19. Dezember 1948 wieder geweiht werden konnte. Heute noch ist der linke der beiden Kirchtürme, dem die Turmspitze fehlt, ein Hinweis auf die damalige Zerstörung. Auch vor dem Hintergrund einer wachsenden islamischen Präsenz - acht Meter neben der St. Ewaldi-Kirche befindet sich eine Moschee - gelte es, „an der Kirche aus lebendigen Steinen weiterzubauen", betont Pater Patrick.

1893 wurde laut darüber nachgedacht, auch in Untermeiderich eine Filialgemeinde zu gründen und eine Kapelle zu errichten. Die Gründung eines Kirchbauvereins im Jahre 1894 und der Erwerb des Hehr'schen Besitztums an der Berg-/Kurzestraße 1896 für 48.000 Mark waren wichtige Schritte auf dem Weg zum Kirchbau und zur Pfarrgründung der Gemeinde St. Matthias. Am 24. April 1898 wurde der Grundstein für den Bau einer Notkirche gelegt, die am 16. November 1898 „unter großer Beteiligung der Katholiken Untermeiderichs" -wie die Chronik berichtet - geweiht wurde.

Hengsbach weihte den Altar

Auch die St. Matthias-Kirche wurde im letzten Weltkrieg zerstört. Der Wiederaufbau erstreckte sich bis in die 60-er Jahre. 1958 wurde der Kirchturm errichtet. Ein Jahr später läuteten die erstmals neuen Glocken. Nach 62 Jahren Gemeindeleben, am 22. Mai 1960, konnte der damalige Bischof von Essen, Dr. Franz Hengsbach, die Kirche konsekrieren und den Altar weihen.


16.11.1998 - Rheinische Post - Sascha Devigne

Zwei Kirchen feiern Geburtstag: Am Wochenende wurden St. Ewaldi und St. Matthias 100 Jahre alt
Bischof Luthe gratuliert dem „Laarer Dom"

Doppelter Geburtstag bei den katholischen Kirchen im Duisburger Norden: Am Wochenende feierten St. Ewaldi in Laar und St. Matthias in Meiderich das 100-jährige Bestehen ihrer Gotteshäuser.

Drei Tage älter als der Nachbar

Der „Laarer Dom" ist allerdings drei Tage älter als sein Meidericher Nachbar. Am 13. November 1898 wurde die Kirche an der Friedrich-Ebert-Straße geweiht. „Das große Werk konnte nur gelingen, weil Arbeiter mit freudigem Herzen ihre Gaben gespendet haben", wie der damalige Kaplan Brockhausen in der Festschrift zur Eröffnung vermerkte.

Ganze 100 Jahre später hatten die Laarer jetzt Gelegenheit, die Geschichte ihrer Kirche von damals bis heute zu betrachten; bei einer eigens vorbereiteten Ausstellung im St-Ewaldi-Gemeindehaus. Neben historischen Fotos und Dokumenten waren auch Zeitungsartikel und Skizzen zu sehen; von den ersten Entwürfen des damals beauftragten Kölner Architektenbüros über die Zerstörung der Kirche beim Bombenangriff am 14. Oktober 1944 bis zum Wiederaufbau mit nur noch einem Turm und der erneuten Weihe im Dezember 1948.

Zum 100. Geburtstag war Bischof Dr. Hubert Luthe in den Duisburger Norden gekommen. Mit einem Pontifikalamt und anschließendem Festvortrag wurde das Jubiläum gefeiert. Und Bischof Luthe konnte direkt weiterfeiern, denn auch an der Bergstraße in Meiderich stand am Sonntag ein Kirchen-Jubiläum ins Haus.

Meidericher Notkirche

Die St.-Matthias-Kirche wurde am 16. November 1898 geweiht - eine Notkirche, die in nur sieben Monaten gebaut worden war. Erster Weltkrieg und Wirtschaftskrise hatten den Bau einer größeren Kirche verhindert; im Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus zerstört. Erst im Mai 1960 konnte die wiedererrichtete Kirche vom damaligen Bischof Franz Hengsbach erneut geweiht werden.